06/07/2023
Heute erinnern wir uns an einen traurigen Tag - den 6. Juli 1942. Heute vor 81 Jahren gingen Anne Frank und ihre Familie, um der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, für zwei Jahre und einen Monat in ein Versteck im Hinterhaus der Firma ihres Vaters. Dieser Tag markierte den Beginn einer schmerzhaften Reise, die für Anne und ihre Familie in einem schrecklichen Verlust endete.
Wir erinnern an die Ausgrenzung und Diskriminierung, die dazu führte, dass Familie Frank zunächst aus Deutschland fliehen musste. In ihrem Versteck im Hinterhaus lebten sie in ständiger Angst vor Entdeckung, ihre Freiheit war ihnen genommen. Anne wurde ihrer Jugend beraubt, und anstatt ihre Träume zu verwirklichen, musste sie in der Dunkelheit und Stille des Verstecks ausharren.
In dieser Zeit schrieb Anne ihr Tagebuch. Es war ihre Zuflucht, ihr Ventil, um ihre Gedanken, Ängste und Hoffnungen niederzuschreiben. Anne war eine talentierte Schriftstellerin, doch ihre Zukunft wurde ihr durch die Nationalsozialisten genommen. Am Ende wurden Anne und ihre gesamte Familie bis auf ihren Vater Otto Frank ermordet, nur Annes zeitloses Tagebuch überlebte.
Es ist von größter Bedeutung, dass wir uns bewusst machen, dass die Ungerechtigkeit, die Anne Frank widerfahren ist, keine isolierte Geschichte ist. Sie ist ein schmerzhafter Teil einer größeren Realität, die auch heute noch existiert. Auch heute existiert Antisemitismus immer noch, auch heute verbreiten Menschen immer noch Hass.
Alleine in NRW wurden 2022 insgesamt 264 antisemitische Vorfälle registriert, d.h. im Durchschnitt fünf dokumentierte Fälle pro Woche. Der AfD Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich aus Dortmund bezeichnet sich selbst als "freundliches Gesicht" des Nationalsozialismus. Auf der Magdeburger AfD Kundgebung zeigen Teilnehmer sooffen wie schamlos den Hitlergruß.
Wir müssen uns fragen, wann und warum Hass gegenüber Minderheiten eingesetzt werden. Wir müssen uns gegen diese Formen der Diskriminierung erheben und für Gleichberechtigung und Mitgefühl eintreten.
Anne Frank und ihre Geschichte sollen uns als Mahnung dienen, dass wir in der Gegenwart handeln müssen. Annes Worte sollten uns inspirieren, für eine Welt einzustehen, in der jede Person unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Identität frei und sicher leben kann.