Alle Sind Anders - Mit Unterschieden leben

Alle Sind Anders - Mit Unterschieden leben Workshops und Trainings
Sensibilisierung - Inklusion - Selbsterfahrungsräume - Sinneswahrnehmung - Soziales Miteinander

Im September habe ich an der Fachhochschule Potsdam die Weiterbildung zur Social Justice und Diversity Trainerin beendet...
29/11/2024

Im September habe ich an der Fachhochschule Potsdam die Weiterbildung zur Social Justice und Diversity Trainerin beendet.

In diesem diskriminierungkritischen Trainingskonzept geht es um die Möglichkeit, strukturelle Diskriminierung als Zusammenwirken von individuellen, institutionellen und kulturellen Diskriminierungspraxen zu verstehen, Stereotype und eigene Verwobenheiten zu reflektieren und Handlungsoptionen gegen jede Form von Diskriminierung professionell zu entwickeln.
Diese Weiterbildung umfasste neun Module in denen verschiedene Diskriminierungsformen (Klassismus, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Alter, Herkunft, ...) bearbeitet wurden.

Als von Diskriminierung Getroffene (Sehbehinderung) interessiert mich diese Thematik ganz besonders. Ich erhoffe mir für meine zukünftige Arbeit wichtige Impulse und Möglichkeiten für praktisches Umsetzen diskriminierungsrelevanter Fragestellungen in meinen Workshops.

Die Weiterbildung fand von Jan-Sept 2024 statt, die Gesamtausgaben beliefen sich auf 3930€. Davon wurden 3140 € durch die Europäische Union kofinanziert.


Social Justice und Diversity TrainingAktuell bin ich an der Fachhochschule Potsdam zum zweiten Modul meiner Weiterbildun...
03/02/2024

Social Justice und Diversity Training

Aktuell bin ich an der Fachhochschule Potsdam zum zweiten Modul meiner Weiterbildung zur Social Justice und Diversity Trainerin.

In diesem diskriminierungkritischen Trainingskonzept geht es um die Möglichkeit, strukturelle Diskriminierung als Zusammenwirken von individuellen, institutionellen und kulturellen Diskriminierungspraxen zu verstehen, Stereotype und eigene Verwobenheiten zu reflektieren und Handlungsoptionen gegen jede Form von Diskriminierung professionell zu entwickeln.

Diese Weiterbildung umfasst neun Module in denen verschiedene Diskriminierungsformen (Klassismus, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Alter, Herkunft, ...) bearbeitet werden.

Als von Diskriminierung Getroffene (Sehbehinderung) interessiert mich diese Thematik ganz besonders. Ich erhoffe mir für meine zukünftige Arbeit wichtige Impulse und Möglichkeiten für praktisches Umsetzen diskriminierungsrelevanter Fragestellungen in meinen Workshops.



Fragt die BetroffenenLetzen Donnerstag war ich auf der Fachtagung Inklusion in Magdeburg.Für mich ging es auf der Verans...
26/09/2023

Fragt die Betroffenen

Letzen Donnerstag war ich auf der Fachtagung Inklusion in Magdeburg.
Für mich ging es auf der Veranstaltung vorrangig um die Frage der persönlichen Haltung zum Thema Inklusion.
Professor Komorek hat es in seinem Impulsvortrag gut zusammengefasst: die Betroffenen, in meinem Fall die Beeinträchtigten und deren Bedarf, ein bestimmtes zu entscheidendes Thema betreffend, sind der Dreh- und Angelpunkt für alle Entscheidungen.
Sie sollten es jedenfalls sein, denn in den meisten Fällen haben Betroffene ganz eigene Vorstellungen, eigene Bedarfe, Ideen von dem, was sie benötigen und können.
Das so zu hören, hat mich eher bestätigt. Oft habe ich im Alltag das Empfinden, das über mich bestimmt wird, und ich damit von den Vorstellungen, Ideen und Möglichkeiten der Anderen , speziell auch zum Thema Blindheit, dominiert werde.
Selten kommt jemand auf die Idee konkret bei mir nachzufragen, wie meine Haltung, mein behinderungsbedingter Bedarf ist.
Ich muß mich stark hörbar machen, um beachtet zu werden.
Manchmal ist das anstrengend und macht mich hart.
Einen Perspektivwechsel, der die Betroffenen in den Fokus rückt, finde ich wirklich notwendig und echt begrüßenswert.
Gerne mehr davon!

           

Nichts Neues zu lesen auf meiner Website. Was ist da los?In diesem Sommer mache ich viel Hintergrundarbeit, nicht zu seh...
04/09/2023

Nichts Neues zu lesen auf meiner Website. Was ist da los?

In diesem Sommer mache ich viel Hintergrundarbeit, nicht zu sehen, nicht zu lesen, nicht zu hören.

Gemeinsam mit dem Friedenskreis Halle entwickle ich gerade einen
Tagesworkshop zum Thema Ableismus. Erstaunt war ich, feststellen
zu müssen, dass bei, zum Thema Behinderung im Internet zur Verfügung
gestellten Videoclips, in den meisten Fällen die begleitende
Audiodeskription und die sichtbare Übertragung des zu Hörenden in
Gebärdensprache fehlen.

Also heißt es selbst tätig werden, denn aus meiner
Betroffenheitsperspektive heraus braucht es in allen Fällen die Chance
teilhaben zu können, besonders und gerade dann, wenn mit jungen Menschen
gearbeitet werden wird.

Der entstehende Workshop wird Schulen rund um und in Halle angeboten, auch dem LehrerInnenkollegium.

Die Vorarbeit bereitet mir Freude und ich bin schon jetzt auf das erste Mal gespannt.

Weiterhin bin ich in einem Spielentwicklungsteam des ATCC-Verbundes. Entstehen wird ein methodischer Rahmen, der zum Inhalt hat, die
derzeitige, von viel Ohnmacht gefüllte, gesellschaftliche Lage zu
erfassen, und mögliche Wege aus der jetzigen Kriesenlage heraus zu
finden.

Auch das wird später ein Angebot für Schulen sein.

In dieser Gruppe bringe ich die Perspektive der Barrierefreiheit
mit, denn es wird mit Tabletts, also elektronisch gearbeitet werden.
Mir ist bewußt, dass ich da nur meine eigene Idee diesbezüglich
einbringen kann, denn ich bin keine Auskennerin. Meine Hoffnung ist,
das es hilfreich sein wird.

… und auch diese Arbeit bereitet mir sehr viel Freude.

Gesicht abtastenVor zwei Tagen hat mir eine mir sehr sympathische Frau angeboten, ich dürfe ihr Gesicht abtasten.Sie mei...
07/05/2023

Gesicht abtasten

Vor zwei Tagen hat mir eine mir sehr sympathische Frau angeboten, ich dürfe ihr Gesicht abtasten.
Sie meinte, dass ich mir ja so viel eher ein Bild von ihr machen könnte.

Mit solchen Angeboten habe ich meistens ein Problem. Da ich spät erblindet bin, ist es für mich nicht selbstverständlich, die anderen Menschen so direkt zu berühren. Ich habe immer ein bisschen das Gefühl, dass ich in ihre Intimsphäre eintreten.
Aber diesmal habe ich es mir erlaubt.

Ich habe meine Hände genommen, über ihre kurzen Haare gestrichen, ihre Stirn, die Augenbrauen und die hohen Wangenknochen, das Kinn, die kleinen Ohren berührt.

Das war ein sehr interessantes Erlebnis.
Ich habe meine Angst an dieser Stelle ein klein wenig überwunden und mir tatsächlich ein besseres Bild von ihr machen können.

ThermalbadGestern waren wir auf einem Campingplatz, voll mit Campmobilen und Wohnwagen und wir mit unserem kleinen Zelt ...
02/05/2023

Thermalbad

Gestern waren wir auf einem Campingplatz, voll mit Campmobilen und Wohnwagen und wir mit unserem kleinen Zelt dazwischen, dazu gehörte eine Thermalquelle.
Mit dem Preis für den Campingplatz haben wir die Erlaubnis gekauft, im Thermalbad baden zu gehen.

Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, ging es los. Wir sind ins Thermalbad gegangen.
Erste Hürde für mich: es gab nur die Möglichkeit, sich in einem Bereich für Männer auszuziehen oder in einem für Frauen. So konnte Tobias mich nicht begleiten. Alleine habe ich mich nicht getraut, die Strukturen im Frauenbereich des Bades zu erkunden.

Also bin ich gemeinsam mit Tobias zur Rezeption und wir haben gefragt, ob es eine alternative Lösung geben kann.
Nach einigen Verständnis Problemen war es dann möglich, dass eine Frau vom Service mich begleitet hat.
Das war für mich neu. Ich habe noch nie einen solchen Schritt getan und mich von jemandem Fremden führen lassen.
Aber sie war sehr beherzt und hat mich leider nicht verstanden, sie sprach Ungarisch. Ich nur Deutsch und Englisch, trotzdem haben wir das irgendwie hingekriegt.
Ich hab mich ausgezogen, dann hat sie mir einen Schrank zu gewiesen, und hat mich auch noch zur Toilette geführt. Den Schlüssel vom Schrank hat sie für mich aufbewahrt.
Am Ausgang habe ich dann wieder Tobias getroffen, der mich im Bad begleitet hat.
Es war irgendwie schon witzig, mitzubekommen, wie die Frau mit anderen Ungarinnen gesprochen hat, die das ganze natürlich auch wahrgenommen haben.
Ich war sehr erleichtert, dass sie mir geholfen hat, denn so konnte ich das Thermalbad auch benutzen.

… und das ganze dann rückwärts: sie hat mir die Seife gegeben und die Dusche gezeigt, und als ich dann zurückkommen kam, lag meine Kleidung schon vor, sortiert, in der richtigen Reihenfolge bereit!

… und das Wasser in der Therme war wunderbar warm, entspannend und wohlig.

Nachtrag zu den Gerüchen: ich kann ihn nicht mehr riechen, den Raps. Seit Tagen fahren wir ständig an Rapsfeldern vorbei...
02/05/2023

Nachtrag zu den Gerüchen: ich kann ihn nicht mehr riechen, den Raps. Seit Tagen fahren wir ständig an Rapsfeldern vorbei. Meine Nase ist inzwischen richtig betäubt.

Gerüche.Ich bin gerade mit dem Tandem und meinem Partner in Ungarn unterwegs. Schau doch mal auf den Kanal vier_pedale.H...
01/05/2023

Gerüche.
Ich bin gerade mit dem Tandem und meinem Partner in Ungarn unterwegs. Schau doch mal auf den Kanal vier_pedale.
Heute habe ich Gerüche gesammelt: am Anfang war es der Geruch nach frisch gebrütem Kaffee, dann roch es nach Gulasch, dann wie ein frisches Bad, fruchtig und frühlingsleicht, dann konnte ich Holzfeuer riechen, einen Omnibus, der ein bisschen nach Diesel gestunken hat, Menschen, Blütenduft, Abwasser, der Geruch von einem Grill (das roch sehr lecker!).
Egal wo ich bin, Gerüche begleiten mich immer.

Ich hab ihn für die nächsten Wochen eingeklappt – meinen Blindenlangstock!Ab jetzt sitze ich auf dem Tandem. Nur noch se...
28/04/2023

Ich hab ihn für die nächsten Wochen eingeklappt – meinen Blindenlangstock!
Ab jetzt sitze ich auf dem Tandem. Nur noch selten werde ich den Blindenstock als Orientierungshilfe gebrauchen.
Fühlt sich gut an auf dem Tandem!

Tobias, der unser Tandem lenkt, kommentiert mir immer den Weg: ich erfahre von Blüten, Bäumen, Landschaft, Gebäuden, Windrädern, Menschen, Farben, dem Untergrund, auf dem wir fahren, …

Gestern waren wir bei einem altrömischen Triumphbogen, der nur noch in einigen Segmenten vorhanden war.
Dort war die Beschriftung der Infotafeln neben Deutsch, Englisch, Slowakisch auch in Blindenschrift (Braille).
Das scheint hier in Österreich viel selbstverständlicher zu sein als in Deutschland! 😉

„Das fühlt sich an wie Joghurt mit kleinen Steinchen“ - TASTENLetzte  Woche habe ich mit 6 jungen Mädchen Haferflockenke...
30/03/2023

„Das fühlt sich an wie Joghurt mit kleinen Steinchen“ - TASTEN

Letzte Woche habe ich mit 6 jungen Mädchen Haferflockenkeckse gebacken. Sie hatten sich in 2er Gruppen eingeteilt. Jeweils eine von ihnen war mittels einer Augenmaske abgedunkelt, die Andere assistierte.

Als der Teig schon in der Schüssel war, habe ich angeregt, statt des Rührlöffels doch mal die Hände zum kneten zu benutzen.

Sie hatten eine Riesenfreude dabei, ihre Hände ohne zu sehen im Teig zu haben. Die Erfahrung, ohne die Augen zu benutzen, einfach nur mit den Händen zu tasten war für sie neu und aufregend.

Ein Mädchen sagte in der sich anschließenden Auswertung, es habe sich angefühlt wie Joghurt mit kleinen Steinchen.

Für mich als Blinde sind die Hände und der Tastsinn ein wichtiges, alltäglich genutztes Werkzeug. Da, wo meine Augen nicht fähig sind etwas zu identifizieren, können meine Hände das oft und schließen so meine
Wahrnehmungslücke.

Ich habe sozusagen 10 Tastaugen. Aus dem, was ich ertaste, ziehe ich dann Rückschlüsse auf meine direkte Umgebung. Das gibt mir Sicherheit und innere Ruhe.

Das Behinderungs-ParadoxonVor kurzem habe ich einen Beitrag von Raul Krauthausen zum Thema „Behinderungs- und Selbsthilf...
28/03/2023

Das Behinderungs-Paradoxon

Vor kurzem habe ich einen Beitrag von Raul Krauthausen zum Thema „Behinderungs- und Selbsthilfe-Paradoxon“ gelesen.
Er bezieht sich auf die menschliche Anpassungsfähigkeit, die dann einsetzt, wenn bestimmte Zustände dauerhaft werden. Ganz speziell ging es um den Fakt einer Behinderung, egal ob angeboren oder im Laufe des Lebens erworben.
Er bezieht sich auch auf Trainingsarbeit mit und zu diesen Themen.
Behinderung bzw. Beeinträchtigung in den Fokus zu rücken, ist ein Anliegen meiner Arbeit.
Ich meine den Teilnehmenden die Gelegenheit zu geben, ohne Bewertung, selbstwahrnehmend Erfahrungen mit dem Themengebiet „Dunkelheit“ zu machen. Eigentlich kommt dabei immer das Behinderungsthema mit. Die Teilnehmenden fragen mich aus, von täglichem Alltag bis zu meiner persönlichen Verarbeitung des Schicksalsschlages. Die Fragen stellen meist erwachsene BegleiterInnen im Anschluß. Der Grundtenor ist immer, dass so eine Wendung im Leben furchtbar ist. Meine Antworten bestätigen leider oft die getroffenen Vorannahmen.
Der Text von Krauthausen hat mich so stark beeindruckt, weil er mir vor Augen geführt hat, dass ich mich inzwischen an meine ganz persönlichen Umstände angepasst habe: mein „normal“ ist aus Sicht meiner Mitmenschen behindert. In den meisten Fällen geht es mir gut damit. Ich habe Wege und Möglichkeiten gefunden damit zu leben.
Die von mir gehaltenen Workshops werden immer klarer für mich und ich fange an, die einzelnen Gruppen „zu lesen“. Ich habe mich immer gefragt, wie das geht und stelle mit Freude fest, das es auch für mich als blinde Person funktioniert.
… auch, wenn ich mal ohne sehende Assistent*innen arbeite.

Was passiert mit mir? - ein Erfahrungsbericht im DunklenA: Um mich her wird es plötzlich dunkel. Mir war klar, dass das ...
02/09/2022

Was passiert mit mir? - ein Erfahrungsbericht im Dunklen

A: Um mich her wird es plötzlich dunkel. Mir war klar, dass das passieren würde, denn die blinde Frau hat es angekündigt.
Erst gab es ein wenig Info zum Thema und dann hat sie das elektrische Licht ausgeknipst.
Und jetzt sitze ich im Dunklen. Der ganze Raum ist dunkel. Ich versuche, die Hand vor meinen Augen zu sehen. Nichts. Dann versuche ich die Anderen, die ja mit mir hier in diesem Raum sind, zu sehen. Auch nichts. Ich kann gar nichts sehen!

Angst: Dunkelheit. Vollständig. Keine Sicherheit. Keine Orientierung.
Sind die anderen noch da? Bin ich hier alleine?
Ich rede los, muß mich absichern. Muß helfen. Ich muss!

A: Ich rede mit R neben mir. Das tut gut, bin nicht allein.
Die blinde Frau mahnt. Wir sollen aufhören zu reden. Ich kann nicht. Noch nie in meinem Leben war ich in so vollständiger Dunkelheit.

Angst: Schon etwas besser. Das Reden hat geholfen. Bin aber immernoch da und auf der Hut. Ich bin wach und bereit zu beschützen. Noch gebe ich nicht auf. Keine Beruhigung in Sicht. Ist ja eh alles so furchtbar dunkel. Aber ich funktioniere auch im Dunklen und bin für dich da.

A: Die blinde Frau sagt uns mit ruhiger Stimme, was wir tun können. Hören, riechen, Hände fühlen.
Die kurze Ruhe tut gut. Ich höre, dass die Anderen um mich her wieder unruhig werden. Das macht mich auch unruhig.
Das Licht geht wieder an. Was für eine Erleichterung.

Angst: O.k., gut, dann kann ich mich ja zurückziehen. Alles wie immer. Ich bin nicht nötig.

Kleiner Selbsterfahrungsbericht einer Teilnehmerin meines Schnupperworkshops „Eintauchen in die Dunkelheit“. Die Stimme der Angst habe ich ergänzt, denn so wird tatsächlich ein Aspekt meiner Arbeit sichtbar: Wir alle tragen eine machtvolle und manchmal kaum bewältigbare Urangst vor vollständiger Dunkelheit in uns. Die macht zum Beispiel, dass in meinen Seminaren oft, obwohl ich immer um Stille bitte, geredet wird.
Gibt es dann doch den Moment der Stille, ensteht Entspannung und Frieden. Wunderbar.

             

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