18/07/2026
Mit einem ebenso feierlichen wie fröhlichen Fest hat unsere Schulgemeinde ihren Schulleiter Stephan Steinhoff am vorletzten Schultag verabschiedet. 23 Jahren war er Teil der Gesamtschule Weilerswist: zunächst als Lehrer, anschließend als Oberstufenleiter und schließlich sieben Jahre als Schulleiter.
Dabei durften die Grußworte von Bürgermeister Dino Steuer und der Dezernentin Astrid Geschwind natürlich nicht fehlen. Beide drückten Herrn Steinhoff ihren Dank und ihre Anerkennung aus, bevor Frau Geschwind ihn bat, coram publico seine Unterschrift unter den letzten amtlichen Vorgang seiner Dienstzeit zu setzen.
Sodann ergriff der Didaktische Leiter Alexander Inden-Bräuer das Wort, platzierte seinen nunmehr Ex-Chef nonchalant auf einem Primaner-Stühlchen und ließ die vergangenen Jahre R***e passieren, während das Schulleitungs-Team einzelne Erinnerungen und vor allem mögliche Zukunftsmusik pantomimisch darstellte. Walter Leucht sprach im Namen des Kollegiums und erinnerte nicht nur an die Zeit als Kollege, in denen er durchaus öfter den Schalk im Nacken hatte, sondern auch an die sieben guten Jahre, die sich Herr Steinhoff bei seinem Dienst-Antritt vorgenommen hatte. Dessen Wortwitz und Humor wurden an dieser Stelle nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal erwähnt.
Zum Abschluss richtete auch Stephan Steinhoff selbst persönliche Worte an die Gäste und ließ Erinnerungen an viele besondere Momente seiner Zeit an unserer Schule lebendig werden. Pandemie, Flut und Krieg seien zwar prägend und präsent, jedoch freue sich mehr über das gemeinsam Erreichte: die fortschreitende Digitalisierung der Schule, den begonnenen Neubau sowie ein stark gewachsenes und engagiertes Kollegium mit multiprofessioneller Unterstützung. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Rede war der Dank an alle, die das Schulleben mitgestalten: Lehrkräfte, Eltern, Mitarbeitende aus Verwaltung, IT, Sekretariat und Hausmeisterteam, die Gemeinde sowie seine Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter in der Schulaufsicht und Schulleitung. Ebenso würdigte er die Unterstützung seiner Familie und bedankte sich besonders bei seiner Frau, denn sie habe „…in all den Jahren geduldig zugehört, was ich aus der Schule zu berichten hatte, hat es bisweilen kopfschüttelnd, bisweilen wohlwollend kommentiert und mir so oft die Augen geöffnet für das, was zählt!“
Mit Blick auf die Zukunft betonte er die Werte, die die Gesamtschule Weilerswist auch weiterhin prägen sollen: das Dalton-Konzept, Inklusion, ein vertrauensvolles Miteinander, Offenheit für Veränderung sowie das gemeinsame Eintreten für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Zum Abschluss schlug er einen nachdenklichen und – wie könnte es anders sein? – humorvollen Bogen zum Thema Abschied. Unter dem augenzwinkernden Motto „Alles hat ein Ende – nur die Wurst hat zwei“ machte er Mut, das Ende eines Lebensabschnitts zugleich als Beginn von etwas Neuem zu verstehen, und lud alle Gäste ein, den Tag bei Essen, Getränken und guten Gesprächen gemeinsam ausklingen zu lassen.
Für beste Unterhaltung sorgte ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Den Auftakt machte ein Mini-Krimi-Musical, das während der Projektwoche von Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 5 bis 8 einstudiert worden war. In dieser Szenerie war „Herr Steinhoff“ zu Beginn seiner eigenen Verabschiedung plötzlich verschwunden – weil er herausfinden wollte, ob die Schule wohl auch ohne ihn funktionieren würde. Schnell wurde klar: Hier muss die Polizei alarmiert, müssen Zeugen befragt und muss der Vermisste aufgespürt werden! Mit viel Witz und Spielfreude begeisterten die jungen Darstellerinnen und Darsteller das Publikum, nicht zuletzt, weil es ihnen gelungen war, charakteristische Kleidungsstücke aus dem Schrank des echten Herrn Steinhoff mit Hilfe seiner Frau zu mopsen und in Szene zu setzen.
Für echte Gänsehautmomente sorgte zudem die Musikgruppe „Alle Wege“. Zwei Schüler mit Akkordeon und Gitarre, Herr Kolbe am Klavier und eine Schülerin als Solistin berührten mit zwei musikalischen Beiträgen die Gäste in der Aula; ein paar Tränchen flossen und sie erhielten großen Applaus.
Lieber Herr Steinhoff, wir danken Ihnen von Herzen für Ihren unermüdlichen Einsatz, Ihre Offenheit, Ihre klare Haltung, Ihren Sinn fürs Komische und vor allem für das große Herz für die Kinder. Sie haben die Gesamtschule Weilerswist über viele Jahre aus vielen Perspektiven mit Humor und Tatkraft begleitet. Dafür sind wir Ihnen sehr dankbar und werden uns erkenntlich zeigen:
Ihr Buch, das Sie schreiben möchten, werden wir alle kaufen, als Schullektüre etablieren – der Deutsche Buchpreis ist Ihnen sicher sicher.
Nun fällt der Weilerswister Vorhang. Aber nicht der letzte. Wie wir Sie kennen, spinksen Sie immer mal wieder durch die Ritzen. Tun Sie dies in alle Richtungen, bei bester Gesundheit, mit viel Lebensfreude und Spaß! Und – es sei das Zitat erlaubt – „Seien Sie wieder öfter Stephan und seltener Herr Steinhoff!“
Bleibt uns zu fragen:
Wie nennt man einen ehemaligen Schulleiter, der nur noch auf Urlaubsbildern und im Geist-Modus erscheint? –
Richtig: Schein-Hoff