06/12/2024
Ein Viertel der deutschen Grundschüler erreicht nicht die Mindestanforderungen in Mathematik.
Am 4. Dezember 2024 wurden die TIMSS 2023 Ergebnisse weltweit veröffentlicht. Die TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Study) ist eine internationale Schulleistungsuntersuchung, die alle vier Jahre das mathematische und naturwissenschaftliche Grundverständnis von Schülerinnen und Schülern am Ende der 4. Jahrgangsstufe erfasst. An TIMSS 2023 beteiligten sich weltweit 58 Teilnehmerländer, darunter 22 EU-Mitgliedstaaten und 29 OECD-Staaten. In Deutschland umfasste die repräsentative Stichprobe 4.442 Viertklässlerinnen und Viertklässler an 230 Schulen. Für die wissenschaftliche Befassung mit dem Phänomen der Dyskalkulie ist sie von großem Interesse, weil sich aus dem Abschneiden Deutschlands im internationalen Vergleich Aussagen darüber treffen lassen, wie viele Kinder tatsächlich nicht in der Lage sind, die Grundlagen des Rechnens zu erwerben und wie vielen Kindern durch geeignete Interventionen wie Förderunterricht, Nachhilfe oder Dyskalkulie-Therapie die Beherrschung der Grundrechenarten vermittelt werden kann, die zum Ende der vierten Jahrgangsstufe als Voraussetzung gelten, um in den nächsten Jahrgangsstufen weitere Kenntnisse der Mathematik zu erwerben.
Die Leistung Deutschlands in Mathematik hat sich im Vergleich zu 2019 nicht verändert. Die mittleren mathematischen Kompetenzen der Viertklässlerinnen und Viertklässler betragen in TIMSS 2023 524 Punkte, was eine konstante Leistung im Vergleich zu 2019 (521 Punkte) darstellt. Diese Stabilität ist bemerkenswert, da sie trotz der pandemiebedingten Einschränkungen im Schulbetrieb in den Jahren 2020 und 2021 erreicht wurde. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die höchste Kompetenzstufe V erreichen, ist sogar signifikant gestiegen. In TIMSS 2023 erreichen 8,3% der Viertklässler diese Stufe, verglichen mit 6,0% im Jahr 2019. Allerdings bleibt der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Mindestanforderungen nicht erfüllen, mit etwa einem Viertel weiterhin hoch. 25,1% der Schülerinnen und Schüler liegen auf den niedrigsten Kompetenzstufen I und II. Dies zeigt, dass trotz der stabilen Gesamtleistung weiterhin Handlungsbedarf besteht, um die Leistungen im unteren Bereich zu verbessern.