28/09/2026
Wir haben eine ganze Menge ziemlich normalisiert, was unserem Nervensystem wenig Gelegenheit gibt, herunterzufahren.
Ständig beschäftigt sein. Produktiv sein. Auch dann noch etwas erledigen, wenn eigentlich nichts mehr dringend ist.
Morgens nach dem Aufwachen als Erstes aufs Handy schauen. Abends im Bett als Letztes auch.
Viel denken und dabei kaum mitbekommen, was im Körper eigentlich gerade passiert. Ihn vielleicht sogar ignorieren. Hauptsache, er funktioniert.
Emotionen unterdrücken, weil sie im Moment nicht passen. Leistung geht schließlich vor.
Sich erst ausruhen, wenn man krank ist. Und manchmal nicht einmal dann.
Ständig erreichbar sein und das Gefühl haben, zeitnah reagieren zu müssen.
Den müden Körper morgens und nachmittags mit Koffein anschieben und ihn abends mit Wein wieder herunterholen.
Den größten Teil des Tages sitzen. Wenig draußen sein. Wenig Tageslicht, Natur und Bewegung.
Das "Interessante" daran ist, so finde ich: Vieles davon fällt uns gar nicht mehr als Belastung auf.
Es ist einfach Alltag geworden. Weshalb behandeln wir Erschöpfung dann eigentlich noch als individuelles Problem? Es ist doch längst ein gesellschaftliches geworden.