30/06/2026
Wie fühlt es sich an BLIND zu SEIN…?
Mit verbundenen Augen die Welt entdecken – Die 5. Klassen erleben den Alltag blinder Menschen
Im Rahmen des Diakonieunterrichts setzten sich die Klassen 5a und 5b intensiv mit dem Thema Blindheit auseinander. Ziel des Projekts war es, die Herausforderungen kennenzulernen, denen blinde und sehbehinderte Menschen im Alltag begegnen, und Verständnis für ihre Lebenssituation zu entwickeln.
An verschiedenen Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler selbst erfahren, wie schwierig alltägliche Aufgaben ohne das Augenlicht sein können. Mit verbundenen Augen sortierten sie Socken, zählten Geld ab, füllten Wassergläser und versuchten, einen freien Platz in einem Raum zu finden. Auch Spiele wie Jenga und ein Fühlmemory wurden blind ausprobiert. Dabei merkten die Kinder schnell, wie wichtig andere Sinne wie Tasten und Hören werden, wenn das Sehen wegfällt.
Ein besonderes Highlight war das Kennenlernen der Blindenschrift. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie das Lesen und Schreiben mit Brailleschrift funktioniert, und durften sogar selbst an einer echten Blindenschreibmaschine schreiben. Dabei entstanden erste Wörter und kleine Botschaften in Blindenschrift.
Besonders spannend wurde es bei der praktischen Erkundung außerhalb der Schule. Die Klasse 5b machte sich am 24.06., die Klasse 5a am 26.06. auf den Weg. In Kleingruppen erkundeten die Schülerinnen und Schüler mit Augenbinde die Umgebung. Sie durften sich von einer sehenden Person führen lassen und auch einen Blindenstock zur selbstständigen Orientierung benutzen. Die sehenden Begleitpersonen durften nur im Notfall eingreifen. So mussten die „blinden“ Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglichst selbstständig Entscheidungen treffen, sich orientieren und ihren Weg finden.
Die Kinder erfuhren dabei eindrucksvoll, wie viel Mut, Konzentration und Vertrauen notwendig sind, um sich ohne Augenlicht in der Öffentlichkeit zurechtzufinden. Gleichzeitig lernten sie Hilfsmittel und Strategien kennen, die blinden Menschen mehr Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen.
Das Projekt im Diakonieunterricht war für beide Klassen eine spannende Erfahrung, die nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch das Verständnis, die Empathie und die Wertschätzung für Menschen mit Sehbehinderungen stärkte.