Pilzschule Dennis Regul

Pilzschule Dennis Regul

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Pilz- & Kräuterschule in Ulm

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🍄Pilze & Pflanzen🌿

Photos from Dennis Regul's post 09/11/2025

Ein kleiner invasiver „Giftzwerg“: Die hingestreckte Wolfsmilch, Euphorbia prostrata. Die Art stammt eigentlich aus Nordamerika, ist aber mittlerweile auch in Deutschland weit verbreitet. Sie wächst häufig auf gepflasterten Wegen in Städten. Wie alle Wolfsmilch-Arten ist sie giftig. Der weiße Milchsaft enthält stark reizende bis ätzende Stoffe. Dieser kann bei Hautkontakt zu Hautreizungen, bei Verzehr zu Magen-Darm-Beschwerden und bei Kontakt mit den Augen zu starken Augenreizungen und ggf. zu bleibenden Augenschäden führen.


09/11/2025

Seit diesem Herbst ist es endlich so weit: Meine Probezeit ist vorbei, und ich bin nun offiziell Prüfer für Pilzsachverständige der DGfM. Passend dazu scheint die Nachfrage nach Prüfungsterminen stetig anzusteigen - eine erfreuliche Entwicklung. Noch vor einigen Jahren schien es, als würde die Mykologenszene zunehmend vergreisen. Inzwischen habe ich aber den Eindruck, dass sich immer mehr junge Menschen für Pilze begeistern und sich auch vorstellen können, selbst einmal PSV zu werden. Das freut mich sehr, denn Pilzsachverständige erfüllen eine wichtige Aufgabe: Durch Pilzberatungen und Exkursionen tragen sie wesentlich dazu bei, Pilzvergiftungen zu verhindern.

02/11/2025

Ein Speisepilz - und sein tödlich giftiger Doppelgänger. Wer hätte ihn erkannt?

Neben den essbaren (aber aufgrund des Arsengehalts umstrittenen) Violetten Lackpilzen (Laccaria amethystina) sind auch noch Violette Risspilze (Inocybe lilacina) zu sehen. Anders als die Lackpilze riechen diese aber spermatisch - bei Pilzen nie ein gutes Zeichen. Zusätzlich könnte einem auch der Buckel, der Schleier als Teilhülle sowie die bräunlichen Lamellen bei den Risspilzen auffallen. Ein gutes Beispiel dafür, dass man beim Pilzesammeln jeden Pilz einzeln anschauen sollte.

30/09/2025

Nach dem etwas ungewohnten Intermezzo und der langen Pause: Ein Fliegenpilz, Amanita muscaria. Weiterhin der vermutlich schönste Giftpilz in unseren Wäldern! Er enthält Muscimol und Ibotensäure (Vorstufe von Muscimol), vermutlich aber auch noch weitere Inhaltsstoffe, die Einfluss auf die Wirkung haben. Eine Vergiftung ist hauptsächlich durch Bewusstseinsstörungen geprägt – Verwirrung und Eintrübung bis zum Koma sind typisch. Er wird aktuell im Internet häufig als vermeintlicher Heilpilz beworben – dabei sollte man allerdings beachten, dass es mittlerweile auch einen bestätigten Todesfall durch den Fliegenpilz gab. So schön, wie er im Wald ausschaut, sollte er ohnehin besser im Wald gelassen werden.

30/09/2025

Ein Verlag nutzt trotz meiner Warnung irreführende KI-Bilder und gefährdet dadurch meine Reputation - und dennoch mache ich dem Verlag keinen Vorwurf? Wie kann das sein?

Kurz zur Vorgeschichte:
Das Buch „Hut ab!“ wurde trotz meiner kritischen Rückmeldung mit KI-Bildern veröffentlicht, was vielen - wie ich finde zu Recht - negativ aufgefallen ist. In meinem letzten Post habe ich dazu Stellung genommen und auch geschrieben, dass ich dem Verlag keinen Vorwurf mache. Mittlerweile wurde ich dafür kritisiert.

Ist es nicht gefährlich, dass KI-Bilder Pilze irreführend darstellen? Doch, ich finde schon. Bin ich nicht wütend, dass meine bisher gute Reputation dadurch möglicherweise nachhaltig geschädigt wurde? Doch, verdammt wütend sogar! Fordere ich keine Klarstellung seitens des Verlags? Doch, natürlich tue ich das.

Aber ich glaube auch an eine gesunde Fehlerkultur. Dazu gehört, dass man im Falle eines Fehlers nicht mit Vorwürfen reagiert, sondern konstruktiv und lösungsorientiert. Die KI-Bilder wurden abgedruckt, die Bücher verkauft. Der Reputationsschaden ist mutmaßlich eingetreten. Das kann ich nicht mehr ändern. Mir ist aber wichtig, dass Fehler korrigiert und daraus gelernt wird, sodass sie nicht wiederholt werden. Der Verlag scheint, auf eure und meine Rückmeldung hin, Konsequenzen gezogen und das Buch aus dem Verkauf genommen zu haben. Nun gilt es, aus dem Fehler zu lernen. Das erreicht man nicht, indem man Schuldige sucht. Das verhindert nur, dass offen über die eigene Rolle bei der Fehlerentstehung gesprochen wird.

Mich besorgt ein aktueller Trend: Auf Fehler folgt kaum noch eine konstruktive Diskussion, sondern Empörung. Jeder Fehler führt sofort zur Unterstellung von Inkompetenz oder bösem Willen. Im Vordergrund steht oft die Lust an der negativen Emotion und die Selbstaufwertung durch Empörung. Ich würde mir wünschen, dass der Fokus wieder stärker darauf liegt, aus Fehlern zu lernen. Deshalb mache ich dem Verlag keinen Vorwurf.

Ich hoffe, dass ich zu diesem Thema nun kein weiteres Posting mehr verfassen muss. Der Fokus soll wieder auf Pilzen & Pflanzen liegen - und in Zukunft auch auf toxikologische & pharmakologische Themen.

29/09/2025

Wir müssen reden. Über potentiell gefährliche, KI-generierte Pilzbilder.
Der Anlass? KI-Bilder in einem Pilzbuch, an dem ich beteiligt war. Wie konnte es dazu kommen?

Es geht um das Buch „Hut ab! Das Pilz Kochbuch“. Ich war daran beteiligt, habe Inhalte kontrolliert und Rückmeldungen zu Fehlern gegeben. Dafür habe ich kein Honorar erhalten, allerdings fünf Buchexemplare. Im Verlauf der Zusammenarbeit stieß ich auf KI-generierte Bilder und gab die Rückmeldung, dass diese gänzlich ungeeignet seien. Leider musste ich inzwischen feststellen, dass sie dennoch verwendet wurden.

Ich halte die eingesetzten KI-Bilder für gefährlich. Daher möchte hier darauf hinweisen. Gerade Anfänger könnten dadurch dazu verleitet werden, die falschen Pilze zu sammeln. Erschwerend kommt hinzu, dass die abgebildeten Pilze häufig Merkmale ihrer gefährlich giftigen Doppelgänger zeigen (z. B. Champignons mit weißen Lamellen, Täublinge mit Manschetten usw.).

Dem Verlag möchte ich keinen Vorwurf machen. Zumal er auf die Kritik zu reagieren scheint. Vermutlich hatte jemand schlicht gedacht, die Verwendung von KI-Pilzbildern sei eine gute und harmlose Idee. Dennoch bzw. gerade deswegen möchte ich aber allgemein dazu appellieren, KI kritischer anzusehen. Denn KI macht Fehler. Und gerade im Pilz-Kontext können diese lebensbedrohlich sein.

Übrigens: Das Bild hier zeigt das, was ChatGPT-5 für Stockschwämmchen hält. Ich denke, das verdeutlicht sehr gut, warum KI-Bilder ein Problem sind. Sie wirken beeindruckend - aber nur oberflächlich. Ein pilzkundliches Verständnis steckt nicht dahinter.

Photos from Dennis Regul's post 23/04/2024

Morchel oder Lorchel? Die Frage taucht immer mal wieder auf. Hier sieht man die verschiedenen Morchelarten (Speisemorchel Artengruppe, Spitzmorchel & Käppchenmorchel) und die Giftlorchel.
Wer Morcheln sammelt sollte die Giftlorchel kennen. Denn die Giftlorchel ist einerseits, abhängig von den eigenen Genen, mehr oder weniger lebergiftig (mit nicht selten tödlichem Ausgang), andererseits aber auch giftig fürs zentrale Nervensystem, da es ein Vitamin B6 Mangel und resultierende Krampfanfälle verursacht. Und weil das noch nicht ausreicht ist sie außerdem vermutlich krebserregend und löst möglicherweise ALS aus. Verrückt, dass sie mancherorts, wenn auch mit sorgfältiger Zubereitung, dennoch gegessen wird...

23/04/2024

Der Persische Ehrenpreis, Veronica persica. Hinter dieser kleinen blauen Blüte verbirgt sich eine ganz erstaunliche Geschichte: Eigentlich sollte er hier gar nicht vorkommen, gleichzeitig ist er mittlerweile eine der häufigsten Ehrenpreisarten. Vor rund 200 Jahren ist er aus botanischen Gärten (angeblich Karlsruhe) ausgebüxt und hat sich seitdem enorm verbreitet. Ein sehr erfolgreicher Neophyt also. Natürlich kann man drüber streiten, ob man ihn nach so langer Zeit und so erfolgreicher Verbreitung nicht einfach als heimisch bezeichnen sollte.
Übrigens ist der Persische Ehrenpreis wie die anderen Ehrenpreisarten essbar und hat ein recht herben Geschmack.


Photos from Dennis Regul's post 10/04/2024

Wer sich schonmal gefragt hat, wie Baby-Spitzmorcheln aussehen, findet hier in den Bildern eine Antwort. Wenn ein neuer Pilz entsteht verdichtet und organisiert sich das Myzel (=Pilzgewebe) zunächst zu einem sog. Primordium. Bei späten Primordien ist bereits alles vorhanden, was zum Pilz gehört (Bild 1). Anschließend beginnt das Größenwachstum (Bild 2-4).

10/04/2024

Der Spitzwegerich, Plantago lanceolata. Aktuell ist eine gute Zeit, um die Blütenknospen einmal zu probieren: Sie schmecken erstaunlich champignonartig!

Spitzwegerich findet sich sehr häufig (aber nicht nur) an Wegrändern. Die Pflanze ist recht robust, sodass sie es auch verkraftet, wenn hin und wieder auf die Pflanze getreten wird. Die Pflanze scheint sogar davon zu profitieren: Die Samen werden unter anderem an Schuhsohlen klebend verbreitet. Sowohl der deutsche Name (Wegerich -> Weg) aus auch der wissenschaftliche Name (Plantago -> Planta -> Fußsohle) nehmen darauf Bezug.

Spitzwegerich wird von vielen zudem nicht nur als essbare Wildpflanze genutzt, sondern auch als Heilpflanze. Ich selber bin allerdings eher zurückhaltend mit der Empfehlung zur Verwendung als Heilpflanze, nicht nur beim Spitzwegerich. Schließlich bilden für mich sonst klinische Studien die Grundlage zur Einschätzung, ob etwas wirksam und verträglich ist. Leider gibt es zum Spitzwegerich und zu vielen Heilpflanzen kaum oder keine klinischen Untersuchungen.
Was denkt ihr darüber?

Photos from Dennis Regul's post 02/04/2024

Der Gemeine Anemonenbecherling, Dumontinia tuberosa. Dieser kleine und unscheinbare braune Becherling ist zur Zeit immer mal wieder bei Buschwindröschen (s. letzter Post) zu finden. Das hat einen Grund, denn dieser Pilz parasitiert verschiedene Windröschen.
Dieser Becherling weißt eine Besonderheit auf: er wächst aus einem Sklerotium. Auf dem letzten Bild ist das gut zu sehen. Eine Sklerotium ist eine Knolle aus Pilzgewebe und dienst als Energiereserve.
Der Anemonenbecherling gilt als ungenießbar. Allerdings frage ich mich, ob ihn tatsächlich schonmal jemand probiert hat. Allzu groß ist er ja nicht.

Photos from Dennis Regul's post 22/03/2024

Das Buschwindröschen, Anemonoides nemorosa. Aktuell eine im Wald recht häufig zu sehende Pflanze. Das Buschwindröschen ist giftig, da es Ranunculin enthält. Dabei stellt sich die Pflanze ziemlich clever an: Das Ranunculin selber ist nämlich gar nicht giftig. Es wird erst bei Bedarf "scharf" gemacht: Die Pflanze besitzt dafür ein Enzym, welches das Ranunculin spaltet, sodass unter anderem das giftige Protoanemonin entsteht. Dieses führt beim Menschen vor allem zum Schleimhautreizungen und Magen-Darm-Beschwerden. Schwerere Vergiftungen sind eher nicht zu erwarten, da Menschen meist nur kleine Mengen verzehren (anders ggf. bei Nutztieren!). Das Protoanemonin selber ist übrigens instabil, spätestens beim Trocknen der Pflanze wird daraus das ungiftige Anemonin, indem sich zwei Protoanemoninmoleküle verbinden ("dimerisieren").

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