18/07/2024
Ich starrte auf die Anzeige, mit der meine Praktikantin unter meiner Nase herumwedelte. Das war genau der Ort, an dem ich meinen neuen Traumjob haben wollte. 450 Kilometer weit weg von meiner Heimatstadt, im Süden von Deutschland: Ravensburg, die Stadt der Spiele.
Und der Job passte perfekt auf mein Profil. Es wurde jemand gesucht, der Pädagoge ist und Verlagserfahrung hat. Für einen Job als Spieleredakteurin im Ravensburger Spieleverlag.
Spiele waren schon immer meine große Leidenschaft. Nach der Arbeit setzte ich mich sofort an meinen Schreibtisch und machte die Bewerbung fertig.
Drei Monate später zog ich von Frankfurt nach Ravensburg und fing in meinem Traumjob an.
Die Samen hatte ich ein paar Monate vorher in den Boden meines Lebens gelegt. Ich fragte einen guten Freund, wo im Süden denn eine schöne Kleinstadt ist, denn er war im Außendienst und viel in Süddeutschland unterwegs. Und wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort: Ravensburg.
Die kleine Stadt in Oberschwaben wanderte immer wieder durch meine Gedanken und ich überlegte, wie es mir wohl gelingen könnte, dorthin zu kommen.
Und dann kam meine Praktikantin mit der Anzeige, auf die sie eine Probe-Bewerbung schreiben wollte.
Sie wurde zur magischen Botschafterin des Universums, das viele Wege hat, unsere Herzenswünsche zu uns zu bringen. Mein Traumjob wurde so Wirklichkeit. Und ich lernte, wie wichtig es ist herauszufinden, wo wir hinwollen. Denn sonst kann das Universum nicht liefern.
Viele meiner Coaching Klienten sind so unzufrieden und unglücklich in ihrer Arbeit, dass sie nur daran denken, wie sie von dort wegkommen können. Es ist ein „weg von“, das in ihnen arbeitet. Und ihnen Kraft und Ideen raubt. Sie haben keine Ahnung, was ihr Traumjob sein könnte. Davon wagen sie nicht einmal zu träumen.
Wenn wir uns eine Veränderung wünschen, müssen wir ein Bild davon entwickeln, wohin wir wollen. Es geht immer um „hin zu“. Nicht um „weg von“.
„Weg von! ist einfach nur Flucht. Es ist wie eine innere Verneinung zu dem, was gerade ist. Und baut Widerstand und Frust in uns auf.
Für eine berufliche Entwicklung und Veränderung brauchen wir ein inneres Bild, ein Ziel, eine Vision, auf die wir uns zubewegen.
In unserem Verstand macht sich meist der innere Kritiker bemerkbar. Er denkt in Problemen, Schwierigkeiten, Hürden, Herausforderungen.
Das hat die Wirkung, dass der Luftballon unserer Träume mit einem kritischen Nadelstich seiner Energie beraubt wird. Und aus den luftigen Höhen unserer Fantasie wieder auf den Boden der scheinbaren Probleme zurücksinkt.
Von denen gar nicht bewiesen ist, dass sie alle Wirklichkeit werden. Denn psychologische Studien zeigen: Die meisten unserer Befürchtungen treten gar nicht ein. Sie sind nur eine Idee unseres katastrophischen Gehirns.
Was hat dir geholfen, den Weg zu deinen Träumen zu finden? Welche Fügungen hast du schon erlebt, wenn du ihnen Raum gegeben hast?