Das Ziel dieser Schule war es, Schülern, die lediglich das Ziel der mittleren Reife erstrebten, eine mehr für das praktische Leben geeignete Bildung anzubieten. In der sogenannten differenzierten Oberstufe wurden Klassen gebildet, die auf eine Berufstätigkeit in Handel und Verkehr vorbereiteten und solche, die der Vorbereitung auf das Gewerbe dienten. Von Anfang an wurde Englisch als Hauptsprache sechs Jahre lang unterrichtet, Französisch als wahlfreies Fach vier Jahre lang. Da die neue Schule an der Lothringer Straße erst am 20. April 1923 bezogen werden konnte, fand bis zu diesem Zeitpunkt der Unterricht in weit verstreut liegenden Gebäuden statt, so dass Schüler und noch mehr die Lehrer von einem Haus zum anderen wandern mussten.
1928 erhielt die Schule eine Hausfrauenklasse, 1929 ein Kindergärtnerinnen- und ein Hortnerinnenseminar. Die Zahl der Klassen betrug 30. Übungsstätten für die angehenden Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen waren ein Montessori-Kindergarten, ein Fröbel-Kindergarten, ein Kinderhort und eine Kinderlesehalle. Letztere sollte den literarischen Geschmack der Schüler fördern und allen Kindern, die unter den schlimmen Folgen der Wohnungsnot litten, einen gemütlichen Raum zu geistiger Erholung bieten. Ein Schulgarten lieferte nicht nur Gemüse für den Kochunterricht. Er bot ebenso Anschauungsmaterial für den Biologieunterricht. Eine Freilichtbühne lud ein zu Spiel und Tanz und diente der "Verkündigung". Hierbei handelte es sich um Mitteilungen, Ankündigungen sowie Lob und Tadel vor der gesamten Schülerschaft.