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Meinem Vortrag "Die Einheit Italiens und ihre Folgen" geht der Satz vom habsburgischen Außenminister Clemens von Mettern...
25/09/2024

Meinem Vortrag "Die Einheit Italiens und ihre Folgen" geht der Satz vom habsburgischen Außenminister Clemens von Metternich voran, den er in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts schrieb:

„Italien ist ein geographischer Begriff“, "nur ein Stiefel auf der Landkarte",

und mein (Bilder-)Vortrag endet mit der Aussage:

L'Italia non esiste !

Das klingt abenteuerlich. Jedenfalls: seit 57 Jahren lebe ich in Deutschland und alles, was ich als Mensch mit Migrationshintergrund über Italien zu wissen glaubte, hat sich als falsch erwiesen.

Ich dachte "Spaghetti Carbonara" sei eine italienische Erfindung. Ich dachte Süditalien wäre mafiös und voller Armut. Ich dachte.....

Ja, ich dachte vieles, dass die Indianer böse waren, und die Cowboys die Guten, so erzählten es die unzähligen industriell produzierten Western Filme und mancherorts will heute immer noch Politik, Wirtschaft und Bildung dieses verdrehte Storytelling uns glauben lassen.

Die Realität allerdings ist eine andere. "Italienische Orangen" werden weiterhin nicht über die großen Distributoren verkauft sondern "privat" auf den Gehwegen. Süditaliener sind nicht alle von kleiner Statur und kannten lange keinen Prosecco oder Panettone. Und Norditalien (La Padania) war und ist ein Sumpfgebiet. Buchstäblich.

Lass dich auf ein geschichtliches Abenteuer ein und erfahre, dass die Chinesische Mauer das größte Bauwerk der Welt ist, dass jedoch das zweitgrößte Mauerwerk auf der Erdkugel oberhalb Turins liegt. Nicht gewusst?

Sichere dir einen Platz zum Abendseminar in der VHS Schorndorf und erfahre was alles hinter der Vokabel "ITALIA" steckt.


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BAROLO: il re dei vini e il vino dei re BAROLO: Der König der Weine und der Wein der Könige Der   ist weltberühmt - heut...
03/04/2024

BAROLO: il re dei vini e il vino dei re

BAROLO: Der König der Weine und der Wein der Könige

Der ist weltberühmt - heute. Das war nicht immer so.

Nur wenige wissen, dass seine Geschichte untrennbar verbunden ist mit der Geschichte des neu gegründeten bzw. erdachten Italiens im Jahre 1861.

Zwei und ein haben zum Erfolg des Weines und dem Schicksal Italiens ihren Beitrag geleistet.

Der Mann:

Der Turiner von Cavour - ein frankophiler piemontesischer Adliger im Dienste der Herzöge von Savoyen, die seit 1720 auch Könige von Sardinien waren, war nicht nur in Grinzane Cavour (Piemont), sondern auch der erste französisch sprechende des neu erschaffenen Italiens 1861 mit Hauptstadt Turin. Die ersten Parlamentsitzungen Italiens wurden in französischer Sprache abgehalten.

Die Familie von von Cavour lebte inmitten der Territorien der . Weinorte wie La Morra, Serralunga und Monforte produzierten bis Ende des 18. Jahrhunderts allerdings Weine, die man zu Recht eine süße Plörre nennen konnte. Das heutige Urlaubs- und Weinparadies war damals eher eine triste und eine bitterarme Gegend. Die reichen Territorien im Süden des Stiefels annektierte man erfolgreich mit Hilfe des blutgieren Söldners im Zuge der Bildung der Unità d’Italia.

Die Winzer bzw. Bauern des Piemonts konnten mit den Fähigkeiten und Leistungen der französischen Konkurrenten nicht mithalten.

Die Franzosen waren einfach besser. Nicht nur in den Techniken des Kelterns. Sie erfanden den Korkverschluss und füllten schon damals in die heutigen bekannten 0,75 Liter Flaschen ab. Auf dem Stiefel benutzte man noch untransportierbare Korbflaschen.

Bei “Königs” man also “französisch”, “französisch” und sich “französisch”.

Die süße Plörre aus weißen Sorten Malvasia oder Moscato bianco beglückte die frankophilen Piemonteser selbst aber nicht die Kunden weltweit. Süßen Nebbiolo wollte damals außerhalb des Piemonts kein Mensch trinken. Französische Weine waren international das Maß aller Dinge.

von Cavour gilt nicht nur als Architekt des zusammenannektierten Haufens mit dem Namen Italia, sondern er hatte das feste Ziel einen zu Frankreich konkurrenzfähigen Wein auf seinem Weingut im Piemont zu produzieren.

Die Frau numero uno:

Hier kommt nun die erste Frau ins Spiel. Die di Barolo. Geboren 1786 in Frankreich als Julia Vittorina Colbert de Maulevrier wurde sie 1806 mit Carl Tancredi Falletti di Barolo verheiratet. Wohl von ihrem Vater eingefädelt, folgte die Heirat der Tradition, über vernetzte Familienbande im Adel stabile Verhältnisse im weitläufigen Reich zu schaffen.

Die Familie Falletti gehörte zu den sehr wohlhabenden im Piemont, mit ausgedehnten Ländereien um Barolo. Der Vater war Senator in Turin und Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Das Gespann , die zusammen über eine beträchtliche vinifizierte aber bis dato erfolglose Rebfläche verfügten, heuerten mit Hilfe der französischen Beziehungen der Marchesa Giulia Falletti den französischen Kellermeister in den Piemont, um auch hier einen international erfolgreichen Wein zu erzeugen. Der schüttelte, kaum angekommen, den Kopf: «Warum baut Ihr eine so wunderbare Sorte wie den Nebbiolo süß aus?» Und begab sich an die Arbeit.

Innerhalb weniger Jahre war der süße Piemonteser Wein verschwunden und der moderne Nebbiolo zu den besten Weinen Italiens aufgestiegen. Wenig später rollten Gespanne mit 325 Fässern Nebbiolo unter großem Hallo in den prunkvollen Palazzo Reale in Turin. Für jeden Tag des Jahres eines. 40 Tage Fastenzeit berücksichtigt.

Der , der den Namen der di Barolo bekam wurde “il vino del re”, der Wein des Königs. “il re dei vini”, der König der Weine.

Die Frau numero due:

Die zweite Frau, die für die neu erschaffene Kreatur verantwortlich war, war die .

Virginia Ol­do­ini Verasis kam in Florenz am 22. März 1837 als Toch­ter der Marquise Isabella Lamporecchi und des Markgrafs Filippo Oldoini auf die Welt. Schon im Alter von 16 Jahren hatte sie “das Aus­se­hen einer Göttin“. Aufgrund ihrer stadt­be­kann­ten sexuellen Eskapaden beschloss der Familienrat 1854, sie mit dem 12 Jahre älteren Grafen Fran­cesco Verasis di Castiglione zu ver­hei­ra­ten, des Grafen Camillo Benso di Cavour und Adjutant des Königs Viktor Ema­nuel II. von Sardinien-Piemont.

Cavour kann­te die Schwäche für junge hüb­sche Frauen und entsann sich sei­ner Virginia di Castiglione. Sie sollte als Lockvogel den Kaiser „erobern und, wenn nötig, verführen“. „La Cas­ti­glione“ sollte damit Napoleon davon überzeugen, mit der ita­lie­ni­schen Sache zu sympathisieren und Frankreich zusammen mit Italien gegen Österreich zu positionieren. So wurde die Castiglione im Januar 1856 nach Paris als „Botschafterin“ Piemonts gesandt und der Kaiser der Franzosen wurde sogleich von ihrer Schönheit und ihrem Charme überwältigt. Sie führte ihre Aufgabe als „besondere Di­plo­ma­tin“ gezielt und erfolgreich aus.

1858 schlossen Frankreich und Sardinien-Piemont einen Beistandspakt, und als im April 1859 Österreich ein Ultimatum stellte, marschierten Napoleons Ar­meen gemeinsam mit den Piemontesern. Der Krieg, der von den Italienern auch Zwei­ter Unabhängigkeitskrieg genannt wird, wurde 1859 zwischen dem Kaisertum Ös­ter­reich einerseits und Sardinien-Piemont und dem fran­zö­sischen Kaiserreich andererseits geführt. Napoleon III. ließ sich für seine Hilfe die Gebiete Nizza und Savoyen versprechen. Sardinien-Piemont wollte das Königreich Lombardo-Venetien von der österreichischen Herrschaft befreien und sich selbst einverleiben. In der Schlacht bei Solferino erlitten die Österreicher am 24. Juni 1859 eine entscheidende Niederlage.

Zwei Jahre später 1861 wurde das Königreich Ita­lien verkündet, auch dank dem Einfluss, den die Gräfin “La Castiglione” auf Napoleon III. ausgeübt hatte, der sich – so heißt es – neben den S*x-Diensten der “La Castiglione” auch mit dem “neu erzeugten” piemonteser Wein des französischen Kellermeister Louis Oudart bezahlen ließ.

Der erste Barolo wurde unter diesen Namen erst 1844 abgefüllt.

Barolo: “il vino del re”, der Wein des Königs. “il re dei vini”, der König der Weine.

Man stelle sich vor, die von den Piemontesern annektierten spanischen Bourbonen, ihresgleichen über Jahrhunderte hinweg Könige des Reiches beider Sizilien, hätten es zwischen 1800 und 1861 geschafft mit *x, und Österreicher, Franzosen und Engländer auf ihre Seite zu bringen, dann hieße heute die Hauptstadt Italiens Neapel und der König der Weine “Gaglioppo”, der wahre Nebbiolo.

Die Gewinner der Geschichte jedoch waren mit S*x, Wein und Intrigen die frankophilen Piemonteser. Bis heute.






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„Mit den Augen der anderen“ 2024/03 Italien und der Wein, 13. Februar Wer mich kennt weiß, dass ich mich auch mit Wein b...
13/02/2024

„Mit den Augen der anderen“ 2024/03

Italien und der Wein, 13. Februar

Wer mich kennt weiß, dass ich mich auch mit Wein beschäftige. Ich bin jetzt kein Weinexperte im engeren Sinn. Das überlasse ich den Vinologen und den Sommeliers um mich herum. Die können das um Längen besser als ich.

Ich habe mich dem Thema Wein eher linguistisch, geschichtlich genähert. Mich interessieren schon seit jeher die Geschichten hinter jedem einzelnen Wort, hinter jeder einzelnen Vokabel.

Beispielsweise die Geschichte, die mir kürzlich in den Schoß gefallen ist. “Ray Ban” ist jedem als Sonnenbrillenmarke bekannt. Die wenigsten wissen das Ray = Strahlen und Ban = blocken, also Strahlenblocker heißt und die Brille von einem Optiker in Geislingen erfunden wurde. In den 1920ger Jahren wurde es möglich, mit Flugzeugen immer höher zu fliegen. Viele Piloten der US-Armee berichteten, dass ihnen das Blenden der Sonne Kopfschmerzen und Übelkeit bereite. Und so kam die “schwäbische” Ray Ban Brille auf dem US-Markt. Strahlenblocker. Naja, das ist aber eine andere Geschichte.

Ich jedenfalls wollte den Unterschied kennen zwischen “Rinascimento” und “Risorgimento”. Das erstere war die sogenannte “Wiedergeburt” (nascere = geboren). Eine von Italien ausgehende kulturelle Bewegung in Europa. Eine Epoche zwischen dem 14JH und 16 JH im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, geprägt von kultureller Vielfalt und dem Streben nach Wissen. Die sogenannte Renaissance.

Das zweite war die "Auferstehung", (risorgere = auferstehen) und gab der italienischen Einheitsbewegung zwischen 1815 und 1870 ihren Namen. Il risorgimento.

Was hat all das mit Wein zu tun?

Wenn man sich Europa zwischen Renaissance (Wiedergeburt) und Risorgimento (Wiedererwachen) - also zwischen dem 14 Jh und dem 19 JH - anschaut stellt man fest, dass es ein großes Frankreich gab und Kleinstaaterei drum herum. So Pi mal Daumen.

Frankreich wurde “stabil” regiert. Ein großes Plus für die französischen Winzer, die sich voll und ganz ihrem Göttertrank in Qualität und Menge und vor allem dem globalen Verkauf widmen konnten. Alle anderen Länder waren in Scharmützel verstrickt. Kleinkriege wie: “bringen wir mal hier den König um” und “annektieren dort mal ein Territorium”. Ziemlich schlecht für alle Bauern und Winzer. Bei “Königs” trank man französischen Wein!! Dieser Wein war “stabil”!

Nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches – und danach zwischen Renaissance und Risorgimento - wurde der italienische Stiefel bis 1861 fremdbeherrscht. Das heißt: 800 lange Jahre – ich wiederhole 800 lange Jahre war der italienische Stiefel in 7 Territorien unterteilt. Es gab 7 Herrscher: 3 Könige. 3 Herzöge. 1 Papst.

Das Königreich Piemont-Sardinien. (französisch)
Das Königreich Lombardo-Veneto. (österreichisch)
Das Herzogtum Parma. (französisch)
Das Herzogtum Modena. (französisch)
Das Großherzogtum Toskana. (französisch)
Den Kirchenstaat. (frankophil)
Das Königreich der 2 Sizilien. (spanisch)

Seit dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches gab es also kein “Italien” auf der Landkarte, sondern nur einen Stiefel in Fremdherrschaft.

800 Jahre lang gab es kein Italien und keinen “italienischen” Wein !!

Königs bzw. diejenigen, die sich das Göttergetränk leisten konnten, bevorzugten französischen Wein und kein so Fusel aus dem Stiefel OHNE eigene Identität!! Ist ja klar, wenn der Chef nicht die gleiche Sprache spricht wie seine Mitarbeiter, dann kann kein gutes Produkt entstehen. Den Boden bearbeiteten die Italiker. Aber das Territorium gehörte anders sprechenden Fremdherrschern.

Die französisch sprechenden Piemonteser bzw. Savoyer hatten die glorreiche Idee, das Heilige Römische Reich wieder erwachen zu lassen = risorgere. Daher Risorgimento. Sie mussten nur 6 Widersacher (2 Könige, 3 Herzöge und einen Papst eliminieren)! Ziel war: aus 7 Flaggen 1 Flagge zu machen.

Sie begannen dieses Unterfangen 1815 und vollendeten ihr Tun 1920 mit der Annektion Südtirols und gaben dem neu Erschaffenen bzw. Erwachten den Namen: ITALIA.

Südtirol wurde allerdings 1920 ohne Liebe annektiert. Es war so, als würde man eine Frau vergewaltigen und sie dann zwingen dich zu heiraten, um sie dann zu unterdrücken und als Leibeigene zu behandeln. Die Einwohner Südtirols, zum überwiegenden Teil Landwirte, durften über Nacht nicht mehr Deutsch sprechen. Sie mussten ihre Nachnamen italienisieren. Von Herr Gasser auf Signor Della Strada. Das macht keiner freiwillig. 70 lange Jahre, 70 Jahre haben die Südtiroler gekämpft, um die Erlaubnis Roms zu bekommen Deutsch zu sprechen. Eine lange und harte Zeit, die man nicht vergisst.

Erst dieser Tage gewann der Südtiroler Jannik Sinner im Tennis die Australian Open. Das Staatsfernsehen Rai hatte ihn daraufhin eingeladen in einer populären Fernsehsendung aufzutreten. Sinner, der sehr gut 3 Sprachen (it, engl, deutsch) spricht hatte abgelehnt mit der Begründung er mache lieber Sport. Ein Sh*tstorm folgte. Immer noch heute ist es so eine Sache mit der Identität.

Dennoch hat Südtirol trotz dieser Problematik aus dem eigenen Boden ein Paradies erschaffen in Europa und produziert auf aller-schwierigstem Boden wunderbare Weißweine wie beispielsweise den Sauvignon Blanc Quarz von der Kellerei Terlan. Ich persönlich trinke lieber den Chardonnay Critone aus dem Hause Librandi, Kalabrien. Das ist allerdings eine andere Geschichte.

Was 1920 Südtirol widerfuhr, passierte lediglich 60 Jahre vorher auch dem spanisch geführten südlichen Teil des Stiefels. Auch hier eine Annektion ohne Liebe. Eine Vergewaltigung, um auszubeuten und auszupressen, all das, was der Boden und das Territorium so hergab.

Von diesen 7 fremdbeherrschten Regionen auf dem Stiefel war das spanisch geführte Süditalien das größte, stabilste und reichste Reich. Die Annektion diente den Savoyern nur dazu, die Industrie und das Geld in den Norden zu transferieren. Sizilien hatte vor der Annektion über 8000 textilproduzierende Unternehmen. Schon ein Jahr nach der Annektion waren es nur noch “null” Firmen. Alle Textil-Unternehmen wurden in die stille Bergregion um das Städtchen Biella im Piemont transferiert. Die besten und edelsten Stoffe der Welt stammen aus Biella - so sagt man heute.

Das gleiche widerfuhr auch sämtlicher anderer Industrie. Wenn man damals eine Kanonenkugel brauchte, bestellte man in Süditalien. Wenn man eine Lokomotive brauchte, bestellte die Welt in Süditalien. Wenn man Waffen benötigte bestellte man in Süditalien. Auch diese Industrie wurde nachweislich zwischen Turin und Mailand umgesiedelt. Also zwischen Barolo, Amarone und Prosecco. Die Fachkräfte “deportierten” die Savoyer gleich mit in den Norden. Bis heute.

Auch wenn ich sehr gerne einen piemontesischen Nebbiolo aus dem Hause Accornero trinke - nicht weil er besser wäre als die Weine der Barolo-Boys Kollegen. Aber ich habe Ermanno Accornero als hart schuftenden und bescheidenen Familienvater und Winzer selbst kennengelernt. Er hat mir sehr imponiert – also auch wenn piemonteser Weine zu den Besten zählen, darf man heute nicht vergessen, dass am 13. Februar 1861, also vor nur, vor nur 163 Jahren, mit der Annektion des Reiches beider Sizilien, die Savoyer ihre Einheitsbestrebungen begonnen haben und das “erste” Italien 800 Jahre nach Untergang des Heiligen Römischen Reiches gründeten bzw. erwachen (risorgere) ließen mit Hauptstadt Turin und einem französisch sprechendem König Viktor Emanuel.

1920 mit der Annektion Südtirols wurde das Italien, das man heute auf der Landkarte kennt, also 1920 erst wurde die Einheit, die erwachen, sorgere sollte vollendet.

All jene, die diese Annektionen nicht wollten, wurden im weltgrößten Konzentrationslager Fenestrelle, dem zweitgrößten Mauerwerk auf der Erdkugel in Ätzkalk aufgelöst. Ein Holocaust vor dem Holocaust. Fenestrelle - ein ungesühntes Verbrechen der Savoyer über das süditalienische Volk. Ein Schandfleck, worüber der Mantel des Schweigens gestülpt wurde. Bis heute. Oder kennt jemand da draußen Fenestrelle?

Wie beim Australian-Open-Sieger Jannik Sinner sucht man heute den “Italiener” auf dem Stiefel vergebens.

Wenn ihr wissen wollt, wann die sogenannten “italienischen” Weine die Welt eroberten, dann müsst ihr euch bei dem wunderbaren Daniel Hasert Daniel´s Weine oder der charmanten Angelika Reiner (Die Traube Vinothek) oder dem feurigen Emanuele Miceli Da Elena nach den Degustationsterminen mit mir erkundigen. Und ihr erfahrt weitere lustige und spannende Geschichten um und um Italien und Weine herum.

Heute jedenfalls ist der 13. Februar.
163 Jahre nach 1861. Ein trauriger Tag der Erinnerung.

Cin cin.

Am besten mit einem sizilianischen Wein - egal ob rot oder weiß- aus dem Hause Donnafugata. Die Frau auf der Flucht.

Fortsetzung folgt.....






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22/12/2023
13/11/2023

❓Wer wir sind? Schorndorferinnen und Schorndorfer mit Herz ❤ für unser Städtle.
☝🏻 Hier stellen sich die Mitglieder von BDS-Centro in loser Reihenfolge vor.
👉🏻 Heute: Antonio Perrotta
📍Firma: Sprachschule
📍Was mache ich? Brückenbauer zwischen den Kulturen
📍Was macht uns besonders? Wir sind die "gute Stube", in der die Welt Platz nimmt und sich linguistisch kennenlernt.
📍Warum Schorndorf? Weil Schorndorf der liebenswerteste Platz zwischen den Kultur-Stühlen in Europa ist. 😍
📍Lieblingsplatz in der Stadt: Stadtwald 🌳 �
📍Warum? Weil er mich mit dem Duft der Erholung und der Entschleunigung umgibt.

„Mit den Augen der anderen“ 2023/10Martin  , dem Volk auf’s Maul schauen Vor ca. 20 Jahren passierte mir folgendes: Es w...
31/10/2023

„Mit den Augen der anderen“ 2023/10

Martin , dem Volk auf’s Maul schauen

Vor ca. 20 Jahren passierte mir folgendes: Es war Herbst und ich musste mein Auto winterfest machen. Ich rief meine Werkstatt an. Machte einen Kundendiensttermin aus und im breitesten Schwäbisch bat ich darum auch einen Reifenwechsel vorzunehmen. “Meine Winterroife sind ja bei Ihne glagert”.

Ich brachte früh morgens mein Auto in die Werkstatt, bekam einen Ersatzwagen, ging arbeiten und abends wollte ich mein Auto wieder abholen. Schon auf dem Kundenparkplatz sah ich, dass meine Winterreifen (auf Stahlfelgen) nicht montiert waren, sondern immer noch die Sommeralufelgen drauf waren.

Ich ging herein und fragte: “Hen Sie vergesse meine Winterroife zu montiere?” Die Dame vom Kundendienst erwiderte: “Noi, wie sie gsagt hen, Herr Perrottaaaa. Mir hen den Winterdienst gmacht und Ihre Sommerroife gwechselt”. In diesem Moment erhöhte sich die Temperatur meines Blutes.

“Und welcher Grasdackel kauft mitten im November 4 nagelneue Sommerreifen?” fragte ich. “Ja, mir hen uns au gwundert, Herr Perrottaaaa!” sagte sie.

Mein Blut hatte nun die Temperatur der Lava in den Phlegräischen Feldern unterhalb des Vesuvs. Ich stand kurz vor dem Ausbruch.

“Ich fahre aber keinen Millimeter mit dem Auto, denn ich kaufe im Herbst keine Sommerreifen”, sagte ich. “Mir könnet jetzt die Roife net zurücknehme, denn ich kann sie im System net zrückbuche”, erwiderte sie.

“Bitte holen Sie jemanden, der vier Stühle über Ihnen sitzt. Mit dem regele ich dann alles.", entgegnete ich, um einen Vulkanausbruch zu verhindern.

Der Chef kam persönlich. Er schaute sich die Sachlage an und meinte: “Herr Perrottaaaa, des isch jetzt echt bleeed glaufe. Wisset se, mir hen ein neues Computerprogramm, und des unterscheidet zwischen ‘Reifenwechsel’ und ‘Räderwechsel’. Und Sie hen Reifenwechsel gesagt. Und des Mädle da draußa hat auf Reifenwechsel geklickt und nicht auf Räderwechsel so wie sie eigentlich gmoint hen.”

Mit dieser Geschichte wird klar, wie sehr sich im Lauf der Zeit die eines jeden Wortes verändert. In diesem Fall durch Automation und Digitalisierung. Man selbst muss seine Kommunikation anpassen.

Sprache ist also etwas faszinierendes. Aber nicht nur die Wahrnehmung ist einem ständigen Wandel ausgesetzt. Sprache hat auch einen sozialen bzw. kulturellen Aspekt.

Stellen wir uns vor wir würden folgendes lesen: ein Speleologe ist auf der Suche nach seiner antiken Klessidra aufgrund des Starkregens ums Leben gekommen.

99% der Leser haben nicht verstanden wer gestorben ist und was gesucht wurde. Stimmt’s?

Martin hat beim Übersetzen der Bibel darauf geachtet, so wenig lateinische Begriffe wie möglich zu benutzen. Er erfand eine Wort-Mathematik, die bis heute gilt. Er addierte die Wörter Höhle und Forscher und “erfand” Höhlenforscher und Speleologe. Er addierte Sand und Uhr, machte Sanduhr daraus und eliminierte das lateinische Wort Clessidra. “Dem Volk aufs Maul schauen” war Luthers Lieblingsbeschäftigung.

Seine Übersetzungsmethode führte dazu, dass in der deutschsprachigen Welt fast sämtliche Wörter selbsterklärend wurden. Gesellschaftlich bzw. linguistisch gesehen hat er die Oberschicht auf das Niveau der Unterschicht gebracht. In beiden Schichten spricht man die gleiche Sprache. Ein Schichten-Gendern sozusagen. Ein Mittelalter “metoo”.

In sämtlichen katholischen Ländern wie Südamerika, Afrika und Teilen Europas spricht man hingegen immer noch heute zwei-schienig. In den Sprachen Französisch, Italienisch, Spanisch, Rumänisch, Ungarisch etc. wurden viele lateinische Oberschicht-Vokabeln nicht “lutherisch” in Unterschichtvokabular übersetzt. ‘Speleologe’, ‘Klessidra’ ist auch heute noch gängiges Vokabular. Manche Vokabeln wie ‘Lebenslauf’ oder ‘Windschutzscheibe’ gibt es nur in Latein: (curriculum vitae und parabrezza).

Das heißt in der “katholischen” Sprachenwelt wird immer noch heute zwischen oben (Burgherr) und unten (Düdeldödel) unterschieden.

Während man im Deutschen heute “Sehr geehrte Damen und Herren” schreibt, gilt im Englischen “Dear Sirs”, immer noch als richtig. Die “Damen” sind grammatikalisch schon drin!

In manchen Sprachen wird sehr intensiv zwischen Oberschicht und Unterschicht unterschieden, sprich zwischen Burgherrn und Düdeldödel. Wenn man nach “oben” kommuniziert, heißt es “Egregi Signori” und nach “unten” Gentili Signori”.

Das heißt Menschen, die in der “katholischen” Sprachwelt aufwachsen, bekommen mit der Muttermilch mit, dass man bei der Anrede zwischen “oben” und “unten” unterscheiden muss. Luther würde heute sagen: Who the f**k ist “egregi”? also Oberschicht?? Sie sind allesamt “sehr geehrte Dödels”. Basta.

Menschen aus der “katholischen” Sprachenwelt finden es mit ihrem Vokabular völlig normal, dass wenn die Putzfrau in einen Raum der Oberschicht eintritt, den Boden oder die Wand anschauen muss! Oder andersherum gesehen, die “katholische” Sprachenwelt tut sich schwer damit, der Unterschicht Rechte zuzugestehen.

Fazit:

Sprache ist etwas Wunderbares. Man kann, wie ganze Gesellschaften damit lenken und verändern. hat vor 500 Jahren vor allem der deutschen Sprache eine besondere Richtung gegeben, indem er sich vokabeltechnisch nach “ ” orientiert hat.

In Deutschland hat man diesen sozialen und kulturellen Aspekt - der zur Reformation geführt hat - vergessen und plappert bevorzugt der Oberschicht nach anstatt wie Luther vehement zu “protestieren”. Wie würde das Luther-Dödelvolk heute sagen: man bevorzugt Diktatoren und Kriegstreibern auf's Maul zu schauen, statt dem Volk!

Die deutsche Sprache ist die toleranteste und demokratischste Sprache der Welt. Die Sprache mit der grammatikalisch größtmöglichen Gleichberechtigung.

Man sollte sich wie Luther sprachlich wieder nach unten orientieren und “ ”! Vor allem heute am Reformationstag! Der Oberschicht erklären, dass Reifenwechsel nicht mehr Reifenwechsel ist, sondern Räderwechsel.

PS:

Laut Statistik sind 37% der deutschen Bevölkerung Menschen mit Migrationshintergrund. 37% der Bevölkerung in Deutschland also haben eine Oma, die in der “katholischen” Sprachenwelt aufgewachsen ist. Eine Sprachenwelt, in der man ab Muttermilch zwischen oben und unten unterscheiden muss.

Ob Luther (63% in Deutschland) und der Rest der Welt jemals zusammenfinden werden?

Fortsetzung folgt.....





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„Mit den Augen der anderen“ 2023/09       Der Hunger – La fame In Dänemark wurde Empathie als Schulfach eingeführt. Als ...
15/09/2023

„Mit den Augen der anderen“ 2023/09



Der Hunger – La fame

In Dänemark wurde Empathie als Schulfach eingeführt. Als ich das las, kam mir eine Geschichte in den Sinn, die ich mit meiner Oma erlebte.

Meine Großeltern sind beide schon lange tot. Ich als Migrantenkind konnte beide nur eine Handvoll Tage im Jahr erleben. Jedes Jahr wenige Tage sehr intensiv. Um mit den Protagonisten der Kindersendung Piggeldy und Frederick zu sprechen, als ich ein Jungschwein war, verbrachte ich meine Sommerferien immer bei meiner Oma in Kalabrien.

Meine Großeltern waren Teil der Kriegsgeneration. Man wusste nicht so recht, ob man sie lieben oder hassen sollte. Sie hatten eine komische, verschwommene Vergangenheit. Sie waren patriarchalisch autoritär. Sie taten Dinge, die man als moderner Mensch nicht immer teilte. Man sah sich selbst immer als fortgeschrittener Bürger an und war oft gegenteiliger Meinung.

Unterm Strich kann man im Nachhinein sagen, die Generation meiner Großeltern war wie eine Kerze, die man in einem dunklen Raum anzündet. Alle hatten Ehrfurcht vor diesem Licht. Alle hassten und liebten dieses Licht. Und am Ende dackelten alle dennoch diesem Licht hinterher. Erst als das Licht erlosch, begann bei allen der Egoismus bzw. der Eigennutz.

Ich war denke ich so 16 Jahre alt und ich urlaubte wie immer im Sommer bei meiner Oma. Sie hatte 11 Kinder. Meine Mutter eine davon. Und all ihre Kinder verbrachten ihre Sommer bei der Oma. Zusammengepresst in einer knapp 70 Quadratmeter Wohnung. Einem Dormitorium. Meine Oma konnte weder lesen noch schreiben. Sie kochte 24 Stunden am Tag für alle. Kinder, Partner, Enkel.

Die Familie ist so groß. Ich habe Onkels und Tanten, die jünger sind als ich. Mit 16, d.h. als Jungschwein, zog ich mit gleichaltrigen Familienmitgliedern durch die Gassen des mittelalterlichen, auf einem Hügel liegenden Sehnsuchts-Heimatorts. Immer mit Blick auf das azurblaue Meer.

Am Spätnachmittag liefen wir wie Piggeldy und Frederick den kilometerlangen Strand rauf und runter und lechzten den busenbeprallten Sonnenanbeterinnen hinterher und erhofften uns einen hastigen Blick – bei schiefsitzendem Höschen und entsprechender Beinbewegung – einen hastigen Blick auf den paradiesischen Venushügel.

Wir hatten solch einen großen Testosteron gesteuerten Hunger, dass wir oft entscheiden mussten: “kaufen wir für das wenige Geld, das wir hatten einen Bombolone, also eine mit Crema oder Tschiokkolata befüllte Kalorienbombe oder laden wir das Busenwunder zu einem gelato ein”. Wir stillten unseren Hunger in unserem jugendlichen Leichtsinn je nach Lust und Laune.

Naja, an einem abenteuerlich verbrachten Abend liefen wir spät nachts, es war glaube ich 3 Uhr morgens, nach Hause zurück. Meine Oma schlief noch nicht. Sie saß vor der Haustüre auf einem Stuhl mit der in Süditalien üblichen Sitzfläche aus Stroh. Mit einer Handbewegung und einem Augenzwinkern winkte sie uns in die Wohnung und sagte buona notte.

Im Storchenschritt liefen wir über die dort schon schlafenden Familienmitglieder in Richtung Küche. Angezogen von einem betörenden und verlockenden Duft. Meine Oma hatte zwei riesengroße “Pitte ripiene” gemacht. Eine Pitta ist ein flaches rundes Brot. 40 bis 60 cm Durchmesser. Befüllt mit Griebenschmalz, Eier, Salsiccia, Spinat, allerlei Gemüse, peperoncino. Ach - es roch so gut. Und warm schmeckt’s am besten.

Ich und mein gleichaltriger Onkel hatten sicherlich Lärm gemacht. Meine Oma stand plötzlich vor uns mit einem Besenstil. Sie schaute uns böse an, hatten wir doch fast beide Pitte ripiene weggeputzt. Sie biss sich in die eine flache Hand. Das macht man, wenn man verärgert ist. Ich mit meinem 1,87 m war schon immer doppelt so groß wie meine Oma. Dennoch kauerte ich vor Angst an einer Ecke und dachte mein Leben wäre zu Ende.

Aber meine Oma, statt uns zu verdreschen, sagte mit leiser aber bestimmter Stimme: “Ihr verdammten Lausebengel, ihr müsst mir jetzt helfen, nochmal zwei Pitte zu machen. Holt mir aus dem “cattoio” die Zutaten.” Der “cattoio” war ein Kabuff, der zwei Wohnungen weiter entfernt war, in welchem meine Oma Leckereien aufbewahrte: Olivenöl, in Öl eingelegte Auberginen, Sardinen, Zwiebeln etc etc.

Wir liefen also zum “cattoio” und holten ihr - die mit Knieschmerzen geplagt nicht hastig genug hin und her laufen konnte – alles was sie brauchte und machten gemeinsam bis zum morgendlichen Espresso zwei weitere pitte ripiene.

Meine Oma konnte nicht lesen und schreiben. Aber Empathie konnte sie vermitteln.

Jetzt ist sie tot. Ihre ganze Generation auch. Heute laufen wir, vor allem in der industrialisierten Welt ohne dieses wunderbare Licht, egoistisch, eigennützig, profit-gesteuert und performance-orientiert herum.

Wen können wir fragen, wie man Empathie vermittelt? Liebe transportiert? Vielleicht die Dänen?

In Dänemark wurde Empathie als Schulfach eingeführt. Lies hier:

https://scoop.upworthy.com/students-learn-empathy-in-denmark-schools-492761-492761

Fortsetzung folgt.....




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Children in Denmark are taught about empathy from a young age, both inside and outside of school.

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