24/02/2023
PROFI KNOW-HOW
FÜR HOFFNUNGSVOLLE AUTOREN
Die Selfpublisher müssen inzwischen offensichtlich mächtig zusammenhalten, wenn sie die Abwanderungen der geneigten Leser, hin zu den handverlesenen Werken der gut betreuten Verlagsautoren aufhalten oder gar umkehren wollen. Ratgeber sollten sich vor allem fragen, »warum« denn ihre Kolleginnen und Kollegen inzwischen mehr und mehr verschnupft reagieren; vielleicht braucht man als gutwilliger Helfer ja nur ein klein wenig »seriöser« zu agieren, um sie wiederzugewinnen.
74. Vortrag aus der Original Sarturia®-Autorenschule
Der Versuch, gewaltsam Spannung erzeugen.
Hier wieder ein Thema aus der Praxis. Es geht um eine Problematik, die nicht nur bei jenen Autoren zu finden ist, die auf unbedachten Rat hin völlig ungenügend überarbeitete Manuskripte zum Download anbieten. Nein, nein, die Beschäftigung mit diesem Thema hilft durchaus auch dem einen oder anderen Neuling auf den untersten Förderstufen der Sarturia®-Literatur-Akademie.
Wie man inzwischen sieht, ist Hilfe dringend notwendig.
Deutsch ist ja eigentlich eine sehr schöne, literarisch angenehm klingende und blumenreiche Sprache, wenn ... ja, wenn wir sie richtig anwenden. Große Meister haben sich oft und gerne der deutschen Sprache bedient, und ihre Werke werden auch heute noch – selbst nach Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten – immer noch gerne gekauft und gelesen. Beste Voraussetzungen also, um unseren deutschsprachigen Schützlingen das Know-how der alten Meister dringend ans Herz zu legen.
Nun scheint es allerdings so, dass der eine oder andere Autor aus purer Lust am Schreiben einfach vergessen haben mag, bei irgendeinem Vorbild abzugucken, wie man es denn »richtig« machen könnte. Ich verstehe das durchaus: »Schreiben an sich« macht weitaus mehr Spaß als »Recherchieren und Studieren«.
Allerdings sieht man inzwischen recht deutlich, wohin ein solches Verhalten führen kann: Amazon hat bereits ein klein wenig an der Notbremse gezogen: Die verantwortlichen Herrschaften dort wollen ihren geschätzten Lesern längst nicht mehr »alles« zumuten. Sie lehnen inzwischen zumindest die »qualitativ allerschlimmsten« Manuskripte einfach ab. Und das, liebe Freunde, ist doch ein »klares Signal« für uns Autoren!
Dieses Signal sollte tatsächlich für uns alle ein Weckruf sein, ein Stupser hin zu der einmaligen Chance, »wirklich« etwas erreichen zu können … wenn wir uns nur ernstlich um erfolgreiche Spannungstechniken und um gute Lesbarkeit kümmern wollen.
Also schauen wir doch einfach mal genau hin und betrachten aus der Sicht eines tatsächlich erfolgreichen Profis, wo und wie wir euch am besten helfen können:
Eine ganz bestimmte Problematik fällt mir immer wieder auf, vor allem bei Neulingen, die sich bisher allzu sehr auf die Empfehlungen und Tipps der Internet-Ratgeber verlassen haben. Es handelt sich um den Versuch, mit »starken Worten« gewaltsam Spannung in eine Geschichte »zwingen« zu wollen.
Ich verstehe die entsprechende Sorge und den daraus resultierenden Ansatz recht gut: Praktisch »alles« ist irgendwo schon mal niedergeschrieben worden, und der aufstrebende Autor befürchtet nun, dass er seine Leser nicht wirksam beeindrucken könnte, wenn er sich nicht weit genug von all den anderen Autoren abhebt. Und so lässt der Schreiberling seinen Protagonisten etwa vor dem Polizisten stehen, und wir lesen: »… er klapperte vor lauter Angst mit den Zähnen …« Oder »… da ist jemand so verliebt, dass er sich gleich das Leben nehmen will, wenn die Liebste ihn nicht erhört …« Da findet man aber auch ein »… völlig zerstörtes Leben, weil der Protagonist von seiner Herzallerliebsten verlassen worden ist …«. Und so weiter und so fort.
Na ja, es wird halt »übertrieben« was das Zeug hält, nur damit der Leser nicht etwa enttäuscht werden könnte.
Meist sind solcherlei lesenswerte Übertreibungen nicht einmal so offensichtlich wie in den vorgenannten Beispielen. Oft spiegelt sich einer der »gewaltsamen Versuche« auch nur in den gewählten Synonymen wieder; sie signalisieren dann auf jeden Fall deutlich überzogene Gefühle, die dem Leser jedoch auf Dauer sauer aufstoßen. Leser wollen vom Text nicht »erschlagen« werden. Leser wollen »mitfühlen« können.
Ich hatte mal irgendwo den Ausschnitt eines Skripts gefunden, in dem sich der Verfasser selbst als »Schlechtesten Krimi-Autoren aller Zeiten« bezeichnete. Vermutlich sollte dies ein PR-Gag sein, denn in der Ausgestaltung seines Manuskripts führte er den Gag konsequent weiter. Mir schien es, als hätte er alle überzogenen Formulierungen aus Jerry Cotton, Candice Renoire oder Charlies Angels geklaut und feinsäuberlich nacheinander aufgereiht:
Da »… quietschte der Wagen des Protagonisten mit sengenden Reifen um die Ecke …« Oder da »… sprang die geladene Kanone, schneller als man schauen konnte, in die ausgestreckte Hand der Heldin …« Und da »… schlotterten dem »bösen Buben« die Knie vor Angst, und seine Zähne klapperten, dass man es meilenweit hören konnte …«
Noch mehr Beispiele gefällig?
»… lass die Waffe fallen oder ich puste dir das Gehirn aus dem Schädel …!« Oder: »… erbarmungslos legte er alle zwölf Angreifer um, ehe er die rauchende Pistole um den Zeigefinger kreisen ließ und ins Holster steckte …« Und auch: »… sie war so verliebt, dass es ihr die Brust zuschnürte und das Herz zum Stillstand brachte …«
Ich glaube, das reicht … oder etwa nicht …? :-)
Klare Aussage meinerseits:
Man kann durch »noch« so stark klingende Worte »keine« Spannung in ein Manuskript hinein zwingen. Stattdessen muss man sehr genau wissen, wie man den Spannungsbogen »wirkungsvoll aufzubauen« hat.
Wirkungsvolle Spannung entsteht eigentlich nur durch »den Aufbau« einer bestimmten Story; und sie kommt auch nur dann zur gewünschten Wirkung, wenn der Leser nicht durch »Stolperstellen oder Weckfunktionen« aus dem Lesegenuss gerissen wird.
Nein, liebe Freunde, der Text muss dem Lesenden runtergehen »wie Öl«. Der Gespannte muss dabei nicht nur einzelne Worte, sondern ganze Zeilen mit einem einzigen Blick erfassen können. Und das gelingt nur, wenn der Autor ausschließlich und gekonnt mit eleganten und vor allem durchaus »gewohnt zu lesenden« Satzstellungen auf den Höhepunkt der Geschichte zusteuert.
Am besten funktionieren hierbei Satzstellungen die der Leser von der Lektüre der vielgelesenen »Alten Meister« her gewöhnt ist. Infolge ihres ausgeklügelten Satzbaus kann der geneigte Leser schon allein durch das Erkennen »des ersten und des letzten Wortes« den Sinn eines Satzes vollständig erfassen. Dieses wichtige aber scheinbar weitestgehend unbekannte Geheimnis legte ich schon recht ausführlich in früheren Beiträgen der Original Sarturia® Autorenschule dar. Sobald der Leser jedoch über einen Satz stolpert – oder gar zurücklesen muss, damit er überhaupt kapiert – ist es »aus« mit der spannungsgeladenen Begeisterung. Denn sobald unser Literaturfreund über ein unpassendes Synonym oder über ein unerwartetes Wort stolpert, schaut er unwillkürlich auf … und entscheidet sich vielleicht dazu, doch lieber einen Kaffee aufzusetzen.
Versteht ihr …?
Ich erwähnte schon, dass Deutsch im Grunde genommen eine sehr schöne Sprache ist. Und da gibt für einen Schriftsteller unendlich viele Möglichkeiten, seine Sätze so elegant zu formulieren, dass der Leser sie auch beim schnellen Überfliegen und vor allem beim begeisterten Lesen akkurat erfassen und verstehen kann. Und »genau dadurch« fühlt er sich gut unterhalten und »angenehm verwöhnt«.
Keinesfalls darf er über literarische Unzulänglichkeiten stolpern, die ihn aus dem Lesevergnügen reißen könnten, weil er sonst vielleicht gar nicht mehr wissen will, wie die Sache ausgeht!
Kein großes Geheimnis also; oder …? :-)
Im Ernst: Der Leser will tatsächlich nichts anderes erfahren, als wie die Sache wohl ausgehen wird, und er erwartet vom Autor seines teuer bezahlten Werks, dass er ihn, bitteschön, auf möglichst »elegante Weise« über lange und abenteuerlich erscheinende Pfade genau dahin führt, wo er schlussendlich tatsächlich erfahren wird, welches Ende die spannende Erzählung nimmt.
Und das ist alles!
Wenn man »das Wissen um diesen Umstand« wirklich gut verstanden hat, dann ist man durchaus in der Lage ein wirklich spannendes Buch zu schreiben. Natürlich gehört schon noch »ein bisschen mehr« Know-how dazu. Aber die vorstehende Aussage ist das Fundament, auf dem »alle anderen Spannungstechniken« aufbauen.
Wie also, liebe Freunde, lerne ich nun, elegant und leicht verständlich zu schreiben? Wie schaffe ich es, dass meine Leser mich auf Anhieb verstehen?
Tja, dazu findet man so viele Tipps im Internet, wie es Leute gibt, die auch nur eine Tastatur bedienen können. Jeder von ihnen hat seine eigene Meinung, und von »der« ist er unumstößlich überzeugt. Manche der Möchtegern-Ratgeber lassen sogar ausschließlich nur »ihre eigene« Meinung gelten und entfesseln einen wahren Sh*tstorm, wenn ihnen jemand widerspricht.
Na ja, vielleicht wäre es sogar eine unterhaltsame, wenn auch abenteuerliche Art und Weise, all die Vorschläge der verschiedensten Ratgebern mal auszuprobieren. Aber – im Ernst – ich rate jedem davon ab. Unbedingt …! Es gibt in der Tat recht viele Wege, sich heillos zu verirren. Man findet tatsächlich Unmengen an Tipps und Tricks im Internet, deren Befolgung allein dazu führt, dass die verschnupften Leser nun doch lieber wieder nach den handverlesenen Werken der Verlagsautoren aus dem Buchhandel greifen. Die stetig steigenden Verkaufszahlen des Handels weisen darauf hin!
Es gibt tatsächlich nur »einen einzigen«, sicheren Weg, der zuverlässig und immer zum Erfolg führt: Schaut bitte unbedingt nach, »wie« es die Langzeit-Bestseller-Autoren gemacht haben. Denn die meistverkauften Könner müssen etwas »ganz und gar richtig« gemacht haben, wenn die Leser – selbst nach Jahrzehnten oder gar nach Jahrhunderten – immer noch ihr sauer verdientes Geld auf den Tisch legen, um gerade »deren« Bücher zu lesen und um die beschriebene Handlung »noch einmal« erleben zu können.
Versteht ihr, was ich euch damit sagen will?
Im Ernst: Es kommt wirklich »nicht« darauf an, einzigartige, noch nie dagewesene Formulierungen zu erfinden, um dem Leser die dargestellten Situationen mit möglichst starken Worten ins Gehirn zu hämmern. Nein, liebe Freunde, es kommt allein nur darauf an, dem geneigten Leser erst die Lösung aller aufgeworfenen Fragen zu versprechen und ihn dann mit aller Andacht und Behutsamkeit über ausgewählt elegante und leicht zu erfassende Pfade auf die Auflösung des Abenteuers zuzulenken.
Kein Hexenwerk also!
Deshalb: Schaut euch die Art und Weise der Formulierungen in den vielgelesenen Langzeit-Bestsellern an. Sucht nach Passagen, die der euren in etwa entsprechen. Schaut, wie die anerkannten Autoren euch als Leser »genau dahin« führen, wo ihr die Auflösung der Spannung erfahren werdet.
Schaut euch ganz genau an, wie die meistverkauften Autoren euch durch die Täler langwieriger Landschaftsbeschreibungen führen, ohne dass sie die Spannung abreißen lassen. Schaut mit welcher Eleganz sie euch durch Action-Szenen führen, ohne dass ihr euch von irgendeiner überzogenen Formulierung abgestoßen fühlt.
»Das« ist die wahre Kunst des Schreibens. »Das« ist das wichtigste Handwerkzeug eines dauerhaft erfolgreichen Schriftstellers.
Denn wenn das Thema stimmt, und wenn ihr in der Lage seid, ähnlich elegante Formulierungen zu verwenden wie die Alten Meister, dann liegt es allein nur am Werbebudget des Verlages eurer Wahl, um euch in die Top-Ten der Charts zu katapultieren.
Punkt!
Ich hoffe, ein wenig Licht in die Sache gebracht zu haben, und ich freue mich, wenn ich euch damit helfen konnte.
Meldet euch wieder bei mir, wenn ihr »noch mehr« wissen wollt.
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Mein Name ist Dieter König.
Als Unterstützer der kompetenzorientierten Sarturia®-Literatur-Akademie und als Ehrenmitglied des gemeinnützigen »Förderverein Sarturia Autorenschule e.V.« engagiere ich mich gänzlich uneigennützig für die »Förderung von Kunst und Kultur in deutschsprachigen Ländern«. Im Hauptberuf unterstütze ich seit langen Jahrzehnten erfahrene Top-Autoren und Millionen-Seller. In diesem Sinne zeichne ich als Redakteur, Ghostwriter und Lektor verantwortlich dafür, dass meine Auftraggeber ihre hochgesteckten Ziele erreichen und möglichst sogar noch übertreffen.