SOLVIT Coaching

SOLVIT Coaching Neue Perspektiven für Menschen, die sich im Kreis drehen. Autor von "Reset im Kopf" und "Gespräche mit deinem Spiegel"

Oft sind es nicht die Umstände, die uns festhalten, sondern die Gespräche, die wir mit uns selbst führen. Es kommt nicht darauf an, wer Du bist, sondern wer Du sein willst. Coachings in den Bereichen Life-Coaching, Business-Coaching

„Du sabotierst dich selbst durch limitierende Glaubenssätze.“Haben Sie diesen Satz in letzter Zeit auch wieder irgendwo ...
09/10/2026

„Du sabotierst dich selbst durch limitierende Glaubenssätze.“
Haben Sie diesen Satz in letzter Zeit auch wieder irgendwo gelesen?

Er begegnet einem auf Social Media inzwischen fast täglich. Einer reflektierten Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und ihren Alltag seit Jahren eigenständig meistert, wird damit unterstellt, sie würde heimlich gegen sich selbst arbeiten. Ihr Zögern wird pathologisiert: Da müsse wohl ein unbewusster Mangel an Selbstwert wirken, der sie daran hindere, „in ihre volle Kraft zu kommen“.

Schauen wir nüchtern hin: In den allermeisten Fällen ist das, was vorschnell als „Selbstsabotage“ bezeichnet wird, schlicht ein handfester Zielkonflikt.

Vielleicht möchten Sie etwas verändern, wissen aber genau, welchen Preis das für Ihre persönliche Freiheit oder Ruhe bedeuten würde. Vielleicht wollen Sie ein neues Kapitel aufschlagen, weigern sich aber zu Recht, dafür gewachsene Werte aufzugeben.

Das ist kein psychologischer Defekt. Das sind zwei völlig legitime Ansprüche, die gegeneinander stehen und abgewogen werden müssen.
Hinzu kommt: Warum sollte ein herbeigeredeter, positiver Lehrsatz automatisch wahrer sein als Ihre Skepsis? Oft sind es ganz reale Gegebenheiten, die nicht zusammenpassen und kein „falsches Mindset“.
Wer Zweifel vorschnell zur inneren Blockade erklärt, nimmt Menschen nicht ernst, sondern verkauft ihnen nur ein künstliches Defizit.

Hand aufs Herz: Wurde Ihnen auch schon einmal eingeredet, Sie stünden sich „nur selbst im Weg“ - obwohl Sie in Wahrheit einfach zwei wichtige Dinge nicht gleichzeitig haben konnten?
Ich freue mich auf Ihre Gedanken und Erfahrungen in den Kommentaren!

Kein Wohlfühl-Singen. Denk-Arbeit.Warum wir über die Sprache im Coaching sprechen müssen.Kennen Sie das? Sie lesen einen...
05/10/2026

Kein Wohlfühl-Singen. Denk-Arbeit.

Warum wir über die Sprache im Coaching sprechen müssen.

Kennen Sie das? Sie lesen einen Ratgeber oder eine Coaching-Seite und stoßen alle paar Zeilen auf dieselben Begriffe: „Löse deine Blockaden auf“, „Finde deine innere Ruhe“, „Verändere dich nachhaltig“.

Ich nenne das „Schlager-Coaching“. Es funktioniert wie Schlager-Musik: leicht verdaulich, tut niemandem weh, bedient aber immer dieselben drei eingängigen Akkorde.

Wenn eine Frau mitten im Leben steht und sich die Frage stellt: „War es das jetzt? Wie soll es weitergehen?“, hilft dieses Phrasen-Dreschen selten weiter. Mehr noch: Es unterstellt oft ein Problem, wo gar keins ist.

Mir geht es hier nicht darum, die Branche an den Pranger zu stellen. Aber mir geht es um den Respekt vor Ihrer Lebenserfahrung.

Was die Branche gerne als „innere Blockade“ pathologisiert, ist in der Realität meist etwas ganz anderes: eine nüchterne Risikoabwägung, fehlende Optionen oder ein ungelöster Zielkonflikt. Das ist kein Defekt, das ist funktionierender Verstand.

In den nächsten Wochen schauen wir uns hier genau diese typischen Coaching-Sätze an. Wir zerlegen sie nüchtern und bauen eine echte, strukturierte Alternative auf. Ohne Heilsversprechen, dafür mit Platz für kritisches Denken.

Wer Lust auf echte Substanz hat, ist hier genau richtig.

Die RationalisierungsfalleWer jahrelang Entscheidungen trifft und komplexe Lagebilder analysiert, hat einen geschulten V...
29/09/2026

Die Rationalisierungsfalle

Wer jahrelang Entscheidungen trifft und komplexe Lagebilder analysiert, hat einen geschulten Verstand. Das Problem dabei: Dieser Verstand schaltet nicht ab, wenn es um uns selbst geht.
Analytisch starke Menschen machen im Alltag nicht weniger Denkfehler. Sie verpacken sie nur besser.

Wenn sich eine Richtung falsch anfühlt oder ein Ziel schlicht seine Anziehungskraft verliert, geraten wir selten in ratlose Stille. Wir bauen uns stattdessen eine argumentative Festung:
→ Aus schlichter Unlust auf das nächste Projekt wird eine „strategische Neuausrichtung“.
→ Aus Angst vor Unruhe im Team wird „kluge Zurückhaltung“.
→ Und aus dem Gefühl, dass der eigene Weg feststeckt, wird eine fundierte Analyse der Marktsituation.

Je intelligenter wir sind, desto eleganter erklären wir uns, warum alles genau so bleiben muss, wie es ist.
Der Verstand dient in solchen Momenten nicht der Wahrheit. Er liefert die nachträgliche Ausrede für einen Zustand, den wir eigentlich hinterfragen müssten. Der Intellekt löst das Problem nicht. Er verkleidet es nur.

Manchmal liegt die Hürde nicht darin, noch tiefer zu analysieren. Sondern darin, der eigenen Begründung nicht mehr zu glauben.

Beobachten Sie dieses nachträgliche Schön-Analysieren eher bei strategischen Fragen im Beruf oder im privaten Umfeld?

Selbstoptimierung oder Selbstkritik? Teil 3Was, wenn Selbstoptimierung nur Selbstkritik mit besserem Marketing ist?Bei e...
22/09/2026

Selbstoptimierung oder Selbstkritik? Teil 3
Was, wenn Selbstoptimierung nur Selbstkritik mit besserem Marketing ist?

Bei einigen Coaching-Sessions wurde klar, dass Veränderung manchmal viel zu früh beginnt.
Wir sehen etwas an uns, das uns nicht gefällt und überlegen sofort, wie wir es ändern können.
Ich würde heute vorher einen kleinen Umweg nehmen.
Nämlich die Frage:
Was ist hier eigentlich das Problem?
Dafür hilft mir eine einfache Unterscheidung:
„Ich möchte etwas entwickeln.“
oder
„Ich möchte etwas an mir loswerden.“
Ein Beispiel:
„Ich möchte lernen, in Gesprächen meine Meinung klarer zu vertreten.“
Das ist etwas anderes als:
„Ich bin zu ruhig. Das muss weg.“
Der erste Satz beschreibt eine Entwicklung.
Der zweite macht aus einer Eigenschaft ein Defizit.
Im CODEA-Prinzip ist genau diese Stelle wichtig: O steht für Orientation - die Einordnung.
Deshalb könnte man sich beim nächsten Gedanken „Daran muss ich arbeiten“ vier kurze Fragen stellen:
Was ist passiert?
Wie habe ich es bewertet?
Gibt es auch eine andere Einordnung?
Will ich etwas entwickeln oder etwas an mir loswerden?
Und erst danach würde ich entscheiden, ob überhaupt eine Veränderung notwendig ist.
Denn die Frage
„Was kann ich an mir verbessern?“
hat einen kleinen, aber wichtigen Gegenspieler:
„Muss ich das überhaupt verbessern?“
Vielleicht ist die Antwort manchmal tatsächlich: Ja.
Aber vielleicht entdecken wir auch, dass wir gerade dabei waren, ein Problem zu lösen, das gar keines war.

Welche Eigenschaft an Ihnen haben Sie schon einmal verändern wollen, obwohl Sie heute anders darüber denken?

Selbstoptimierung oder Selbstkritik? Teil 2Was, wenn Selbstoptimierung nur Selbstkritik mit besserem Marketing ist?Bei e...
18/09/2026

Selbstoptimierung oder Selbstkritik? Teil 2
Was, wenn Selbstoptimierung nur Selbstkritik mit besserem Marketing ist?

Bei einigen Coaching-Sessions wurde klar, wie schnell wir uns selbst zum Problem machen können. Eine Frau, Mitte 40, kam mit dem Wunsch, „durchsetzungsfähiger“ zu werden. Sie erzählte, dass sie in Besprechungen häufig wenig sagte. Andere waren schneller mit ihren Beiträgen, redeten mehr und nahmen mehr Raum ein.

Für sie war die Sache klar: „Ich muss lernen, mich besser durchzusetzen.“ Also begann sie, an sich zu arbeiten.
Was wir dann gemeinsam betrachtet haben, war allerdings etwas anderes. Sie hatte durchaus eigene Gedanken. Sie war fachlich sicher. Sie konnte ihre Meinung vertreten, wenn es darauf ankam.
Und ihre ruhige Art war keineswegs etwas, das andere grundsätzlich störte.

Es gab also ein Ereignis: Andere reden mehr als ich.
Daraus war eine Einordnung geworden:
„Ich bin nicht durchsetzungsfähig genug.“
Und daraus wiederum die Entscheidung:
„Ich muss mich verändern.“

Genau diese Stelle finde ich spannend. Im CODEA-Prinzip steht das O für Orientierung - die Einordnung. Denn zwischen dem, was passiert, und dem, was wir daraus machen, liegt unsere Bewertung.
Und diese Bewertung kann richtig sein. Sie kann aber auch danebenliegen. Deshalb würde ich heute vor jeder Selbstoptimierung erst einmal eine andere Frage stellen:
„Was ist hier tatsächlich passiert – und was habe ich daraus gemacht?“

Denn vielleicht wollen wir manchmal gar keine Eigenschaft entwickeln. Vielleicht wollen wir nur etwas an uns loswerden, das wir irgendwann als falsch bewertet haben.

Wo würden Sie bei sich den Unterschied sehen?

Selbstoptimierung oder Selbstkritik? Teil 1Was, wenn Selbstoptimierung nur Selbstkritik mit besserem Marketing ist?Beim ...
14/09/2026

Selbstoptimierung oder Selbstkritik? Teil 1
Was, wenn Selbstoptimierung nur Selbstkritik mit besserem Marketing ist?

Beim Schreiben meines Buches bin ich über eine Frage gestolpert, die mich tatsächlich länger beschäftigt hat:
Warum wollen sich Menschen eigentlich ständig verbessern – auch dann, wenn objektiv gar kein Problem besteht?
Im pädagogischen Bereich ist mir das immer wieder begegnet.
Menschen, die eigentlich vieles gut können, sehen plötzlich nur noch das, was ihnen angeblich fehlt.
Sie sind nicht selbstbewusst genug.
Nicht entspannt genug.
Nicht produktiv genug.
Nicht kommunikativ genug.
Und dann beginnt die Arbeit an sich selbst.
Ich finde den Gedanken an persönliche Entwicklung grundsätzlich sinnvoll. Aber irgendwann kann etwas kippen.
Aus dem Wunsch,
„Ich möchte mich weiterentwickeln“
wird der innere Satz:
„So wie ich bin, reicht es noch nicht.“
Und dann gibt es immer etwas zu verbessern.
Das Problem ist nicht unbedingt die Entwicklung.
Das Problem kann der Grund sein, aus dem wir sie betreiben.
Wenn ich mich entwickle, weil ich neugierig bin, ist das etwas anderes, als wenn ich mich entwickle, weil ich mich selbst nicht aushalte.
Deshalb bin ich bei einem Satz hängen geblieben:
Nicht jede Schwäche muss beseitigt werden.
Vielleicht müssen wir nicht aus jeder Eigenart eine Baustelle machen.
Und vielleicht ist die Frage
„Was kann ich an mir verbessern?“
manchmal gar nicht die wichtigste.
Vielleicht lautet sie:
„Muss ich das überhaupt verbessern?“

Wie ist das bei Ihnen? Gibt es etwas an sich, das Sie lange verändern wollten, obwohl es vielleicht gar kein echtes Problem war?

Die heimlichen Vorteile von Problemen - Nicht jedes Problem will gelöst werden Teil 3Bei einigen Coaching-Sessions wurde...
08/09/2026

Die heimlichen Vorteile von Problemen - Nicht jedes Problem will gelöst werden Teil 3

Bei einigen Coaching-Sessions wurde klar, dass gute Ratschläge von außen oft verpuffen, weil der Betroffene den Nutzen seines Problems noch braucht.
Wenn Sie selbst bei einem Thema auf der Stelle treten, hilft ein kleiner Perspektivwechsel. Stellen Sie sich selbst diese Frage: „Welche unangenehme Aufgabe oder Entscheidung bleibt mir erspart, solange ich dieses Problem noch habe?“ Oft merken wir dann, dass das Problem wie ein Schutzschild wirkt. Erst wenn wir verstehen, wovor uns das Problem eigentlich beschützt, finden wir die Kraft, den nächsten Schritt im Leben zu gehen.

Was denken Sie: Schützen uns unsere Alltagsprobleme manchmal vor den wirklich großen Entscheidungen im Leben?

Die heimlichen Vorteile von Problemen - Nicht jedes Problem will gelöst werden Teil 2Für ein Kapitel meines Buches habe ...
03/09/2026

Die heimlichen Vorteile von Problemen - Nicht jedes Problem will gelöst werden Teil 2

Für ein Kapitel meines Buches habe ich mich gefragt, warum uns das Vertraute oft wichtiger ist als das Bessere.
Ich erinnere mich an eine Bekannte, die seit Jahren in einer unglücklichen Beziehung feststeckte. Jeder Rat, jedes Gespräch endete mit einem Seufzer und dem Satz: „Es ist halt kompliziert.“ Als sich eine räumliche Trennung ganz leicht hätte organisieren lassen, blockte sie ab. Ihr Problem gab ihr Struktur und eine vertraute Identität. Die Angst vor der Einsamkeit und dem Neuanfang war einfach größer als der Leidensdruck in der Beziehung. Das Problem zu behalten, war für sie sicherer als die Freiheit.

Haben Sie im Freundeskreis auch schon mal erlebt, dass jemand Tipps für ein Problem sucht, aber eigentlich gar keine Lösung will?

Die heimlichen Vorteile von Problemen - Nicht jedes Problem will gelöst werden Teil 1Beim Schreiben meines Buches bin ic...
31/08/2026

Die heimlichen Vorteile von Problemen - Nicht jedes Problem will gelöst werden Teil 1

Beim Schreiben meines Buches bin ich über eine Frage gestolpert, die mich zum Nachdenken gebracht hat. Kennen Sie das auch? Man jammert über eine Situation, aber ändert nichts.
Wir glauben oft, wir wollen ein Problem unbedingt lösen. Aber oft erfüllen Probleme eine wichtige Funktion in unserem Leben. Sie geben uns Halt, weil wir sie in- und auswendig kennen. Sie dienen als Schutzschild gegen die Angst vor dem Neuen. Solange wir das Problem haben, müssen wir uns nicht verändern. Es ist paradox: Das Problem wird zu unserer Komfortzone.

Haben Sie bei sich selbst oder im Umfeld schon mal beobachtet, dass ein Problem eigentlich ein treuer Begleiter geworden ist, den man gar nicht so leicht gehen lassen will?

Die Lüge vom Wissen - Die Tyrannei der Vernunft Teil 3Wie kommen wir nun raus aus der Wissensfalle? Der Schlüssel liegt ...
24/08/2026

Die Lüge vom Wissen - Die Tyrannei der Vernunft Teil 3

Wie kommen wir nun raus aus der Wissensfalle? Der Schlüssel liegt in einer ehrlichen Selbstreflexion im entscheidenden Moment. Wenn wir wissen, was richtig wäre, und es trotzdem nicht tun, hilft uns kein neuer guter Ratschlag. Wir dürfen uns stattdessen eine einfache Frage stellen: „Was gewinne ich heimlich dadurch, dass ich jetzt gerade nicht handle?“ Oft ist der Gewinn die pure Bequemlichkeit oder das Vermeiden von Fehlern. Wenn wir uns das eingestehen, verliert die Blockade ihre Macht.

Welche ehrliche Antwort gebt ihr euch selbst, wenn ihr den Grund für das ewige Aufschieben mal ganz ohne Ausreden betrachtet?

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Offenbach Am Main
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