13/10/2026
Woche des Sehens an der Duncker-Oberschule
Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse erleben Sehbehinderung und Blindheit hautnah
Am Montag, 12.10.2026 stand an der Duncker-Oberschule alles im Zeichen der Woche des Sehens. Die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse hatten die Gelegenheit, an vier abwechslungsreichen Stationen die Lebenswelt von Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit kennenzulernen und ihre eigenen Sinne auf eine ganz neue Weise zu entdecken.
An der ersten Station wurde die Sehschärfe der Schülerinnen und Schüler überprüft. Dabei konnten sie erfahren, wie wichtig gutes Sehen im Alltag ist.
Die zweite Station stand ganz im Zeichen der Blindverkostung. Hier waren der Geschmacks- und Geruchssinn gefragt. Ohne den Einsatz der Augen galt es, verschiedene Lebensmittel zu erkennen und zu erschmecken.
An der dritten Station, dem Dunkelkabinett, konnten die Jugendlichen erleben, wie es sich anfühlt, sich ohne visuelle Orientierung zurechtzufinden. Diese Erfahrung machte deutlich, welche Herausforderungen alltägliche Situationen mit sich bringen können, wenn der Sehsinn fehlt.
Bei der vierten Station ging es mit Simulationsbrillen und Langstock auf Erkundungstour. Die Schülerinnen und Schüler konnten ausprobieren, wie Menschen mit unterschiedlichen Sehbeeinträchtigungen ihre Umgebung wahrnehmen und sich mithilfe des Langstocks orientieren.
Viele Schülerinnen und Schüler waren von der Stationsarbeit tief beeindruckt. Besonders die Erfahrungen im Dunkelkabinett und beim Umgang mit dem Langstock machten ihnen deutlich, wie herausfordernd es sein kann, sich ohne oder mit stark eingeschränktem Sehvermögen im Alltag zurechtzufinden. Einige konnten sich kaum vorstellen, selbst blind zu sein, und zeigten sich nachdenklich angesichts der Schwierigkeiten, die Menschen mit einer Sehbehinderung täglich bewältigen.
Praktische Einblicke in hilfreiche Alltagsbegleiter
Den Abschluss des Projekttages gestaltete Frau Brandstäter. Sie stellte verschiedene Hilfsmittel vor, die blinden und sehbehinderten Menschen den Alltag erleichtern. Dabei konnte sie auch auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen, da sie ihren erblindeten Nachbarn über viele Jahre unterstützend zur Seite gestanden hatte.
Die Schülerinnen und Schüler lernten unter anderem eine Geldschablone zum Erkennen von Geldscheinen, die Blindenschrift sowie sprechende Geräte kennen. Diese Hilfsmittel zeigten eindrucksvoll, wie technische und praktische Lösungen Menschen mit Sehbehinderung dabei unterstützen, ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten.
Unterwegs in Rathenow: Orientierung im öffentlichen Raum
Ein gemeinsamer Weg durch die Stadt Rathenow rundete den Projekttag ab. Dabei wurde das Blindenleitsystem im öffentlichen Raum erläutert. Die Jugendlichen erfuhren, wie spezielle Bodenindikatoren blinden und sehbehinderten Menschen helfen, sich auf Gehwegen und an wichtigen Orientierungspunkten sicherer zurechtzufinden.
Der Projekttag bot zahlreiche eindrucksvolle Erfahrungen und neue Erkenntnisse. Er sensibilisierte die Schülerinnen und Schüler für die Herausforderungen, denen blinde und sehbehinderte Menschen täglich begegnen, und zeigte zugleich, wie Hilfsmittel, Rücksichtnahme und eine barrierefreie Umgebung zu mehr Selbstständigkeit und Teilhabe beitragen können.
Die Woche des Sehens zeigt: Inklusion beginnt mit Verständnis, Aufmerksamkeit und der Bereitschaft, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Ein erlebnisreicher und nachdenklich stimmender Tag, der sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird!