Dr. Tanja Bernsau

Dr. Tanja Bernsau Was vom Leben übrig bleibt, sind Bilder und Geschichten. (Kunst-)Historische Beratung und Vermittlung

Darf eine Frau im Jahr 1873 eigentlich allein ein Hotelzimmer buchen? 🧳🛎️Du schreibst an deinem historischen Roman. Dein...
21/09/2026

Darf eine Frau im Jahr 1873 eigentlich allein ein Hotelzimmer buchen? 🧳🛎️

Du schreibst an deinem historischen Roman. Deine Protagonistin kommt nach einer langen Reise abends erschöpft in Berlin an. Sie geht zum Tresen der noblen Herberge, verlangt einen Schlüssel – und die Szene nimmt ihren Lauf.

Ein wunderbarer Plot-Point. Aber hält er auch einer historischen Spurensuche stand?

Als Historikerin und Verlegerin erlebe ich es in Manuskripten ständig: Es sind nicht die großen Jahreszahlen der Weltgeschichte, über die Autoren stolpern. Es sind die kleinen, scheinbar banalen Alltagsdetails des 19. oder frühen 20. Jahrhunderts.

Die Reisezeiten zwischen zwei Städten.

Die Frage, wie eine Dienstmagd wirklich mit ihrer Herrin sprach.

Oder eben die rechtlichen und sozialen Schranken einer allein reisenden Frau.

Wenn sich hier ein Logikfehler einschleicht, kippt die ganze Szene. Schlimmer noch: Er reißt deine Leser mitten aus der mühsam aufgebauten Atmosphäre und sorgt für bittere Rezensionen.

Weil ich genau diese historischen Detektivgeschichten liebe, kam mir eine Idee:

Ich überlege, in der Woche ab dem 19. Oktober einen interaktiven, 90-minütigen Live-Workshop zu geben:
🎬 Tatort Manuskript: Auf Spurensuche nach den 5 größten Recherchefallen für historische Romane.

Keine verstaubte Theorie, sondern echter Praxis-Check für dein Buch. Wir decken die 5 fiesesten Fallen auf (inklusive der Hotelzimmer-Auflösung!), und du bekommst eine glasklare Checkliste für deinen Schreibtisch.

Da es ein Beta-Test ist, liegt das Ticket bei schmalen 29 €.

Jetzt meine Frage an meine Autoren-Community hier:
Hättest du Lust, dein Manuskript für 29 € absolut plott-sicher zu machen?

Schreib mir einfach ein kurzes „Ja, ich will Spuren suchen!“ oder ein Emoji in die Kommentare. Wenn sich bis Ende der Woche genug Interessenten melden, ziehe ich das Event durch und schicke dir die Einladung. Wenn nicht, bleibt die Idee erst mal in meiner Schublade. 🤫

Ich bin gespannt auf dein Feedback! 👇

Ich wurde in letzter Zeit oft gefragt, wie ich als Historikerin eigentlich historische Plausibilität in Texten prüfe – u...
15/09/2026

Ich wurde in letzter Zeit oft gefragt, wie ich als Historikerin eigentlich historische Plausibilität in Texten prüfe – und wo die feinen Unterschiede zwischen „schnell gegoogelt“ und „historisch wasserdicht“ liegen.

Daher kam mir ein Gedanke, den ich heute einfach mal ganz ungefiltert mit euch teilen möchte:

Ich überlege, einen knackigen, 90-minütigen Live-Workshop zu machen:

🎬 Tatort Manuskript: Auf Spurensuche nach den 5 größten Recherchefallen für historische Romane.

Keine verstaubte Theorie, kein Uni-Vortrag. Stattdessen gehen wir auf die Jagd nach den fiesesten Alltagspatzer (Reisezeiten, Begriffe, gesellschaftliche Tabus), die einen mühsam geplanten Plot im Nu kippen lassen können. Dazu gibt es eine handfeste Checkliste für deinen Schreibtisch.

Weil ich die Idee erst mal testen möchte, mache ich ein Experiment:

Das Ticket wird bei einem schmalen Einführungs-Preis von 29 € liegen. Und ich ziehe den Workshop im Oktober durch, wenn sich bis zum 25. September mindestens 5 Leute finden, die Lust darauf haben.

Wenn sich 5 Leute melden, steht der Deal. Wenn nicht, wandert die Idee wieder zurück in meine Ideen-Schublade. (Da ist sie in guter Gesellschaft🤫)

Wer hat Lust auf einen Deep Dive für sein Buchprojekt?

Schreib mir einfach kurz „Ich bin dabei!“ in die Kommentare oder schick mir eine PN. Wenn wir die 5 knacken, schicke ich dir alle Infos zum Termin! 👇

Die Geschichte deines Lebens aufschreiben.... aber wie denn eigentlich?
26/08/2026

Die Geschichte deines Lebens aufschreiben.... aber wie denn eigentlich?

Die Geschichte meines Lebens aufschreiben, das kann vieles bedeuten. Und es macht einen erheblichen Unterschied, welches Format man wählt — für den Schreibprozess, für den Umfang und vor allem für die Frage, wer das am Ende lesen soll.

Ein Abend im Weingut. Ein Dokumentarfilm. Und eine Frage, die mich seitdem nicht loslässt.Dafen, China. Eine Stadt in de...
22/08/2026

Ein Abend im Weingut. Ein Dokumentarfilm. Und eine Frage, die mich seitdem nicht loslässt.

Dafen, China. Eine Stadt in der tausende Maler Tag und Nacht die Meisterwerke der Kunstgeschichte kopieren. Van Gogh für 45 Euro. Monets Seerosen für 120. Das Lächeln der Mona Lisa auf Bestellung.

Ich durfte kurz vor der Filmvorführung mit Alfred Engler vom Essenheimer Kunstverein e.V. und mit dem Publikum über Originale, Kopien und Fälschungen sprechen. Und über eine Frage, die mich schon seit meiner Magisterarbeit beschäftigt:

Was macht den Wert eines Kunstwerks eigentlich aus?

Der "Mann mit dem Goldhelm" in der Berliner Gemäldegalerie galt jahrzehntelang als Inbegriff von Rembrandt. Bis das Rembrandt Research Project feststellte: kein Rembrandt. Kein einziger Pinselstrich hatte sich verändert. Aber der Name fehlte — und der Wert brach ein.

Und dann ist da noch Walter Benjamin, der 1935 über die Aura des Originals schrieb — und dessen Essay die Kopisten in Dafen überlebensgroß abgemalt haben. Ob jemand den Witz dabei beabsichtigt hat, weiß ich nicht. Schöner hätte man ihn nicht inszenieren können.

Meinen ganzen Gedankengang habe ich im aktuellen Blogbeitrag aufgeschrieben — mit etwas mehr Tiefgang als hier.

https://www.historica-cultural-services.com/post/original-kopie-f%C3%A4lschung

Als ich erfahren habe, dass ich im Wiesbadener Kulturbeirat die Sparte "Kulturelles Erbe, Brauchtum und Stadtgeschichte"...
22/08/2026

Als ich erfahren habe, dass ich im Wiesbadener Kulturbeirat die Sparte "Kulturelles Erbe, Brauchtum und Stadtgeschichte" vertreten darf, habe ich mich gefreut. Es ist ein Themenfeld das sehr nah an meiner eigenen Arbeit liegt — die Frage, wie Vergangenheit sichtbar bleibt und welche Geschichten eine Stadt über sich selbst erzählt.

Und dann war da dieses eine Wort.

Brauchtum.

Darüber bin ich gestolpert. Denn mir ist sehr wohl bewusst, dass dieser Begriff heute eine Reaktion auslöst, noch bevor man ihn zu Ende gedacht hat.

-- Weiterlesen:

Am 19. September bin ich zum ersten Mal als Ausstellerin auf einer Buchmesse. Die Kapitel Taunus in Hofheim am Taunus — ...
18/08/2026

Am 19. September bin ich zum ersten Mal als Ausstellerin auf einer Buchmesse. Die Kapitel Taunus in Hofheim am Taunus — eine neue, lokale Messe, die genau das verspricht was ich mir von einem solchen Format erhoffe: überschaubar, persönlich, mit echtem Gespräch statt Massengetümmel.

Sehen wir uns da?

Am 19. September bin ich zum ersten Mal als Ausstellerin auf einer Buchmesse. Die Kapitel Taunus in Hofheim am Taunus — eine neue, lokale Messe, die genau das verspricht was ich mir von einem solchen Format erhoffe: überschaubar, persönlich, mit echtem Gespräch statt Massengetümmel.

Ausnahmsweise wünsche ich mir mal keinen Regen, denn diese Veranstaltung ist Open Air! Ich freu mich darauf, mit den Gäs...
17/08/2026

Ausnahmsweise wünsche ich mir mal keinen Regen, denn diese Veranstaltung ist Open Air! Ich freu mich darauf, mit den Gästen über Original und Fälschung von Kunst zu diskutieren.

Je länger man sich mit Kunstgeschichte beschäftigt, desto deutlicher wird: Unsere Vorstellung davon, was ein Original ist, hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert.

Es gibt einen Moment beim Schreiben eines historischen Romans, den fast jeder kennt: Man tippt einen Satz, liest ihn noc...
15/08/2026

Es gibt einen Moment beim Schreiben eines historischen Romans, den fast jeder kennt: Man tippt einen Satz, liest ihn noch einmal — und denkt: War das eigentlich schon so?

Manchmal ist es eine Kleinigkeit. Ein Wort das zu modern klingt. Eine Technologie die vielleicht noch nicht existierte. Ein gesellschaftlicher Umstand der so nicht stimmte.

Und manchmal ist es kein kleines Detail, sondern ein strukturelles Problem: Die ganze Szene funktioniert nur, wenn etwas möglich war — das zu dieser Zeit schlicht noch nicht möglich war.

Als Historikerin mache ich genau das: historische Faktenchecks für Romane, Drehbücher und andere fiktionale Formate. Nicht um Autoren zu korrigieren, sondern um ihnen den Rücken freizuhalten.

Warum das so wichtig ist:

Leser eines Romans, die eine Epoche kennen, merken Fehler sofort. Und sie vergeben sie selten. Ein anachronistischer Begriff, ein Gegenstand der noch nicht erfunden war, eine gesellschaftliche Konvention die so nicht existierte — das reißt aus der Geschichte heraus.

Ein Bild hängt in der Hamburger Kunsthalle. Es zeigt einen blonden Knaben im weißen Gewand — Jesus als Kind, umgeben von...
07/07/2026

Ein Bild hängt in der Hamburger Kunsthalle. Es zeigt einen blonden Knaben im weißen Gewand — Jesus als Kind, umgeben von Gelehrten. Ein harmloses Motiv. Und doch löste genau dieses Bild 1879 einen Skandal aus, der bis in den bayerischen Landtag hallte.

Der Grund liegt unter der Farbe.

Max Liebermann — einer der bedeutendsten deutschen Maler des späten 19. Jahrhunderts, Mitbegründer der Berliner Secession, Berliner Jude — hatte seinen Jesusknaben ursprünglich ganz anders gemalt. Dunkelhaarig, barfüßig, gestikulierend. Ein jüdischer Knabe, so wie er ihn kannte. Der Aufschrei war enorm. Liebermann übermalte das Gesicht. Was heute hängt, ist seine zweite Version.

In dieser Folge erzähle ich, was unter der Farbe liegt — und was es bedeutet, wenn ein Künstler sein eigenes Werk auslöscht, damit die Menschen endlich das Bild sehen und nicht mehr den Juden hinter dem Bild.

https://www.historica-cultural-services.com/post/max-liebermann-jesusknabe

Los geht's mit Kultur :-)Naja, Kultur hammer schon. Es geht los mit Kulturbeirat. Denn ihr habt mich gewählt - tausend D...
30/06/2026

Los geht's mit Kultur :-)

Naja, Kultur hammer schon. Es geht los mit Kulturbeirat. Denn ihr habt mich gewählt - tausend Dank an alle teilnehmenden Wiesbadener für euer Vertrauen!
Die Wahlperiode startet am 01.09.2026 und ich hab große Vorfreude, meine Kollegen Kulturbeiräte aus den unterschiedlichen Kultursparten kennenzulernen und gemeinsam mit ihnen die Kulturlandschaft Wiesbaden mitzugestalten.

Falls du neugierig bist, was ein Kulturbeirat überhaupt macht, findest du alle Infos hier: www.kulturbeirat-Wiesbaden.de

Auf weitere spannende Kulturprojekte in !

Adresse

Breithardter Weg 34
Wiesbaden
65232

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