11/02/2013
Die Evangelische Kirchengemeinde Zotzenbach hat in einem „Offenen Brief“ an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier das geplante Kinderförderungsgesetz kritisiert und Änderungen angemahnt. Zugleich wurden alle hessischen Landtagsabgeordneten angeschrieben und gebeten, den Gesetzentwurf ohne „gründliche Verbesserungen“ nicht zu verabschieden.
Das Gesetz werde dazu führen, dass Personal in den Einrichtungen abgebaut werde, dass bis zu 20 Prozent nicht pädagogisch ausgebildetes Personal in den Einrichtungen arbeiten dürfe und dass die Größe einer Kindergartengruppe anders und schlechter berechnet werde als bisher, heißt es in dem Schreiben an den Ministerpräsidenten, das von Pfarrer Hermann Birschel und dem Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Erich Nauth, unterzeichnet wurde. Ihr Appell an Volker Bouffier: „Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass nicht an unseren Kindern gespart wird!“
Der evangelische Kindergarten in Zotzenbach hat für die Kirchengemeinde einen hohen Stellenwert. Auch Eltern, die nicht der evangelischen Kirche angehören, bescheinigen den Erzieherinnen erfolgreiche Arbeit und großes Engagement. Das wurde auch von der politischen Gemeinde Rimbach, zu der Zotzenbach gehört, gewürdigt. Sie stimmte der Erweiterung des Kindergartens um eine Ganztagsbetreuung und der Betreuung für Kinder unter drei Jahren zu. Im Juni dieses Jahres soll mit dem entsprechenden Anbau begonnen werden.
Die Kirchengemeinde setzt sich dafür ein, die Kinderbetreuung auszubauen und die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher zu verbessern. Sie befürchtet, dass mit dem geplanten Kinderförderungsgesetz das Gegenteil erreicht werde. „Wir sehen darin eine gravierende Verschlechterung der Kinderbetreuung“, heißt es in dem Schreiben an die Landtagsabgeordneten.
Unterstützung erhält die Kirchengemeinde auch von der Mitarbeitsvertretung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Der Gesetzentwurf diene nicht dazu, die Qualität in der frühkindlichen Bildung in Hessen zu verbessern. Dadurch werde vielmehr die Qualität von Tageseinrichtungen sowohl für die Kinder und ihre Familien wie auch für die dort tätigen Erzieherinnen und Erzieher verschlechtert, kritisiert die Mitarbeitervertretung in einer Stellungnahme.