12/08/2023
Es berührt mich immer wieder, wenn ich die Lebenserlebnisse von Mechthild Schroeter-Rupieper lesen darf. Sie und ein Teil ihres Teams durfte ich auf der letztjährigen Messe "Leben und Tod" in Freiburg das erste Mal "live" erleben. Ich würde mich sehr freuen, wenn es auch dieses Jahr, Ende Oktober, wieder zu einer Begegnung auf der Messe kommt. Ich bin dankbar und beseelt von diesem Engagement, der Haltung und der Hingabe, mit welcher da gearbeitet und begleitet wird. Alles Gute und "Glück auf" nach Gelsenkirchen und Danke für dieses Vorbild
Schade
„Schade, dass meine Mama nicht mehr da ist“, sagt der 5 jährige Gabriel, dessen Mama verstorben ist.
Er weint nicht, ist auch nicht traurig, er findet es „nur“ schade und erzählt dies vielen, fast allen Leuten.
Das irritiert manche und andere sind erleichtert: „Gott sei Dank ist Gabriel nicht so traurig!“
hört man, und auch: „Komisch. Seltsam, dass Gabriel nicht so traurig ist!“
Es liegt am Alter.
Menschen können nur das betrauern, was sie verstehen. Gabriel ist 5 und er versteht nur, dass Mama nicht da ist. Fehlt. Dass sie zu seiner Einschulung im nächsten Jahr auch nicht da sein wird, das ahnt er noch nicht.
Gabriel ist im Hier und Jetzt.
Und wenn er sich in der Kita den Finger klemmt und total weint, mehr weint, als Außenstehende verstehen, dann kann es sein, dass da grade die Trauer um Mama rauskommt, die er noch nicht verbalisieren kann.
Die aber in ihm drin ist.
Eigentlich klar: seine Mama ist tot, Papa ist traurig, komisch und anders, Oma und Opa sind auch anders, aber sie sind noch da. Essen auch, das Dach über dem Kopf auch, Kita auch, alles ist da - nur Mama nicht. Schon traurig. Aber dass Mama NIE MEHR WIEDERKOMMT, das ist so traurig, dass er es entwicklungspsychologisch (zum Glück) noch nicht nicht versteht. Da schützt die Psyche das Kind.
Und weil er auch Glück mit seinem Papa hat, kommen beide nächste Woche zu Lavia.
15 Familientrauerbegleiter:innen waren gestern Abend zur Teamsitzung im LAVIAhaus.
Wir aßen, tauschten aus, klärten Termine und dann spielten wir ein neues Spiel mit Pantomime, Malen und Erklären, was im neuen „Praxisbuch LAVIA Lebensweg- und Trauermodell“ erscheinen wird.
Wir optimieren es noch, damit es noch passender wird. :-)
11 Pädagog:innen, 2 Lehrer:innen, eine Krankenhausseelsorgerin und eine Psychologin saßen da zusammen, aßen, fachsimpelten, spielten und freuten sich, miteinander im Team zu sein. Ach ja, die kleine Lotte war auch dabei.
Bald können wir eine eigene kleine Spielgruppe für die Kinder unserer Teamer aufmachen können.
Es ist gut, dass es auch bei all dem Tod neues Leben gibt.
Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, herzlich gerne! Wir sind dankbar, wenn viele an unserer Idee mitwirken. Danke von Herzen!
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