24/07/2022
Die Verflüssigung der ysraelitischen Identität
Das gegenwärtige Zeitalter zeichnet ein unzureichendes Bild der sozialen Struktur des historischen Volkes Y'sra'el. Insbesondere die Identitätsmerkmale des historischen Volkes unterliegen einer Unschärfe, die dringend eine Korrektur bedarf.
In der kollektiven Wahrnehmung - zumindest in der westlichen Welt - ist das heutige Bild lediglich auf das reduziert, was die Welt als „jüdisches” Volk kennt. Das liegt daran, dass das von ihnen gelebte Muster, weltweit dominiert. Diese Expansion entwickelte sich insbesondere durch die intellektuelle Einflussnahme des rabbinischen Judentums und die damit einhergehende Verbreitung ihrer Weltanschauung.
Jedoch spiegelt diese weitverbreitete Weltanschauung keineswegs die Weltanschauung der historischen Nation wieder, von dem die Tora berichtet. Eine neue Kultur-Ordnung fand statt. Das ist nicht zuletzt dramatisch, für alle die sich auf die Tora und die Stammesväter berufen, jedoch, aus ihrer Praxis heraus, nicht als Volk Ysrael wahrgenommen werden, da sie eben nicht Teil sind von diesem etablierten Bild, sowie von dem rabbinischen Judentum geprägten Identitätsmerkmalen. Alles was sich außerhalb dieses Rahmens befindet, wird nicht als “ysraelitisch/ hebräisch” wahrgenommen. Die Kippa beispielsweise, ist erst im 19 Jahrhundert Teil der jüdischen Kleidung geworden, vorher war die Breithaube gängig, zumindest bei den europäischen Aschkenasim. Das gleiche gilt für den schwarzen Mantel. Der Schtreimel (Pelzhut) oder der Spodek ist parallel bei den Chassiden in die Mode gekommen. Wichtig aber ist die Einsicht, dass all diese Kleidungsstücke gar nichts mit der historisch-kulturellen Kleidung der Ysraeliten zutun haben. Die heute etablierte jüdische Mode wurde insbesondere durch die modische Einflussnahme von europäischen Proselyten vorgenommen. Diese haben auch maßgebend die Kultur-Ordnung gestaltet die man heute als “jüdisch” kennzeichnet.
Die Kleidung des historischen Volkes Bestand aus einem Turban und Gewändern, so wie wir es heute verstärkt in der semitischen Kultur in Asien und in Afrika wieder finden. Jedoch werden die täuschenden Identitätsmerkmale nicht nur von dem Erscheinungsbild hervorgerufen, sondern insbesondere auch durch die gesellschaftlichen Strukturen und der etablierten Familienpolitik innerhalb des rabbinischen Judentums.
Mann vergisst, dass die Ysraeliten ein patriarchales Volk waren, die familienintern heirateten und deren Männer zum Teil mindestens zwei Ehefrauen hatten. Wirft man heute einen Blick in die vom rabbinischen Judentum geprägten Familienstrukturen, so entdeckt man eine europäisch geprägte Familienstrukturen, die gänzlich konträr zu den semitischen Familienkonzepten stehen. Die monogame Ehe unter den europäischen Juden haben wir hauptsächlich Gershom ben Judah zu verdanken. Dieser verbot für eine bestimmte Anzahl an Jahren (1000) die Mehrehe unter den Ashkenazim. Trotz des Verbotes war parallel dazu die Mehrehe unter den Sephardim weiterhin gewöhnliche Praxis. Auch heute ist es so, dass überall wo die Mehrehe normale Praxis ist, man auch Ysraeliten findet die mehrere Ehefrauen haben. Die ursprüngliche ysraelitischen Konzepte, die man heute in Afrika, in Libanon, in Saudi Arabien, Jemen oder auch teilweise im Iran wiederfindet, werden aber leider immer wieder mit dem Attribut “islamisch” befleckt, aber eben nicht als “ysraelitisch / hebräisch” identifiziert - obwohl explizit diese Praxis als vor-islamisch zu gelten hat und somit aus der generellen semitische Kultur in den Islam eingeflossen ist.
Die Sippe beispielsweise, die in der semitischen Kultur einen wichtigen Stellenwert besitzt, hat im rabbinischen Judentum keinerlei Bedeutung erlangt. Das liegt nicht zuletzt darin, dass das rabbinische Judentum eine institutionelle Ebene erschaffen hat, die vieles verschoben und verdeckt hat, sondern insbesondere an der Entfremdung zu der semitischen Kultur. Die Förderung der Sippenstruktur wurde strikt vermieden. Ihre Potenz für die Bildung der sozialen Volksstruktur stößt auf Ablehnung. Eine Annäherung zu säkularen, europäisch geprägten Volksordnung hat die Bühne erobert, und die einst vorherrschende Volksverwaltung und die Bestimmung des ysraelitischen Volkes sabotiert. und es lediglich nur für politische Zwecke instrumentalisierte im Sinne des Zionismus.
Betroffen war dadurch nicht zuletzt die natürliche, zwischenmenschliche Struktur und ihre naturgegebene Ordnung basierend auf die gewöhnliche Familie, sondern auch die gesunde Bildung einer Volksidentität, die aus der gewöhnlichen Familie selbst ihre Existenz begründet. Dadurch sind verstärkt die natürlichen Autoritäten innerhalb einer Sippe der Bedeutungslosigkeit verfallen. Der Begriff der Sippe, und vielmehr der Begriff des Stammeszugehörigkeit wurde reduziert auf einen plakativen Begriff: Jude!
Jeder Ysraelit wird heute wie selbstverständlich als Jude eingestuft, obwohl es zwölf Stammeshäupter und 13 Stämme gibt . Das führt insbesondere zu Verwirrung, da man dieses Vorgehen aus den schriftlichen Überlieferungen kaum begründen kann. Daher ist es nicht vermessen dies als politische Strategie zu bewerten, die die Absicht verfolgt eine gekünzelte Einheit vorzugeben. Alle Ysraeliten nach einem Bruder mit dem Namen “YAHUDA” zu benennen, stellt gleichzeitig auch eine Entehrung der Väter da und damit eine gewaltige Sünde. Es ist das Recht eines Vaters, dass seine Kinder nach Ihm benannt werden und es ist eine Ehre und eine Pflicht für die Kinder den Namen Ihres Vaters nicht vergehen zu lassen. Jedoch, führt die im Moment etablierte politische Strategie nicht dazu, dass sich unsere Identität in die richtige Bahn entwickelt - sondern genau in die falsche Richtung.
Die Stämme müssen wieder aufgebaut werden und ihre Souveränität und ihre Identität erhalten. Die Vorsteher einer jeden Sippe und Stammes müssen ausgerufen werden und die Volksfürsorge übernehmen. Die Struktur des Nationalstaates ist nicht die Art und Weise wie wir als Volk unsere Selbstverwaltung gestalten sollten. Die Volksfürsorge muss auf den Schultern der Väter und die in dieser Menge befindlichen Ältesten und Verantwortungsträgern liegen. Das Volk Ysrael ist durch eine familiäre Ordnung strukturiert und zeichnet sich durch die darin befindliche Loyalität gegenüber der gemeinsamen Einheit, in der Verbundenheit das vorgeschriebene Gesetz des Schöpfers (die Tora) auszuüben um dadurch als heilig und gerecht in seinen Augen zu gelten.
Leider jedoch, ist diese Normalität für viele Menschen die glauben, völlig fremd und abstrakt. Aber, jeder soll wissen, dass das Volk Ysrael wieder aufstehen wird und sich ihre Identität zu eigen machen wird. Möge YAHUAH uns helfen!