01/04/2026
Das gab es im Saarland noch nie: Um dem Verkehrschaos auf der A 620 zu entkommen, verschiebt das Bildungsministerium den Unterrichtsbeginn in Völklingen massiv nach hinten. Ab dem 20. April läutet die Schulglocke erst am Nachmittag.
Wer morgens über die „Stadtautobahn“ A 620 Richtung Völklingen fährt, braucht bald starke Nerven. Eine neue Großbaustelle sorgt dann für kilometerlange Rückstaus und bringt nicht nur Pendler, sondern auch hunderte Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zur Verzweiflung. Nun zieht die Ministerin die Reißleine – mit einer Entscheidung, die für hitzige Diskussionen in den Lehrerzimmern und Elterngruppen sorgt.
Unterricht erst ab 15 Uhr! Ab dem 20. April wird der Schulbetrieb in der Hüttenstadt komplett umgekrempelt. Anstatt zur gewohnten Stunde um 8 Uhr beginnt der Unterricht für alle weiterführenden Schulen in Völklingen erst um 15 Uhr.
„Wir können nicht länger zusehen, wie wertvolle Bildungszeit in den Abgasen der A 620 verloren geht“, erklärte die Ministerin heute Vormittag. Durch die Verlegung in den Nachmittag und Abend soll die Hauptverkehrszeit komplett umgangen werden. So erreichten Busse und Autos die Schulen ohne die morgendliche Staustufe.
Hausaufgaben bei Flutlicht? Während viele Schüler die Nachricht von der „offiziellen Erlaubnis zum Ausschlafen“ zunächst jubelnd aufnahmen, mischen sich unter Eltern auch Sorgen. Ein Unterrichtsende gegen 20 oder 21 Uhr wirft Fragen nach der Sicherheit auf dem Heimweg und der Freizeitgestaltung auf.
Die Baustelle auf der A 620 wird voraussichtlich Jahre andauern. Ob das Völklinger Modell Schule macht oder ein einmaliges Experiment bleibt, wird sich nach den ersten Wochen im April zeigen. Eines ist jedoch sicher: Der Berufsverkehr wird ohne die „Elterntaxis“ deutlich entlastet.