29/09/2026
Weltweit gerät das Völkerrecht durch die Erosion des Gewaltverbots, den Aufstieg anti-liberaler Allianzen und den Vorwurf doppelter Standards stark unter Druck, nicht nur durch die jüngsten militärischen Interventionen und Drohungen Russlands, der USA und China. Multilaterale Regelsysteme und ihre völkerrechtlichen Grundlagen drohen weiter ausgehöhlt zu werden. Das Recht des Stärkeren scheint immer mehr die Oberhand gegenüber der Stärke des Rechts zu gewinnen. Auch Deutschland steht vor einer Wegscheide, auch im Hinblick auf die Bewertung des Gaza-Kriegs. Wie sind diese Verschiebungen aus völkerrechtlicher Sicht zu bewerten? Droht das Völkerrecht zur bloßen Machtoption zu verkommen, wenn Rechtsbrüche je Bündniszugehörigkeit unterschiedlich bewertet werden? Wie kann Deutschland als Verfechter einer „regelbasierten Ordnung“ wieder Glaubwürdigkeit erlangen? Diese Fragen werden mit dem renommierten Straf- und Völkerrechtler Prof. Dr. Kai Ambos diskutiert.
Referent*in:
Kai Ambos ist Professor für Strafrecht, Straf- und Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung, internationales Strafrecht und Völkerrecht an der Universität Göttingen sowie Richter an den Kosovo Specialist Chambers, Den Haag.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldungen bitte mit dem Online-Anmeldeformular auf der Homepage der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften.
Veranstaltungsreihe „Zwischen autoritärem Libertarismus und demokratischem Faschismus – Weltordnung im Umbruch“.