28/07/2026
Man sagt oft, das Schwierigste an unserem Lehrerberuf sei der Unterricht: Stunden planen, Materialien vorbereiten, Leistungsstande beobachten.
Als Lehrkräfte mit Montessori Hintergrund erleben wir es anders. Das Schwerste sind die Abschiede — wenn Kinder und Jugendliche, die wir behutsam begleitet und ihre Selbstständigkeit gestärkt haben, weiterziehen und nicht mehr ,unsere Gruppe" sind, sondern eigenstandige Menschen auf ihrem Weg.
Wir erinnern uns an Tage, an denen sie selbstbestimmt eine Aufgabe wählten, in ihr Projekt vertieft waren und die Zeit vergaßen. An stille Durchbrüche, als ein Kind sich traute, etwas Neues zu ausprobieren, weil es das Material und den Raum dazu hatte. An die Momente, in denen wir beobachteten, statt zu lenken - und staunten, wie viel Vertrauen und Kompetenz in ihnen wuchs.
Zum Schuljahresende mischen sich Wertschätzung und ein leises Wehmut:
Dankbarkeit für das Vertrauen, das uns geschenkt wurde, und für die Freiheit, die wir geben durften.
Traurigkeit, weil vertraute Lernräume sich leeren und die täglichen kleinen Rituale fehlen.
Und doch wissen wir: Ein Abschied ist oft das sichtbare Zeichen dafür, dass Selbstständigkeit gelungen ist.
Danke an alle Kinder und Jugendlichen, die dieses Jahr in unseren vorbereiteten Räumen gearbeitet, gefragt und ausprobiert haben. Geht euren Weg mit Neugier und Selbstvertrauen - wir haben euch begleitet, nicht geformt.
Ihr werdet uns allen fehlen. ❤️