06/05/2022
Ein Mensch der sprachlos macht. Eine starke Lehrerin in Deutschland 1933-1945: Als alle Welt schweigt, sei es, weil man die Dinge gut findet oder aus Sorge um den Job oder aus Angst vor der Gestapo, wird Elisabeth Schmitz, eine 40jährige Gymnasiallehrerin aktiv. Akribisch notiert sie alle Formen der Verfolgung von Juden in der Schule und in ihrer Umgebung. Dann fordert sie 1935 in einer 20seitige Denkschrift die Spitze der evangelischen Kirche in Deutschland zum Handeln auf, wieder und wieder. Als eine Reaktion ausbleibt, hilft sie verfolgten Juden, versteckt Menschen. Nach der Reichskristallnacht 1938 geht sie in den Vorruhestand – weil sie keinen Staat unterstützen will, der Synagogen anzündet. Bis 1945 geht ihr lebensgefährliches Engagement weiter. Und von alldem erzählt sie niemanden. Erst 2004, 27 Jahre nach ihrem Tod werden im Keller einer Hanauer Kirche ihre Unterlagen entdeckt. Heute gilt sie als eine der bedeutendsten Widerstandskämpferinnen gegen das NS-Regime und wird auch in der Gedenkstätte Yad Vashem geehrt.