07/06/2021
Mit dem Kind ins Krankenhaus
Heute war ich im Krankenhaus und als ich am Schalter wartete, war vor mir eine Mutter. Sie wirkte sehr nervös, rief immer wieder laut durch das ganze Foyer nach ihrem Sohn, der dort seine Runden drehte. Vor mir stand eine Säule, so sah ich erst etwas später, dass dieser kleine Mann, den sie ständig rief, nur etwa 3 Jahre alt war. Die Frau wirkte ganz verzweifelt und wandte sich dann, als ihr Sohn bei ihr war, zu mir und sagte mit verzweifelter Stimme: "Wenn er wüßte, was ihn erwartet...". Ich sah, dass er die bekannte "Zaubercreme" am Arm hatte und wußte somit, dass eine Blutabnahme bevorstand.
Der kleine Bub wirkte äußerlich ruhig und entspannt, doch durch sein "Herumstreunen" zeigte sich mir, dass er vermutlich nicht ruhig war und somit versuchte, die innere Spannung abzubauen. Mit großer Wahrscheinlichkeit spürte er die Aufregung seiner Mutter, die gerade nicht hilfreich für ihn war.
Wir dürfen nicht unterschätzen, wie viel unsere Kinder von unseren Emotionen wahrnehmen. Die Spiegelneuronen bewirken, dass die Kinder das spüren, was wir spüren. Deshalb ist es für uns als Mütter und Väter wichtig, zunächst auf unsere Gefühle zu achten. Für die geschilderte Situation wäre es also hilfreich, sich zu fragen: Was macht mich nervös? Habe ich Mitleid? Wie geht es mir selbst mit dem Thema "Blutabnahme"? Wichtig ist, sich selbst dann wieder in die Kraft und Stärke zu bringen, um für das Kind eine starke Stütze sein zu können. Wenn die Eltern es schaffen, positiv zu denken: "Mein Kind wird das schon schaffen!", dann kann das Kind viel zuversichtlicher den Herausforderungen begegnen.
Was sagt ihr? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Photo Aditya Romansa on unsplash.com/