11/10/2025
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*** Worte zum Nachdenken ***
Heute Abend erreichte uns im Messenger die Nachricht einer (ehemaligen) Kollegin aus NRW.
Ihre Worte haben uns tief berührt und mit ihrem Einverständnis möchten wir sie mit euch teilen.
Solche Erfahrungswerte erreichen uns regelmäßig, es ist ein systemisches Problem.
Daher unser Appell an alle pädagogischen Fachkräfte, egal in welcher Betreuungsform: Eure Empathie zählt, für jedes einzelne Kind!! ❤️
Es gibt kein "das muss sich daran gewöhnen ", "auf den Schoss nehmen ist übergriffig" oder "damit verwöhnen wir es nur".
Bindung, Geborgenheit, Sicherheit und körperliche Nähe sind schlicht und ergreifend Grundbedürfnisse der Kinder. Mit gravierenden Folgen für die weitere Entwicklung, falls diese Bedürfnisse nicht erfüllt werden.
Viele Kindertagespflegepersonen geben derzeit auf und beenden ihre Tätigkeit. Die Landesregierung NRW geht nicht auf vorhandene Problematiken ein und findet beschwichtigende Worte - immer mit dem Hinweis auf die "Individualität" der Kindertagespflege im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung.
Bald ist von dieser "Individualität" nicht mehr viel übrig - aber wir geben nicht auf. Noch nicht!! 💪
Anbei die Worte, die allen ans Herz gehen sollten:
"Ich schreibe diese Zeilen mit einem schweren Herzen und gleichzeitig mit tiefer Dankbarkeit.
Ich gehöre zu denen, die die Kindertagespflege aufgegeben haben. Der Druck, die Angst, dass Plätze unbesetzt bleiben, die ständige Belastung all das hat mich psychisch so sehr getroffen, dass ich mir Hilfe suchen musste. Der letzte Tag war voller Tränen. Doch die Entscheidung war notwendig, um wieder Kraft zu finden.
Weil ich weiterhin mit Kindern arbeiten wollte, habe ich den Weg in die Kita gewählt. Eigentlich arbeite ich im Ü3-Bereich, doch diese Woche half ich im U3-Bereich aus und dort habe ich noch einmal ganz deutlich gespürt, wie wertvoll und unverzichtbar die Kindertagespflege ist.
Ein Beispiel: Ein 13/14 Monate altes Kind in Eingewöhnung, das Nähe brauchte. Es wollte kurz auf den Arm, fand dann wieder den Weg ins Spiel. Die Ansage lautete: „Auf den Arm nehmen gibt es nicht, das Kind muss das lernen.“
Wie weh tat es mir, das zu hören. Wie sehr wünsche ich mir, dass diese Kinder in die Kindertagespflege dürfen, wo Bindung und Geborgenheit selbstverständlich sind!
Ich konnte nicht anders, ich nahm ihn auf den Schoß. Für mich war es richtig auch wenn ich weiß, dass ich mir dadurch vielleicht Ärger einhandle.
Trotz allem: Ich bin dankbar. Dankbar für euch und all die Kindertagespflegepersonen, die immer noch kämpfen, die sich einsetzen, die nicht müde werden, für die Kleinsten das Beste zu geben. Auch wenn ich selbst nicht mehr in diesem Feld arbeite, bete ich, dass ihr eure Kraft nicht verliert und dass die Kindertagespflege die Anerkennung und Unterstützung bekommt, die sie so dringend verdient.
Ihr seid wichtig.
Für die Kinder. Für die Familien. Für unsere Gesellschaft.
Danke. ❤️"