Traumapädagogik im IBAF

Traumapädagogik im IBAF Traumapädagogik im IBAF

Traumapaedagogik.im.ibaf will das Thema „Traumapädagogik“ in Schleswig-Holstein mit informativen Inhalten sichtbar machen und einen fachlichen Austausch unter verschiedenen Berufsgruppen ermöglichen. Die Austauschplattform ist verankert im IBAF – im Institut für berufliche Aus- und Fortbildung, dem größten Bildungsinstitut im Sozial- und Gesundheitswesen der Diakonie in Schleswig-Holstein. Der IBA

F-Fachbereich Psychologie, Psychiatrie und Pädagogik bietet bereits seit über 10 Jahren verschiedene Fort- und Weiterbildungen zum Thema „Traumapädagogik“ an. Das Institut ist darüber hinaus einer der Träger für die Angebote „TiK-SH – Traumapädagogik in Kindertagesstätten, in der Kindertagespflege und Familienzentren“ und „TiK-SH - Traumapädagogik in Grundschulen und Förderzentren, die vom Land Schleswig-Holstein finanziert werden.

Traumatische Erfahrungen erschüttern grundlegende Annahmen über die Welt, andere Menschen und die eigene Person. Besonde...
03/09/2026

Traumatische Erfahrungen erschüttern grundlegende Annahmen über die Welt, andere Menschen und die eigene Person. Besonders betroffen sind das Vertrauen in Beziehungen sowie das subjektive Sicherheitsempfinden. Nach einem Trauma erleben viele Betroffene ihre Umwelt als unvorhersehbar, bedrohlich oder nicht kontrollierbar. Aus traumapädagogischer Perspektive besteht daher eine zentrale Aufgabe der Fachkräfte darin, Sicherheit wiederherzustellen und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Traumapädagog*innen können in diesem Sinne als „Sicherheitsbeauftragte“ verstanden werden. Sie sorgen nicht nur für den Schutz vor tatsächlichen Gefährdungen, sondern schaffen auch emotionale, soziale und strukturelle Sicherheit. Durch transparente Regeln, verlässliche Beziehungen, vorhersehbare Abläufe und eine wertschätzende Grundhaltung ermöglichen sie den Betroffenen, neue Erfahrungen von Vertrauen und Kontrolle zu machen. Erst wenn ein Mensch sich ausreichend sicher fühlt, kann er belastende Erlebnisse verarbeiten und neue Bewältigungsstrategien entwickeln.

Diese Aufgabe stellt hohe Anforderungen an die Fachkräfte. Sie benötigen besondere persönliche und professionelle Qualitäten wie Empathie, Beziehungsfähigkeit, Selbstreflexion, Geduld und die Fähigkeit zur Affektregulation. Gleichzeitig müssen sie Traumafolgen als verständliche Reaktionen auf außergewöhnliche Belastungen einordnen können und Verhaltensweisen nicht vorschnell bewerten. Eine traumasensible Haltung zeichnet sich dadurch aus, die Bedürfnisse nach Schutz, Orientierung und Selbstbestimmung konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.

Damit Fachkräfte selbst als sichere Bezugspersonen wirken können, benötigen sie wiederum sichere Rahmenbedingungen für ihre Arbeit. Dazu gehören ein unterstützendes Team, fachliche Begleitung durch Supervision, ausreichende personelle und zeitliche Ressourcen sowie eine Organisationskultur, die Belastungen ernst nimmt und Raum für Reflexion bietet. Nur wenn Fachkräfte selbst Stabilität, Unterstützung und Sicherheit erfahren, können sie diese auch an die ihnen anvertrauten Menschen weitergeben.

In 2027 noch nichts vor? Dann meldet euch an für TiK-SH Kita!Ab sofort findet ihr alle Termine für unsere unentgeltliche...
27/08/2026

In 2027 noch nichts vor? Dann meldet euch an für TiK-SH Kita!

Ab sofort findet ihr alle Termine für unsere unentgeltlichen traumapädagogischen Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte aus Kitas, Familienzentren und der Kindertagespflege in der Region Nord-West auf unserer Website.

Auch für eure Inhouse-Schulungen zum Thema Traumapädagogik sowie für Supervisionen und Beratungen im Zusammenhang mit einzelnen hochbelasteten Kindern sind wir der richtige Ansprechpartner.

Die Termine für Veranstaltungen der anderen Regionen bzw. Träger findet ihr übrigens unter: www.tik-sh.de

Ein guter Start in die SchuleDer Start in die Schule ist ein großer Schritt für alle Kinder und mit viel Aufregung und V...
19/08/2026

Ein guter Start in die Schule

Der Start in die Schule ist ein großer Schritt für alle Kinder und mit viel Aufregung und Vorfreude, aber potenziell auch mit Ängsten und Unsicherheit verbunden. Gerade für hochbelastete oder traumatisierte Kinder kann diese Veränderung zusätzlichen Stress erzeugen und die Schulzeit nachhaltig prägen.

Der traumasensible Blick kann dabei helfen, die Kinder in den großen und kleinen Übergängen, die das Leben bereithält, gut zu begleiten. Werden Übergänge wie die Einschulung sensibel gestaltet, können Kinder gestärkt aus diesen hervorgehen und sich mutig und neugierig in den Lebensraum Schule begeben, Neues lernen, sich einbringen und wachsen.

Vieles, was dabei hilft, die Schule als sicheren Ort zu gestalten, wird dort schon längst gelebt und tut allen gut:
Eine herzliche Willkommenskultur, in der jedes Kind einzeln begrüßt wird.
Ein strukturierter und einladender Klassenraum.
Kindgerechte Informationen darüber, wie das System Schule funktioniert.
Klassenregeln, die leicht verständlich und nachvollziehbar erklärt und ggf. gemeinsam überarbeitet werden.
Leichte und schöne Momente miteinander, in denen gelacht und gestaunt wird.
Ein ressourcenorientierter Blick auf jedes Kind: „Was bringst du mit, was wir in der Schule dringend brauchen?“

All diese Faktoren können Sicherheit und Orientierung geben und das Ankommen somit erleichtern.

Wir wünschen in diesem Sinne allen an Schule Tätigen sowie allen Kindern und Eltern ein gutes Ankommen im neuen Schuljahr und ein fröhliches gegenseitiges Kennenlernen.

Sie möchten mehr Unterstützung im Umgang mit hochbelasteten Kindern im Schulalltag? In unseren unentgeltlichen Fortbildungen sowie in Supervision und Beratung vermitteln wir hilfreiche Impulse aus der Traumapädagogik.

Diese finden Sie hier: www.ibaf.de/tik-sh-schule

Foto: Christel Lottmann

Trauma-ABC: Guter Grund In der Traumapädagogik gehen wir davon aus, dass jedes Verhalten einen guten Grund hat. Auch wen...
11/08/2026

Trauma-ABC: Guter Grund

In der Traumapädagogik gehen wir davon aus, dass jedes Verhalten einen guten Grund hat. Auch wenn wir diesen Grund nicht sofort erkennen können, steckt hinter dem Verhalten eines Menschen eine wichtige Erfahrung, ein (unbefriedigtes oder verletztes) Bedürfnis oder eine Schutzstrategie.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die belastende oder traumatische Erfahrungen gemacht haben, reproduzieren in der aktuellen Situation Verhaltensweisen, die ihnen einmal geholfen haben, mit schwierigen Situationen umzugehen – in dem Moment also hoch sinnhaft waren oder sogar das eigene Überleben gesichert haben. Im aktuellen Kontext erscheinen diese Verhaltensweisen jedoch häufig dysfunktional und verursachen neue Probleme.

Statt zu fragen: „Was stimmt nicht mit dir?“, fragen wir deshalb: „Was ist dir passiert und wofür könnte dieses Verhalten eine Lösung sein?“

So hilft uns die Annahme des guten Grundes, Menschen mit mehr Verständnis, Respekt und Wertschätzung zu begegnen. Sie schafft die Grundlage für Vertrauen, Sicherheit und Entwicklung.

Dieses Verstehen bedeutet nicht, mit der gezeigten Verhaltensweise im aktuellen Kontext einverstanden zu sein, sondern gemeinsam der verborgenen Sinnhaftigkeit des Verhaltens auf die Spur zu kommen, das zugrunde liegende Bedürfnis zu versorgen und ein Stück weit eine korrigierende und im besten Falle heilende Erfahrung möglich zu machen.

Der gute Grund ist übrigens einer der Aspekte der traumapädagogischen Grundhaltung, die der Fachverband Traumapädagogik in seinen Standards entwickelt hat.

„Sendepause“Wir laden euch ein, mit uns eine Social-Media-Pause und damit eine analoge Zeit einzulegen.Auch wenn wir die...
09/07/2026

„Sendepause“

Wir laden euch ein, mit uns eine Social-Media-Pause und damit eine analoge Zeit einzulegen.

Auch wenn wir dieses Medium mit Freude nutzen und mit Inhalten befüllen, sind wir uns bewusst, dass Social Media Reizüberflutung fördern kann.

Jetzt ist Zeit für echte Begegnungen, Naturerleben und kreatives Schaffen …

Vom 10. bis 31. Juli haben wir drei Wochen Sendepause hier auf unserem Facebook-Account.

Danach freuen wir uns, euch wieder mit traumapädagogischen Inhalten zu versorgen.

Habt eine gute Zeit und schöne Sommertage!

Herzliche Einladung:„Ich sehe dich. Traumapädagogische Perspektiven aus 10 Jahren TiK-SH Kita“ Donnerstag, 10.09.2026Wis...
02/07/2026

Herzliche Einladung:
„Ich sehe dich. Traumapädagogische Perspektiven aus 10 Jahren TiK-SH Kita“

Donnerstag, 10.09.2026
Wissenschaftszentrum Kiel
10:00 bis 15:30 Uhr

Vor ein paar Wochen haben wir euch noch an den Vorbereitungen für den Fachtag teilhaben lassen – nun ist auch die Einladung verschickt. Meldet euch zahlreich an!

Einzige Voraussetzung: Ihr seid als pädagogische Fachkraft in einer Kita, einem Familienzentrum oder in der Kindertagespflege in Schleswig-Holstein tätig.

Wir freuen uns auf einen bunten Tag mit euch.
Mehr Informationen zum Programm und den Anmeldelink findet ihr über folgenden Link: www.kinderschutzbund-sh.de/fortbildung/id-379

Traumapädagogik und FluchtEine Fluchterfahrung gemacht zu haben, bedeutet nicht automatisch, „traumatisiert“ zu sein. De...
25/06/2026

Traumapädagogik und Flucht

Eine Fluchterfahrung gemacht zu haben, bedeutet nicht automatisch, „traumatisiert“ zu sein. Dennoch ist eine erlebte Flucht ein Risikofaktor dafür, Traumafolgestörungen zu entwickeln, und betrifft eine große Gruppe von Menschen weltweit.

Nach belastenden Erlebnissen sind nicht alle Reaktionen „Störungen“, sondern in vielen Fällen auch normale Anpassungsreaktionen und Überlebensstrategien auf existenzielle Herausforderungen wie:

Gefahr und Gewalt im Heimatland, Gefahr und Gewalt auf der Flucht, das Miterleben von Gewalt, der Verlust der Heimat, der Verlust der (Mutter-)Sprache, der Verlust von Angehörigen und Freund*innen, der Verlust von Ansehen und Autonomie, der Aufenthalt in Erstaufnahmeeinrichtungen, Gruppenunterkünften oder Übergangsquartieren, ein unsicherer Aufenthaltsstatus, wenig Orientierung sowie erlebte Willkür staatlicher Institutionen.

Diese Abfolge ganz verschiedener und aufeinanderfolgender Belastungen wird sequenzielle Traumatisierung genannt und erhöht das Risiko, Traumafolgestörungen wie PTBS oder Depressionen zu entwickeln. Laut Studien sind etwa 30–50 % der Menschen mit Fluchterfahrung davon betroffen.

Für einen traumasensiblen Umgang mit geflüchteten Menschen heißt das, die erlebten und noch anhaltenden Belastungen sowie kulturelle Unterschiede im Hinterkopf zu haben. Wir müssen nicht genau wissen, wie die andere Kultur organisiert ist. Aber die Idee, dass es ganz anders sein könnte, lässt uns mit respektvoller Neugier auf Menschen mit Fluchterfahrung zugehen und Wertschätzung sowie Zugewandtheit ausdrücken.

Noch etwas zur Praxis: Wenn Geflüchtete von sich aus belastende Ereignisse erzählen, gibt es zwei Stoppsignale:

1. Die erzählende Person rutscht ins traumatische Erleben, gekennzeichnet durch Übererregung oder Dissoziation.
2. Die persönliche Grenze der zuhörenden Person ist erreicht.

In beiden Fällen können kleine Interventionen, wie das Fenster zu öffnen oder ein Glas Wasser anzubieten und zu trinken, eine kurze Unterbrechung schaffen. Diese gibt beiden Seiten die Möglichkeit, ins Hier und Jetzt zurückzukommen.

Re-Zertifizierung geschafft!Im Vergleich zur Erstzertifizierung vor einigen Jahren war die aktuelle Re-Zertifizierung ei...
18/06/2026

Re-Zertifizierung geschafft!

Im Vergleich zur Erstzertifizierung vor einigen Jahren war die aktuelle Re-Zertifizierung ein Klacks. Dennoch haben wir zusammen mit unserer wunderbaren Weiterbildungsleiterin Daniela Feuerhak den einen oder anderen Nachmittag zusammengesessen, um die nötigen Änderungen vorzudenken, die Weiterbildungsstruktur und die Inhalte anzupassen und den Antrag auszufüllen.

Zum Beispiel bekommt das Thema „Trauma und Sucht“ zukünftig mehr Raum. Unser Curriculum entspricht nun für die nächsten fünf Jahre den aktuellen Kriterien der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie und des Fachverbands Traumapädagogik.

Wir hatten also allen Grund, auf die erfolgreiche Re-Zertifizierung anzustoßen.

https://fachverband-traumapaedagogik.org
https://www.degpt.de/

Wir freuen uns auf eine „neue Runde“: Die Termine für Fortbildungen im Projekt TiK SH Schule in der Region Nordwest sind...
11/06/2026

Wir freuen uns auf eine „neue Runde“: Die Termine für Fortbildungen im Projekt TiK SH Schule in der Region Nordwest sind online und buchbar. Den Link zu den Anmeldemöglichkeiten findet ihr in der Bio.

Die Angebote von „TiK-SH Traumapädagogik“ in Grundschulen und Förderzentren unterstützen alle pädagogisch Tätigen im Land, die an einer Grundschule oder einem Förderzentrum arbeiten, dabei, mehr Handlungssicherheit im Umgang mit belasteten Kindern zu bekommen. Ihr könnt unentgeltlich an unseren Fortbildungen zu traumapädagogischen Inhalten teilnehmen sowie Beratung und Supervision in Anspruch nehmen.

AG Traumapädagogik in der frühen Kindheit – da kommt was auf euch zu Seit einigen Jahren sind wir von TiK-SH Kita auch g...
04/06/2026

AG Traumapädagogik in der frühen Kindheit – da kommt was auf euch zu

Seit einigen Jahren sind wir von TiK-SH Kita auch ganz praktisch im Fachverband Traumapädagogik aktiv. Zusammen mit anderen tollen Fachmenschen aus dem Bundesgebiet erarbeiten wir aktuell eigene traumapädagogische Standards für den Bereich der frühen Kindheit. Diese orientieren sich an den bestehenden Standards des Fachverbandes, greifen aber zusätzlich den spezifischen Bedarf für den Bereich 0–6-jähriger Kinder auf. Lebensgeschichtlich frühe Unterstützungen sind im Traumakontext besonders wirksam und können dazu beitragen, dass sich Traumafolgen nicht chronifizieren.

Die Arbeit in der AG ist intensiv, menschlich und stärkend – vor allem aber macht sie Sinn und jede Menge Spaß! Sogar dann, wenn sich die Gewitterwolken nach einem langen Arbeitstag über uns zusammenbrauen. Bei leckerem Essen und guten Gesprächen haben wir den Regenguss gemeinsam im Beachclub am Dümmer See abgewettert! Für drei Tage waren wir dort zur Klausur verabredet. Diese persönlichen Treffen sind für das Vorankommen unglaublich wichtig und bereichernd. Die meisten anderen Treffen finden digital statt.

Auf den Fotos: Marie aus Rendsburg, Eireen aus Köln, Rita aus Delbrück, Frauke aus Elmshorn und André aus der Eifel.

Adresse

IBAF-Fachbereich Psychologie, Psychiatrie, Pädagogik • Martinshaus – Kanalufer 48
Rendsburg
24768

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Traumapädagogik im IBAF erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Die Schule/Universität Kontaktieren

Nachricht an Traumapädagogik im IBAF senden:

Verknüpfungen

Teilen

Kategorie