06/03/2023
📖 Ein Mann war ohne Arbeit und konnte lange keine ausfindig machen.
Nach langem Suchen nahm er eine Anstellung in einer Autobahn-Raststätte ganz in seiner Umgebung an. Er sollte dort als Reinigungskraft die Toiletten sauber halten.
Seine Arbeit begann mit Beleidigungen, Missachtung und Eintönigkeit seiner Gäste.
Eine Mutter sagte zu ihrem Kind, dass der „Toilettenmann“ faul sei, denn die Toiletten waren mal wieder schmutzig.
Ein Geschäftsmann mit einem schönen Anzug sagte „wenn in meiner Firma so gearbeitet würde wie hier, dann könnte ich sie dicht machen“ denn die Toiletten waren mal wieder schmutzig.
Andere sagten Ähnliches, zahlten eher selten und gingen an dem „Toilettenmann“ vorbei.
Aber genau so erging es dem „Toilettenmann“ auch. Er reinigte, was er musste, und machte es ähnlich wie seine Gäste. Er warf ihnen unausgesprochen etwas vor und war hauptsächlich damit beschäftigt, zurück zu schimpfen oder zu ertragen, was die Menschen machten.
Bei starkem Schneefall legte er Pappe auf den Boden, damit die Menschen nicht ausrutschten, doch sie schimpften und schimpften.
So ging das gegenseitige Verurteilen, Vergleichen und Bewerten über eine lange Zeit. Die Menschen erinnerten sich lediglich daran, wie schlecht immer alles war. Irgendwann kam eine neue Reinigungskraft, weil der Mann seine Arbeit kündigte.
Die gleiche Geschichte kann aber auch anders erzählt werden.
Ein Mann war ohne Arbeit und nahm eine Anstellung in einer Autobahn-Raststätte ganz in seiner Umgebung an. Er sollte dort als Reinigungskraft die Toiletten sauber halten.
Seine Arbeit begann mit Beleidigungen und Missachtung von seinen Gästen.
Sein Motto war aber: „Was auch immer passiert, ich mache das Beste draus.“ Der „Toilettenmann“ wusste um die Vorurteile seiner so wichtigen Tätigkeit und gab sich ganz besonders viel Mühe.
Er putzte auch da, wo niemand hinschaute, damit er sich nicht zu schämen brauchte.
Er bemühte sich sehr die Toiletten für alle schön zu halten.
Er hörte hin, wenn eine Mutter zu ihrem Kind sagte, wie faul der Mann ist, weil die Toilette wieder nicht sauber war.
Er hörte hin, wenn ein Geschäftsmann etwas Schlechtes über ihn sagte und er hörte hin, wenn die Menschen auf die Pappe schimpften. Doch getreu nach seinem Motto machte er aus jeder Situation das Beste und blieb fleißig.
An einem Tag stellte er sogar eine große Vase auf den Tisch und stellte dort immer wieder neue Blumen hinein, die er auf den Weg zur Arbeit pflückte. Ein Kind staunte über die neuen Blumen und die Mutter freute sich mit. An einem anderen Tag stellte der „Toilettenmann“ eine kleine Musikbox neben den Blumentisch, aus der ständig fröhliche Musik herauskam. Dann kleidete er sich mal bunt und dann mal wieder anders, einfach um die Menschen damit zu beschenken. Auch stellte er jeden Tag eine Kreidetafel mit einem schönen Spruch auf. Er legte selbstgemachte Duftsäckchen aus, malte Herzchen an die Spiegel und vieles andere.
Eines Tages kam der Geschäftsmann mit dem schönen Anzug auf ihn zu und sagte, dass er sich jedes Mal freue, hier an der Raststätte anhalten zu können. Die ihm wohltuende Zwischenpause gibt ihm für seine Arbeit in der Firma mehr Freude. Viele andere Menschen sagten ähnliches, beschenkten und bedankten sich immer wieder.
Eines Tages fragte ihn ein Gast: Wie schaffen sie das, den Menschen so viel Schönes zu bringen?“ Mit einem lächelnden Gesicht und strahlenden Augen sagte er: „Um glücklich zu sein kommt es nicht darauf an, was du machst, sondern wie du etwas machst.“
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