29/06/2012
Guten Tag,
ich heiße Karl Baumann. Ich bin von 1972 bis 2007 Lehrer an Berliner Grundschulen gewesen.
Meine erste Schule - an der ich bis 1995 unterrichtet habe, auch Konrektor war - liegt in Moabit, meine erste Klasse hatte 36 Schülerinnen und Schüler, die ersten Schulbücher meiner Schüler waren schon mehrere Jahre in Gebrauch gewesen. Der Klassenraum im 3. Stock hatte Wasserflecken an der Decke, der Putz bröckelte ... also viele Anlässe, über alles nachzudenken und die Ansprüche, die traditionsgemäß an mich gestellt wurden (1. Regel: Wenn der Rektor auf dem Flur langgeht, will er nur die Lehrerstimme hören), zu überprüfen.
Ich habe nicht aufgegeben, sondern bin - zusammen mit meiner Frau Ursula, damals noch Freundin - zu einer Fortbildung gegangen. Ergebnis: Ich habe eine Leseecke eingerichtet und eine kleine Werkstatt aufgebaut. Aber wie kann ich differenzieren, um meinen Schülern besser gerecht zu werden? Doch nicht mit gleichen Büchern für alle! Das hieß also: Materialien selbst herstellen, damals noch mit Matrize. Als die ersten Personalcomputer auftauchten, war ich bald dabei mit einem Mac SE. Das war leichter und sah besser aus als die Matrizenabzüge (an denen manche Schüler lieber rochen - Spiritus! -als sie zu bearbeiten). Das sahen auch Kollginnen und Kollegen so und haben sich gern was ausgeliehen.
Ich habe begonnen, zusammenhängende Materialien zu schreiben, das erste Thema: Alt- und Jungsteinzeit. Das hat mir Spaß gemacht, den Schülern auch, Kollegen an Nachbarschulen fragten danach.
Im Sommer 1993 haben Ursula und ich den Verlag „Schule konkret“ gegründet, zunächst nur für die Kopiervorlagen. Später kamen Materialien zum handelnden Lernen hinzu, vor allem für jüngere Jahrgänge und geprägt durch Ursulas Montessori-Ausbildung. Inzwischen haben wir eine Kundendatei mit 21000 Adressen. Da Ursula noch als Lehrerin arbeitet, habe ich alle Aufgaben übernommen. Und: Ich berate Sie gern, auch wenn keine Bestellung folgt.
Ich stehe den „sozialen Netzwerken“ kritisch gegenüber. Wir wollen bei unseren Schülern die Individualität fördern, und Mitglieder von Facebook u.ä. geben viel davon preis. Anderseits kann ich als kleiner Unternehmer nicht an den Möglichkeiten für Darstellung und Verkauf meiner Materialien vorbeigehen, die Google+, Facebook, YouTube usw. bieten.
Jetzt also: Schule konkret ist Mitglied.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Karl Baumann