02/07/2026
Deutschland ist raus bei der Fußball-WM. Viele Fans sind enttäuscht. Die Spieler auch. Deniz Undav postete nach der Niederlage gegen Paraguay kurz und knapp: „Wir haben Deutschland enttäuscht. Das sitzt. Mehr gibt es gerade nicht zu sagen. Danke für diese Chance.“
SWR3 Redakteurin Kira Urschinger hat dieser Text dazu bewegt, ihre Meinung mit euch dazu diskutieren zu wollen:
📍„Ich bin hier ganz sicher nicht die krasse Fußball-Expertin. Aber da gibts vielleicht auch gar keinen Bedarf – es sind wohl gerade genug Bundestrainer in Deutschland am Start. Klar, es wäre schön gewesen, wenn die DFB-Elf noch weitergekommen wäre und uns mit einer Top-Leistung, Kampfgeist und Teamspirit durch die Sommertage getragen hätte. War jetzt nicht so. Und da darf man Fragen stellen und gucken, wo Fehler gemacht wurden.
Was ich mir aber wünschen würde, wenn der Schmerz ein bisschen nachgelassen hat: Eine Fehlerkultur, die einbezieht, dass Fußballer allen Indizien nach auch noch Menschen sind. Und dass es niemandem was bringt, persönlich, verletzend oder sogar rassistisch herabwürdigend auf einzelne Leute einzudreschen, wie vor allem nach dem Fehlschuss auf Jonathan Tah geschehen. Ja, die verdienen echt alle viel. Aber das Nationaltrikot hat auch ein Gewicht, das schwer auf den Schultern lasten kann.
Als ich den Post von Deniz Undav gelesen habe, habe ich dieses Gewicht deutlich gespürt. Er habe Deutschland enttäuscht, schreibt er. Uff. Ein ganzes Land, jeden Einzelnen? Also auch mich?
Mir wird da bewusst, dass die Verantwortung der Spieler weit über die persönliche und sportliche Leistung hinausgeht. Aber ich möchte Deniz Undav sofort widersprechen. Denn ich sehe nicht, dass er ganz Deutschland enttäuscht hat. Mich jedenfalls nicht. Ich würde ihm gern sagen: ‚An dir hat es nicht gelegen und schon gar nicht an dir allein! Du hast uns doch bei dieser WM überhaupt erst so weit gebracht, wir waren alle für ein paar Spiele im Undav-Fieber. Das ist doch jetzt nicht alles weg!‘
Denn zumindest für mich zählt am Ende nicht nur das Ergebnis, wenn jemand gekämpft hat und alles gegeben, was möglich war. Und das habe ich bei Deniz Undav gesehen. Die nächste EM ist in zwei Jahren.“ 📍