15/09/2026
Dürfen wir vorstellen: das ist Maarja. Sie ist nicht nur Informatik-Masterstudentin, sondern auch Gründerin von wAIse, einer KI-Plattform für den Mittelstand, die Firmenwissen durchsuchbar macht und unterschiedlichste Dokumente, wie Berichte, Formulare oder Angebote, automatisch ausfüllt.
👉 Wie bist du auf deine Gründungsidee gekommen?
Ich habe jahrelang in der Industrie gearbeitet und erlebt, wie viel Zeit hochqualifizierte Fachkräfte mit reiner Fleißarbeit an Dokumenten verbringen. Ein Beispiel: Ein zweifach promovierter Ingenieur beantwortet Woche für Woche rund 200 ähnliche Fragen für Angebote – Wissen, das längst im Unternehmen vorliegt. Als die generative KI reif wurde, war mir klar: Genau dieses Problem lässt sich jetzt lösen – aber nur, wenn Datenschutz und Datenhoheit von Anfang an mitgedacht werden.
👉 Was waren die bislang größten Herausforderungen bzw. Meilensteine?
Der Spagat zwischen Produktentwicklung, Vertrieb und meinem Masterstudium ist ein Balanceakt. Auch der B2B-Vertrieb im Mittelstand braucht einen langen Atem, denn Vertrauen entsteht nicht über Nacht. Die Meilensteine: wAIse wurde im April ins Stellwerk18 aufgenommen. Im Juni durften wir als eines der 20 Startups auf dem BayStartUP B2B DemoDay in München ausstellen. Im Juli erfolgte die Eintragung ins Handelsregister. Und natürlich machen uns die ersten Gespräche mit namhaften Unternehmen stolz.
👉 Du bist eine von sieben Stipendiatinnen von ROCkETempowers*, das gründungsinteressierte Frauen der TH Rosenheim fördert. Wie profitierst du davon?
Am meisten bringt mir das Netzwerk: Das Team kennt viele Leute in der Region und stellt unkompliziert Kontakte her. Es hat für mich immer ein offenes Ohr und unterstützt, wo sie können. Auch der Austausch mit anderen Gründerinnen und Mentorinnen bringt einen oft schneller weiter als jedes Lehrbuch.
👉 Welchen Tipp hast du für (zukünftige) Gründerinnen und Gründer?
Traut euch was zu! Das gilt besonders für Gründerinnen: Wir sind oft viel zu selbstkritisch und warten, bis wir 100 % der Anforderungen erfüllen, während andere mit 60 % einfach loslegen. Dabei gründen Frauen mindestens genauso gut. Es trauen sich nur zu wenige. Redet so früh wie möglich mit Kunden. Und baut euer Netzwerk aus, privat wie beruflich – es trägt euch durch die zähen Phasen.
Mehr Infos zu ROCkETempowers gibt es auf der Webseite: https://www.th-rosenheim.de/forschung-innovation/entrepreneurship/rocket-empowers-exist-women
*Das exist Women Programm wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.