30/09/2025
Ein Verlag nutzt trotz meiner Warnung irreführende KI-Bilder und gefährdet dadurch meine Reputation - und dennoch mache ich dem Verlag keinen Vorwurf? Wie kann das sein?
Kurz zur Vorgeschichte:
Das Buch „Hut ab!“ wurde trotz meiner kritischen Rückmeldung mit KI-Bildern veröffentlicht, was vielen - wie ich finde zu Recht - negativ aufgefallen ist. In meinem letzten Post habe ich dazu Stellung genommen und auch geschrieben, dass ich dem Verlag keinen Vorwurf mache. Mittlerweile wurde ich dafür kritisiert.
Ist es nicht gefährlich, dass KI-Bilder Pilze irreführend darstellen? Doch, ich finde schon. Bin ich nicht wütend, dass meine bisher gute Reputation dadurch möglicherweise nachhaltig geschädigt wurde? Doch, verdammt wütend sogar! Fordere ich keine Klarstellung seitens des Verlags? Doch, natürlich tue ich das.
Aber ich glaube auch an eine gesunde Fehlerkultur. Dazu gehört, dass man im Falle eines Fehlers nicht mit Vorwürfen reagiert, sondern konstruktiv und lösungsorientiert. Die KI-Bilder wurden abgedruckt, die Bücher verkauft. Der Reputationsschaden ist mutmaßlich eingetreten. Das kann ich nicht mehr ändern. Mir ist aber wichtig, dass Fehler korrigiert und daraus gelernt wird, sodass sie nicht wiederholt werden. Der Verlag scheint, auf eure und meine Rückmeldung hin, Konsequenzen gezogen und das Buch aus dem Verkauf genommen zu haben. Nun gilt es, aus dem Fehler zu lernen. Das erreicht man nicht, indem man Schuldige sucht. Das verhindert nur, dass offen über die eigene Rolle bei der Fehlerentstehung gesprochen wird.
Mich besorgt ein aktueller Trend: Auf Fehler folgt kaum noch eine konstruktive Diskussion, sondern Empörung. Jeder Fehler führt sofort zur Unterstellung von Inkompetenz oder bösem Willen. Im Vordergrund steht oft die Lust an der negativen Emotion und die Selbstaufwertung durch Empörung. Ich würde mir wünschen, dass der Fokus wieder stärker darauf liegt, aus Fehlern zu lernen. Deshalb mache ich dem Verlag keinen Vorwurf.
Ich hoffe, dass ich zu diesem Thema nun kein weiteres Posting mehr verfassen muss. Der Fokus soll wieder auf Pilzen & Pflanzen liegen - und in Zukunft auch auf toxikologische & pharmakologische Themen.