27/03/2023
Letzte Woche, Freitagabend. Nach so einer Arbeitswoche ist die Luft schon mal draußen. Dachte ich.
Nachdem ich wegen krankheitsbedingten Ausfällen ziemlich kurzfristig umdisponieren musste, trafen wir uns fürs Englisch-Training bei mir zu Hause. Ein neuer Teilnehmer war mit dabei. Ich wusste über ihn fast nichts, außer dass er in Management-Position bei einer Bank war, gut Englisch sprach und sein Small Talk-English auffrischen wollte. In seiner Korrespondenz mit mir war er eher förmlich. Im Training saß er mit verschränkten Armen neben mir.
Einmal monatlich, an einem Freitagabend, haben wir unsere Englisch-Gruppe mit Improvisation, 2 1/2 h. Wenn Neue mit dabei sind, schaue ich, was machbar ist. Ich ließ die Teilnehmer eine imaginäre Postkarte vorlesen, deren Inhalt sie spontan, beim Vorlesen, erfinden mussten. Um es einfacher zu machen, war die Schrift nicht immer gut lesbar, so dass sie Zeit zum Überlegen hatten. Mein neuer Teilnehmer bekam eine Karte von seinen Enkelkindern u. ging beim "Vorlesen" voll darin auf. Cool!
Zum Schluss, einer spontanen Eingebung folgend, ließ ich sie Typisches aus verschiedenen Ländern nachmachen, die anderen mussten das Land erraten. Ich dachte an Einfaches, wie z.B. die streikenden Franzosen oder die schlangestehenden Engländer. Meine Teilnehmer gaben das Tempo vor, nicht ich. Und sie nahmen sich den Raum. Eine jodelte, es wurde mit imaginären Kastagnetten getanzt und mein neuer Teilnehmer tanzte Sirtaki, hakte sich bei uns unter und so tanzten wir alle zusammen (ohne Ouzo:-) OK, als Bild habe ich dann doch lieber nicht uns genommen😉.
Klar, habe ich immer einen lesson plan, aber ich gehe auch immer mit dem Flow und gestalte meine Trainings spontan, abhängig davon, wie ich meine Teilnehmer wahrnehme. Wenn dann so Schönes dabei herauskommt, bin ich selbst ganz energised😊.
Wie war das nochmal mit Freitagabend, nach einer Arbeitswoche und der Luft, die draußen ist? Meine Teilnehmer haben mich eines Besseren belehrt.😎
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