13/08/2023
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – oder wie war das gleich? 😅 SWR3-Redakteur Klaus Sturm findet das nicht gut und hält ein flammendes Plädoyer für das Genitiv-S:
📍 „Wer nach der Bedeutung von dem Genitiv fragt, hat schon so einiges falsch gemacht und vor allem: versäumt. Erst mal natürlich in grammatikalischer Sicht.
Wenn wir über die Bedeutung des Genitivs reden, ist das nicht nur richtig – es klingt auch eleganter. Und damit ist dann klar, worin die Bedeutung des Genitivs im Wesentlichen liegt: Sie zeigt den Respekt, den wir vor unserer Sprache haben. Und wem das zu steif klingt, der kann es fröhlicher ausdrücken: Der richtige Gebrauch des Genitivs lässt uns immer wieder die Schönheit der Sprache spüren, wenn wir sie richtig anwenden.
Und jetzt wird es noch schöner: Es bedarf nur einer kleinen Überlegung hier und da, um sich des ruppigen Dativs zu entledigen und sich des ungleich charmanteren Genitivs zu bedienen. Dann ist es eben nicht der Hut von dem Mann da, sondern es ist der Hut des Mannes dort. Es ist nicht die Berechnung vom Überschuss, sondern es ist die Berechnung des Überschusses.
Es sind diese zahlreichen „S“ am Ende der Wörter, die alles ein bisschen leichter und smarter klingen lassen. Das „S“ versteckt sich ein bisschen weit hinten in der Auflistung des Alphabets, es kommt erst an 19. Stelle – aber wenn es um das Sahnehäubchen der deutschen Sprache geht, wenn es um den Genitiv geht – dann steht dieses „S“ in all seiner Vielfalt ganz weit vorne. Feiern wir also die Leichtigkeit und die Geschmeidigkeit des Genitivs – und vor allem: Bedienen wir uns dessen!“ 📍