Quercus Naturbildung

Quercus Naturbildung

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Der heimischen Natur auf der Spur

24/08/2026

Wenn der Wald schon im August nach Herbst aussieht 🍂🌳

Wer momentan durch unsere Wälder geht, könnte meinen, der Herbst sei schon da. Braune Blätter, kahle Äste und ein raschelnder Teppich am Boden – und das mitten im August.
Doch was wir sehen, ist nicht einfach ein „verfrühter Herbst“. Der Wald reagiert auf die extreme Trockenheit der vergangenen Wochen.
🌳 Was passiert bei Dürre?
Bäume verlieren über ihre Blätter ständig Wasser. Bei ausreichender Bodenfeuchte können die Wurzeln diesen Wasserverlust ausgleichen. Ist der Boden jedoch über längere Zeit extrem trocken, wird das Wasser knapp.
Der Baum muss reagieren: Er schließt seine Spaltöffnungen, um die Verdunstung zu reduzieren. Dadurch gelangt aber auch weniger CO₂ ins Blatt – die Fotosynthese wird heruntergefahren.
Hält der Wassermangel an, kann der Baum die Blätter nicht mehr ausreichend versorgen. Sie beginnen sich zu verfärben, vertrocknen und werden schließlich abgestoßen. Besonders betroffen sind flachwurzelnde oder ohnehin geschwächte Bäume.
☀️ Auch die massive Sonneneinstrahlung und die Hitze ließen die Blätter vor allem in den Kronen schlichtweg verbrennen.
🍂 Deshalb kann es jetzt aussehen wie im Herbst.
Das braune Laub ist also teilweise eine Art Notreaktion des Baumes, mit der er versucht, Wasser zu sparen und sein Überleben zu sichern.

Aber auch andere Faktoren spielen hinein: Hitze, hohe Verdunstung, ausgetrocknete Böden, die bereits in den vergangenen Jahren entstandenen Trockenstress und die individuelle Widerstandsfähigkeit der jeweiligen Baumart.

Allerdings ist ein brauner Baum ist nicht automatisch tot. Manche Bäume können sich nach einer Entlastung durch ausreichenden Regen wieder erholen und im kommenden Jahr neu austreiben. Sind aber die feinen Wurzelausläufer vertrocknet, wird es für den Baum schwer, ausreichend Wasser aufzunehmen und er ist nachhaltig geschädigt.

Der Wald zeigt uns gerade sehr eindrücklich, was Trockenstress bedeutet und wie wichtig der Klimafaktor Wasser ist. 💧🌳

Und nein, das ist kein Wetter, kein 'das war früher auch so' oder mal ein trockener Sommer. Das ist anthropogener Klimawandel.

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Photos from Quercus Naturbildung's post 23/08/2026

🦊🌿Heute fanden geführte Kinderwanderungen im Urwald statt.
Bei bestem Wetter und bester Laune!

Wie wandert man? Wie liest man Schilder?
Was darf man in einem Naturschutzgebiet und was nicht?
Wer braucht Tümpel um sich zu vermehren?
Warum wühlen die Wildschweine im Boden?
Wie dick bzw wie alt ist die Eiche?
Wer schafft es, alleine den kleinen Fuji zu besteigen (Bergehalde)?
Wer wird Eichhörnchenkönig und findet alle Nüsse wieder?

💚Vielen Dank liebe Kinder - es war toll mit euch!

Photos from Quercus Naturbildung's post 21/08/2026

Diese Woche stand unter dem Motto 'Sozialkompetenztraining im Wald' der neuen 8er Klassen. Hört sich ernst an, war aber mit einem Haufen Spaß und ein wenig Waldwissen verbunden. Die Teenies hatten allesamt Spaß bei den Spielen und Aktionen und fanden es cool, den Klassenraum gegen den Wald zu tauschen - obwohl dann doch die Klamotten dreckig wurden...🤭.

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20/08/2026

🌦️ Wo sind eigentlich die Schnecken, wenn es wochenlang nicht regnet? 🐌

Vielleicht ist es euch in den letzten Wochen auch aufgefallen: Nach der langen Trockenheit sind Schnecken plötzlich kaum noch zu sehen. Dabei verschwinden sie nicht einfach – sie haben eine erstaunliche Überlebensstrategie.
Schnecken bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Bei heißem, trockenem Wetter würden sie sehr schnell austrocknen. Deshalb heißt es für sie: Rückzug!
Viele Schneckenarten suchen sich möglichst feuchte, geschützte Stellen:
🍂 unter Laub und Totholz,
🪵 unter Steinen oder morschen Ästen
🌱 tief zwischen Pflanzen und im Boden
🕳️ manche Arten ziehen sich sogar in den Boden zurück.
Dort reduzieren sie ihre Aktivität auf ein Minimum. Einige Landschnecken können eine regelrechte Trockenruhe (Ästivation) einlegen. Dabei fahren sie ihren Stoffwechsel herunter und verschließen den Eingang ihres Gehäuses teilweise mit einer Schleimschicht. Diese wirkt wie eine „Schutzkappe“ und hilft, den Wasserverlust zu verringern.
Und dann gibt es noch einen faszinierenden Trick: Schnecken können ihren Stoffwechsel während solcher Ruhephasen stark herunterfahren. Sie verbrauchen dann nur sehr wenig Energie und können erstaunlich lange auf bessere Bedingungen warten.
🌧️ Kommt endlich Regen, ändert sich das schlagartig.
Die Luftfeuchtigkeit steigt, Pflanzen und Boden werden feuchter – und plötzlich tauchen sie wieder auf. Besonders nach einem kräftigen Sommerregen kann man beobachten, wie viele Schnecken innerhalb kürzester Zeit aktiv werden.

Aber eine lange Dürre, wie wir sie nun erlebt haben, hat auch Folgen.
Nicht alle Schnecken überstehen solche Extremphasen. Vor allem Jungtiere und Arten, die auf dauerhaft feuchte Lebensräume angewiesen sind, können durch langanhaltende Trockenheit stark beeinträchtigt werden. Außerdem fehlt während der Trockenzeit Nahrung: Viele Pilze und Pflanzen stehen nicht zur Verfügung, und die Aktivität zahlreicher anderer Bodenorganismen geht ebenfalls zurück.
Deshalb sind Laubschichten, Totholz, Steine und eine möglichst ungestörte Bodenoberfläche für Schnecken gerade in Dürrezeiten wichtige Rückzugsräume.

Die Schnecken waren während der Dürre nicht verschwunden.
Sie haben nur gewartet.

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19/08/2026

Kleine Zaubermomente im Wald 🪄

„Ich kann zaubern!“

Ein Blatt hängt an einem hauchdünnen Spinnwebenfaden und tanzt im Wind. Die Kinder halten ihre Hände darunter – und schon wird aus einem ganz normalen Waldmoment ein kleines Wunder! ✨️
Natürlich wissen wir Erwachsenen, dass es der Wind ist, der den Faden mit dem Blatt bewegt. Aber für einen Augenblick ist das gar nicht wichtig.
Denn genau das ist es, was Naturbildung für mich bedeutet: staunen, entdecken, ausprobieren und der eigenen Fantasie Raum geben.
Im Wald braucht es keine aufwendigen Spielsachen. Ein Spinnwebenfaden, ein Blatt, ein bisschen Wind – und schon entsteht Magie. ✨
Und vielleicht ist genau das die schönste Form von Lernen: Wenn Kinder nicht nur etwas erklärt bekommen, sondern selbst erleben, was die Natur alles kann.

It's magic......

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18/08/2026

Endlich Regen!

Auch wenn es nur 3 Tropfen waren....

Der typische Geruch, der nach langer Trockenheit beim ersten Regen entsteht, heißt Petrichor.

Petrichor bezeichnet den erdigen, oft angenehm würzigen Geruch, der entsteht, wenn Regen auf trockenen Boden trifft.
Dafür sind vor allem drei Dinge verantwortlich:
Geosmin – ein Stoff, der vor allem von Bodenbakterien gebildet wird und für den typischen erdigen, „waldbodenartigen“ Geruch sorgt.
Pflanzenöle – während trockener Perioden können sich Öle aus Pflanzen auf Boden und Gestein ablagern. Der Regen löst diese Stoffe wieder und setzt sie frei.
Aerosole – beim Auftreffen von Regentropfen auf trockenen Boden können winzige Bläschen entstehen und platzen. Dabei gelangen die Geruchsstoffe als feine Aerosole in die Luft.
Interessant ist: Unsere Nase kann Geosmin extrem empfindlich wahrnehmen – schon sehr geringe Konzentrationen reichen aus, damit wir den Geruch bemerken.

Und jetzt alle Fenster auf und Durchatmen! Zumal der Brandgeruch aus dem hohen Venn sich nun verzogen hat!

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16/08/2026

Ich hatte heute beim Betreten des Waldes vor meiner Haustür ein Gefühl, das mich sehr beunruhigt hat. Normalerweise ist der Wald für mich ein Ort, an dem man an heißen Tagen sofort spürt: Hier ist es kühler. Angenehmer. Feuchter. Geschützter. Doch heute war es anders.
Ich ging in den Wald – und hatte plötzlich das Gefühl:
Hier ist es ja genauso heiß wie draußen - vielleicht sogar noch heißer. Und ich roch den staubigen Boden....
Und dieses Gefühl hat bei mir Angst ausgelöst.
Nicht, weil ich den Wald fürchte. Ganz im Gegenteil. Sondern weil mir in diesem Moment bewusst wurde, dass ich etwas erlebe, das ich so noch nie erlebt hatte.

Wir wissen, dass Wälder unsere Umgebung kühlen können. Bäume nehmen Wasser aus dem Boden auf und transportieren es bis in die Blätter. Dort wird Wasser über die Spaltöffnungen abgegeben und verdunstet. Für diese Verdunstung wird Energie benötigt – sie wird der Umgebung entzogen.
Der Wald funktioniert so wie eine riesige natürliche Klimaanlage. Aber diese Klimaanlage braucht eines ganz dringend: Wasser.
Wenn es über längere Zeit heiß und trocken ist, geraten Bäume unter Wasserstress. Sie schließen ihre Spaltöffnungen, um möglichst wenig Wasser zu verlieren. Damit nimmt aber auch die Verdunstung ab – und damit ein wichtiger Teil der Kühlleistung des Waldes. Hinzu kam, dass es windstill war und die Luft sich zwischen den Bäumen gestaut hat. So fühlte es sich noch drückender an. Was die Situation noch bedrohlicher machte, war der aufkommende Brandgeruch des Feuers im hohen Venn, was 250km weit entfernt liegt.

Ich bin promovierte Biologin und beschäftige mich seit vielen Jahren mit Natur und Wald. Ich kenne die Zusammenhänge. Ich weiß, wie wichtig Wälder für unser Klima sind. Und ich weiß, dass der menschengemachte Klimawandel Realität ist und kein Zukunftsszenario.
Aber heute habe ich es körperlich gespürt und es hat mir Angst gemacht:
Der Wald, den wir so selbstverständlich als kühlen Rückzugsort wahrnehmen, kann unter extremen Bedingungen selbst an seine Grenzen kommen.

Mein heutiges Gefühl war vielleicht nur ein subjektiver Moment. Aber es war auch ein deutliches Signal, dass wir gerade dabei sind, unser Klima und damit unsere Wälder in einer Geschwindigkeit zu verändern, dass wir es körperlich und unmittelbar wahrnehmen können.

Wer jetzt noch von Wetterphänomen spricht und davon, dass es früher auch schon heiß war, der leidet wohl auch an dauerhaftem Wassermangel. Denn das setzt die Denkleistung erheblich herab.

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15/08/2026

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Photos from Quercus Naturbildung's post 15/08/2026

Aufgrund der Hitze war letzte Woche "nur" eine Wanderung angesagt. An 3 Tagen liefen drei 3. Klassen den Schluchtenweg - entlang eines Baches. Der Auftrag war nicht einfach nur wandern, sondern mit gespitzten Ohren und offenen Augen die Natur zu erleben. Und siehe da! Alle 10 Minuten hörte ich: "Frau Isa, guck mal! Was ist das?". Die Kinder lernten so eine giftige und faszinierende Pflanze kennen (den Aronstab), kennen sich nun bestens mit Zapfen aus, wissen nun, dass sogar ein Baumpilz Lebensraum für Käfer ist und dass sie um die Ecke ein tolles kostenfreies Freibad haben!

13/08/2026

Der schönste Weg zum schönsten Arbeitsplatz 😊

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