Quercus Naturbildung

Quercus Naturbildung Der heimischen Natur auf der Spur

Warum heißt der Altweibersommer eigentlich Altweibersommer? Und was haben Spinnen damit zu tun?Sobald die Tage im Herbst...
05/10/2026

Warum heißt der Altweibersommer eigentlich Altweibersommer? Und was haben Spinnen damit zu tun?

Sobald die Tage im Herbst noch einmal sonnig und warm werden, freuen wir uns über den Altweibersommer. Aber der Name ist ziemlich kurios. Und seine wahrscheinlichste Erklärung führt uns direkt in die Welt der Spinnen! 🕷️

🕸️ Die Antwort steckt in fliegenden Spinnfäden.
An sonnigen Herbsttagen entdeckt ihr sie überall: hauchdünne, silbrig glänzende Fäden, die sich über Gräser, Sträucher und Zäune spannen oder durch die Luft schweben. Wenn sich morgens der Tau darin verfängt, glitzern sie wie winzige Perlenketten.
Verantwortlich dafür sind unter anderem kleine Baldachin- und Zwergspinnen. Sie nutzen ihre Spinnfäden nicht nur zum Bau von Netzen, sondern auch als Transportmittel! 🕷️💨
Beim sogenannten Ballooning lassen sie lange Spinnfäden aus ihren Spinnwarzen austreten. Werden diese vom Wind erfasst, können die winzigen Spinnen damit durch die Luft getragen werden – manchmal über erstaunliche Entfernungen. Selbst ohne Wind fliegen die fast schwerelosen Fäden aufgrund von Ladungen der Luft über die Wiesen....

Und jetzt kommt die spannende Sprachgeschichte:
Eine verbreitete Erklärung führt den Namen auf das alte Wort „weiben“ zurück, das mit dem Weben von Spinnfäden in Verbindung gebracht wird. Die feinen, silbrigen Fäden, die im Herbst überall sichtbar sind, könnten also dem Altweibersommer seinen Namen gegeben haben.

Es gibt aber noch eine andere Deutung: Die silbrigen Spinnfäden erinnern an graue Haare älterer Frauen. Früher war der Ausdruck Weib ein gebräuchlichen Namen für Frau. Auch das könnte zur Namensgebung beigetragen haben. Aber ganz sicher wissen wir es nicht. Die genaue Herkunft des Begriffs ist bis heute ungeklärt. Die Erklärung über die Spinnfäden ist plausibel, aber nicht zweifelsfrei belegt.

🍂 Was ich am Altweibersommer besonders faszinierend finde: Während wir Menschen einfach noch ein paar warme Sonnentage genießen, nutzen winzige Spinnen dieselben Wetterbedingungen, um sich auszubreiten und neue Lebensräume zu erreichen.

Genießt die schönen Herbsttage, das Schmuddelwetter kommt bestimmt!

Sind euch schonmal diese Gatter im Wald aufgefallen?🦌Es handelt sich um sog. Weisergatter. Das sind eingezäunte Flächen,...
04/10/2026

Sind euch schonmal diese Gatter im Wald aufgefallen?

🦌Es handelt sich um sog. Weisergatter. Das sind eingezäunte Flächen, die durch Vergleich mit der nicht-eingezäunten Fläche die Effekte des Wildverbiss auf die Verjüngung verdeutlichen.

🌱Oder wie in diesem Falle, sind es Versuchsflächen, in denen verschiedene Baumarten geschützt vor Verbiss heranwachsen. Das erlaubt das Wuchspotential verschiedener Baumarten zu den aktuellen standortspezifischen Bedingungen zu beurteilen.

👉Der Klimawandel vollzieht sich schneller, als der Wald sich durch Naturverjüngung daran anpassen könnte. Deshalb müssen Baumarten gefunden werden, die unter den gegebenen Umständen gedeihen und resistenter gegenüber Trockenstress und Hitze sind.

Nicht anfassen! Kaum findet jemand im Wald eine Feder, kommt meistens sofort der Warnruf:„Nicht anfassen! Die ist voller...
01/10/2026

Nicht anfassen!

Kaum findet jemand im Wald eine Feder, kommt meistens sofort der Warnruf:
„Nicht anfassen! Die ist voller Bakterien!“

Ähhh - nein! Eine Feder auf dem Waldboden ist kein gefährlicher Gegenstand.
Natürlich können darauf Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen sitzen. Aber das macht sie nicht automatisch zu einer Gesundheitsgefahr. Eine Feder besteht hauptsächlich aus Keratin – und kann problemlos aufgehoben, betrachtet und untersucht werden. Mehr Drama braucht es nicht.
Anders sieht es bei einem toten oder offensichtlich kranken Vogel aus. Den lassen wir liegen und fassen ihn nicht mit bloßen Händen an.

Ich liebe es, wenn wir Federn finden, denn genau daraus kann wunderbare Naturbildung entstehen:
Von welchem Vogel stammt sie?
Warum ist die Feder so aufgebaut?
Was ist eine Schwungfeder?
Warum sind manche Federn gemustert?

Aus einem vermeintlich „ekligen“ Fundstück wird plötzlich eine kleine biologische Entdeckung. 🪶🔎🌿

Bei Quercus dürfen Kinder Natur nicht nur anschauen. Sie dürfen sie begreifen.
Mit gesundem Menschenverstand: nichts in den Mund stecken, keine kranken oder toten Tiere anfassen und Hände waschen, wenn man wieder zu Hause/in der Schule ist.

Streng genommen darf Otto Normalverbraucher die Feder nicht mit nach Hause nehmen, denn das stünde dem Artenschutzgesetz entgegen (siehe § 44 BNatSchG). Frau Isa darf das aber (hat zu Lehrzwecken eine Sondergenehmigung) und schenkt sie manchmal der Schulklasse als Erinnerung an einen tollen Tag im Wald 😊

Impressionen der letzten Tage im Urwald mit der GS Wallenbaum. Es war wie immer toll mit euch!
01/10/2026

Impressionen der letzten Tage im Urwald mit der GS Wallenbaum. Es war wie immer toll mit euch!

Ganz weit weg von Natur...Warum die naturfernsten Kinder im Wald oft die dankbarsten sind und warum es mir am allermeist...
29/09/2026

Ganz weit weg von Natur...

Warum die naturfernsten Kinder im Wald oft die dankbarsten sind und warum es mir am allermeisten Spaß macht, mit Kindern in den Wald zu gehen, die vorher noch nie richtig dort waren:

Kinder, die beim ersten Waldtag nicht wissen, was eine Buchecker ist.
Die noch nie eine Eichel in der Hand hatten.
Die eine Heuschrecke minutenlang anschauen, weil sie tatsächlich nicht wissen, was da gerade vor ihnen herumkrabbelt.
Die zum ersten Mal einen Pilz anfassen und feststellen, wie toll der sich anfühlt.
Die im Wald herumtoben und weinen, wenn die Waldzeit vorbei ist.
Diese Kinder liebe ich besonders, weil man bei ihnen unmittelbar erlebt, was Naturbildung eigentlich bewirken kann.
Da ist dieser Moment, wenn ein Kind plötzlich versteht, dass nicht jeder Pilz giftig ist, dass sie nicht von Wildschweinen aufgefressen werden, dass die Heuschrecke mit ihrem Stachel nicht zusticht, sondern Eier legt. Wenn es einen Specht hört und zum ersten Mal tatsächlich nach oben schaut.

💚Wenn ein Wald plötzlich kein unbekannter Ort mehr ist, sondern ein Ort voller Geschichten💚

Genau dafür gehe ich mit Kindern in den Wald.
Denn Naturerfahrung beginnt nicht damit, dass ein Kind 10 Baumarten bestimmen kann.
Sie beginnt mit Staunen, mit Fragen, mit dreckigen Händen, mit nassen Schuhen, mit einem Stock in der Hand, mit der ersten Heuschrecke, die man sich ganz genau anschaut.

Denn dann passiert etwas ganz Tolles:
Der Wald wird vom unbekannten Raum zum eigenen Erlebnisraum.
Und genau das ist eine der schönsten Seiten meiner Arbeit:
Nicht Kindern zu zeigen, was sie schon wissen.
Sondern ihnen Dinge zu zeigen, von denen sie noch gar nicht wussten, dass sie sie spannend finden.
Deshalb freue ich mich ganz besonders über Klassen und Gruppen, von denen ich weiß, dass sie keinen oder nur sehr selten Naturkontakt hatten.




☝️Wir pflücken keine Blumen! Das ist eine der Waldregeln, die ich den Kindern näherbringe.Bei (invasiven) Neophyten (geb...
27/09/2026

☝️Wir pflücken keine Blumen!
Das ist eine der Waldregeln, die ich den Kindern näherbringe.

Bei (invasiven) Neophyten (gebietsfremde Pflanzenarten) mache ich aber eine Ausnahme und habe diesen schönen Strauss von meiner Joggingrunde mitgebracht.
Wenigstens zur Deko haben sie dann eine positive Funktion 😊
Die kanadische Goldrute, die belgische Aster und das Berufskraut wachsen nebenan in einer stillgelegten Sandgrube - es sind typische neophytische Besiedler von mageren Ruderalflächen (durch Menschen stark veränderte, nährstoffarme Flächen) mit denen die heimische Flora in starker Konkurrenz steht.

Wenn der Strauss verblüht ist, kommt er in die Tonne (nicht auf den Kompost!), damit sich seine Samen nicht weiter verbreiten.


Dein Kind braucht im Wald keine Desinfektion. Es braucht Dreck!Ich sehe es bei Familien mit wenig Naturerfahrung immer w...
25/09/2026

Dein Kind braucht im Wald keine Desinfektion. Es braucht Dreck!

Ich sehe es bei Familien mit wenig Naturerfahrung immer wieder:
Ein Kind fasst Erde an: „Mach dir danach die Hände sauber!“
Es hebt einen Käfer auf: „Danach musst du desinfizieren.“
Es buddelt im Waldboden: "Wo sind die Feuchttücher?"
Morgens bei Waldtagen packen die Schüler ständig die Desinfektionstücher aus....
Warum? Weil viele Eltern ihr Kind vor Keimen, Schmutz und Krankheiten schützen möchten. Wer wenig Natur gewohnt ist, empfindet Erde, Matsch und Waldboden schnell als etwas, das möglichst schnell wieder weg muss.

Aber der Wald ist kein Operationssaal.
Kinder müssen nicht nach jedem Kontakt mit Natur desinfiziert werden.
Sie dürfen Erde an den Händen haben. Sie dürfen einen Käfer anfassen und im Waldboden wühlen.
Und ja: Sie dürfen dabei dreckig werden.
Wenn man ihnen das vorenthält, lernen Kinder nicht, Natur als Lebensraum zu begreifen. Sie lernen, sie als etwas Unsauberes zu betrachten.

Und die Feuchttücher? Die gehören meiner Meinung nach eh verboten und keinesfalls in den Wald.
Sie sind Müll und können Inhaltsstoffe enthalten, die in einem empfindlichen Ökosystem nichts verloren haben. Auch „biologisch abbaubar“ bedeutet nicht: „Kann ich im Wald liegen lassen.“

Bei Quercus gilt:
Lasst Kinder den Wald nicht nur anschauen. Lasst sie ihn begreifen: Mit den Händen und mit allen Sinnen!
Und manchmal eben mit ziemlich viel Dreck.

25/09/2026

🐦Herr Grünspecht bei der Morgentoilette 🛁

Eigentlich hatte ich vor 2 Minuten das Trinkwasser frisch gemacht 😆

Bitte denkt auch jetzt noch daran, Wasser rauszustellen. Es ist furztrocken.....

🐦 Wer sagt eigentlich Tausenden Staren, wohin sie fliegen sollen?Niemand. Und genau das macht ihre Schwärme so faszinier...
23/09/2026

🐦 Wer sagt eigentlich Tausenden Staren, wohin sie fliegen sollen?

Niemand. Und genau das macht ihre Schwärme so faszinierend.
Vielleicht habt ihr sie in den letzten Tagen auch gesehen: Immer größere Gruppen von Staren sammeln sich über Feldern und Wiesen.
Plötzlich dreht sich der gesamte Schwarm nach links. Dann nach rechts. Er zerfällt – und findet Sekunden später wieder zusammen.
Aber es gibt keinen Anführer, denn jeder einzelne Star orientiert sich an seinen Nachbarn:
👀 Wo fliegen sie hin?
💨 Wie schnell bewegen sie sich?
↔️ Wie halte ich genügend Abstand?
Ändert ein Vogel seine Richtung, reagieren seine Nachbarn. Deren Nachbarn reagieren wiederum auf sie. Und so wandert eine Bewegungswelle durch den Schwarm.
Aus tausenden einzelnen Entscheidungen entsteht ein gemeinsamer Flug.
Und das ist nicht nur spektakulär anzusehen. Große, ständig ihre Form verändernde Schwärme können Greifvögel bei der Jagd vor eine enorme Herausforderung stellen.
Gerade jetzt, nach der Brutzeit, beginnen sich die Stare zu großen Gruppen zusammenzuschließen. Im Herbst werden die Schwärme vielerorts noch größer.
Wenn ihr also in den nächsten Tagen einen Starenschwarm seht: Bleibt stehen. Schaut hin. Und versucht einmal, nicht den Schwarm zu sehen – sondern die einzelnen Vögel darin.
Denn genau dort beginnt das Wunder. 🌿

Dürfen wir Natur zerstören, um sie zu schützen? Eine provokante Frage – und bei Quercus ist die Antwort nicht einfach nu...
20/09/2026

Dürfen wir Natur zerstören, um sie zu schützen?

Eine provokante Frage – und bei Quercus ist die Antwort nicht einfach nur „Nein“.
Denn ja: Manchmal hinterlasse ich bei meiner
Naturbildung Spuren.
Wir verlassen die Wege, wenn wir daneben etwas Spannendes entdecken.
Wir nehmen einen Käfer vorsichtig auf die Hand, um ihn genauer zu betrachten.
Wir lösen die Rinde eines abgestorbenen Astes und schauen, was darunter lebt – auch wenn dabei eine Brutkammer zerstört werden kann.
Wir schneiden eine Galle auf, um zu sehen, was sich darin entwickelt – und zerstören dabei möglicherweise die darin lebende Larve.

Ist das Naturzerstörung? In einem kleinen Maßstab: Ja
Und genau deshalb spreche ich mit den Kindern darüber. Es geht nicht darum, ihnen beizubringen:
„Du darfst Natur kaputtmachen.“ Sondern:
„Dein Handeln hat Konsequenzen.“
Ich wägen ab. Wie groß ist der Eingriff? Ist er notwendig? Gibt es eine schonendere Möglichkeit?
Denn manchmal entsteht durch eine kleine, bewusste Veränderung eine Erkenntnis, die bleibt:
🪲 Ein Käfer ist ein faszinierendes Lebewesen.
🌳 In einem toten Ast steckt unglaublich viel Leben.
🐛 In einer unscheinbare Galle steckt ein hochspezialisierter Lebensraum.

Vielleicht erinnert sich dieses Kind Jahre später daran. Vielleicht sieht es dann einen alten Baum nicht als „morsches Holz“, das weg muss, sondern als Lebensraum, den es zu erhalten gilt.

Darum geht es mir. Nicht um eine Rechtfertigung von Zerstörung, sondern um die Frage, wie viel unmittelbare Beeinträchtigung ich verantworten kann, wenn daraus echtes Verständnis für Natur entsteht.
Denn Naturschutz beginnt nicht beim Verbieten.
Er beginnt beim Verstehen.
Und vielleicht muss ich manchmal ein winziges Stück Natur zerstören, um zu zeigen, warum das große Ganze geschützt werden muss.
🌿

Jetzt bin ich wirklich gespannt auf eure Meinung:

👉 Darf Naturbildung manchmal einen Eingriff in Kauf nehmen oder sollte Natur für Bildungszwecke grundsätzlich möglichst unberührt bleiben?

Adresse

Saarbrücker Straße 266
Saarbrücken
66125

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