09/10/2026
„Du sabotierst dich selbst durch limitierende Glaubenssätze.“
Haben Sie diesen Satz in letzter Zeit auch wieder irgendwo gelesen?
Er begegnet einem auf Social Media inzwischen fast täglich. Einer reflektierten Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und ihren Alltag seit Jahren eigenständig meistert, wird damit unterstellt, sie würde heimlich gegen sich selbst arbeiten. Ihr Zögern wird pathologisiert: Da müsse wohl ein unbewusster Mangel an Selbstwert wirken, der sie daran hindere, „in ihre volle Kraft zu kommen“.
Schauen wir nüchtern hin: In den allermeisten Fällen ist das, was vorschnell als „Selbstsabotage“ bezeichnet wird, schlicht ein handfester Zielkonflikt.
Vielleicht möchten Sie etwas verändern, wissen aber genau, welchen Preis das für Ihre persönliche Freiheit oder Ruhe bedeuten würde. Vielleicht wollen Sie ein neues Kapitel aufschlagen, weigern sich aber zu Recht, dafür gewachsene Werte aufzugeben.
Das ist kein psychologischer Defekt. Das sind zwei völlig legitime Ansprüche, die gegeneinander stehen und abgewogen werden müssen.
Hinzu kommt: Warum sollte ein herbeigeredeter, positiver Lehrsatz automatisch wahrer sein als Ihre Skepsis? Oft sind es ganz reale Gegebenheiten, die nicht zusammenpassen und kein „falsches Mindset“.
Wer Zweifel vorschnell zur inneren Blockade erklärt, nimmt Menschen nicht ernst, sondern verkauft ihnen nur ein künstliches Defizit.
Hand aufs Herz: Wurde Ihnen auch schon einmal eingeredet, Sie stünden sich „nur selbst im Weg“ - obwohl Sie in Wahrheit einfach zwei wichtige Dinge nicht gleichzeitig haben konnten?
Ich freue mich auf Ihre Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren!