26/04/2026
Nachruf auf Harald Scherer
Harald Scherer stieß kurz nach der Gründung (2003) unserer Kunstschule JuKu-Karawane Würzburg e.V. zu uns.
Anfangs trafen wir uns häufig im Theater Hobbit und Harald hat sich von Anfang an bei uns mit großem Elan engagiert. Bald schon hat er im Vorstand mitgearbeitet und diese Arbeit lange Jahre mit großem Verantwortungsgefühl und Enthusiasmus ausgefüllt.
Später trafen wir uns auch häufig zu Sitzungen oder Besprechungen an seiner Arbeits- und Lebensstätte, dem legendären „Milchhof“. Hier empfing einen immer ein herrlicher Geruch von Holz, Leinöl und Farben, eben einer lebendigen Werkstatt.
Harald übte sein eigenenes künstlerisches Werk der Bildhauerei in dieser Werkstatt aus und gleichzeitig war es der Ort für zahlreiche workshops und Kurse.
Der Milchhof entwickelte sich auch zum kulturellen Treffpunkt. Denn Harald verstand es, dort Feste zu feiern zu denen er die unterschiedlichsten Menschen zusammenbrachte. Es gab dort viele Events und Kunstzelebrationen, mit Zeichnungen, Bildern, Skulpturen, mit Wortspielen, Gedichten, performances und musikalischen Beiträgen:
Genreübergreifende happenings mit dadaistischem Charme....
Er verstand sein kunstpädagogisches Engagement auch als politisch wichtig und wirksam. Dafür pflegte er auch den regelmäßigen Kontakt zu unserem Dachverband LJKE Bayern, besuchte Tagungen, Fortbildungen und Mitgliederversammlungen. Dort hat er die JuKu-karawane auch gerne überregional vertreten, denn der regelmäßige Austausch mit anderen, auch mit Künstlern ausserhalb von Deutschland -mit dem berühmten Blick über den Tellerrand hinaus- war ihm immer sehr wichtig.
Mit den anderen Vorstandsmitgliedern der JuKu zusammen pflegte er unermüdlich den engen Kontakt mit dem Berzirk Unterfranken, vernetzte sich eng mit dem Sozialreferat sowie dem Kulturreferat der Stadt Würzburg. Er hatte die ehrliche Vision, die Gesellschaft durch die Kunst verändern zu können und besser zu machen. Er war sich bewußt, durch das gemeinsame Praktizieren von Kunst Grenzen und Vorbehalte überwinden zu können und ein Miteinander zu zelebrieren.
So engagierte er sich auch besonders für die Benachteiligten der Gesellschaft.
In vielen workshops mit Schulabbrechern, orientierungslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus allen Herkunftsländern bot er eine starke tragende Haltung an. Um künstlerische Vorhaben in die Tat umzusetzen scheute er keine Wege und Mühen.
Seine kunstpädagogische Arbeit ging er mit viel Geduld, Gefühl, positiver Kraft und Wissen an und zeigte jugendlichen Teilnehmern, aber auch Kindern und Erwachsenen, wie man mit Holz und Stein in einen spannenden Dialog treten kann. Besonders auch das Material Stein bildet den harten Widerstand, den es insofern zu überwinden gilt, als dass man lernt beherzt mit Zufall umzugehen und trotzdem seine Präzision beizubehalten.
Bei ihm konnte man viel für das Leben lernen.
Harald ist im Jahre 2019 aus der JuKu ausgetreten, um sich neu zu orientieren und hat dann in der Inklusiven Akademie eine neue Heimat gefunden.
Wir verlieren mit Harald einen wunderbaren Kollegen, einen herzlichen, wertvollen und besonderen Freund, der für seine Visionen mit ganzem Herzen und mit voller Kraft gearbeitet hat.
Wir wünschen Dir alles Gute auf Deinem Weg in die Ewigkeit!
Für die JuKu-Karawane, Rita Kolb und Birgit Schmidt, Vorstandschaft
am 23.April 2026
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