01/09/2026
1. September.
Heute vor 87 Jahren überfiel das nationalsozialistische Deutschland Polen. Damit begann der Zweite Weltkrieg – und für Polen folgten Jahre von Besatzung, Terror, Zerstörung und millionenfachem Leid.
Aus deutscher Perspektive ist der 1. September deshalb kein Datum, das man einfach abhaken kann. Es gehört zur deutschen Verantwortung, sich daran zu erinnern. Nicht, um heutige Generationen für die Vergangenheit verantwortlich zu machen. Sondern damit wir verstehen, wohin Hass, Nationalismus, Menschenverachtung und die Einteilung in „wir“ und „die anderen“ führen können.
Aber ich möchte heute auch nach vorne schauen.
Wenn ich sehe, wie Deutsche und Polen heute miteinander leben, arbeiten, reisen, Freundschaften schließen, Familien gründen – dann ist das alles andere als selbstverständlich.
Wir haben das unglaubliche Glück, in einem Europa aufgewachsen zu sein, in dem ehemalige Feinde Partner geworden sind. In dem Grenzen uns immer weniger voneinander trennen.
Das ist verdammt viel wert.
Und vielleicht besteht unsere Verantwortung heute gerade darin, dieses Europa nicht wieder in kleine Lager zerfallen zu lassen. Nicht ständig neue Feindbilder zu suchen. Nicht zuzulassen, dass Herkunft oder Nationalität wichtiger werden als der Mensch, der vor uns steht.
Erinnerung bedeutet für mich deshalb nicht nur, zurückzuschauen.
Sie bedeutet auch, sich zu fragen: Was machen wir mit dieser Geschichte?
Kali und ich sind unglaublich froh, dass wir in dieser Zeit und in diesem Europa leben dürfen.
Es ist nicht perfekt. Es wird wahrscheinlich nie perfekt sein.
Aber Frieden, Freiheit und die Möglichkeit, miteinander statt gegeneinander zu leben, sind keine Selbstverständlichkeit.
Also erinnern wir uns. Reden wir miteinander. Streiten wir miteinander, wenn es sein muss. Lernen wir voneinander. Und stärken wir das, was uns heute verbindet, statt immer wieder nach dem zu suchen, was uns trennt.
🇵🇱 🤝🇩🇪 🇪🇺
Und bitte: Lasst uns das nicht wieder verkacken.
Denn Geschichte können wir nicht ändern.
Aber was wir aus ihr machen, schon.