24/12/2025
✨ Eine wahre Weihnachtsgeschichte 2025 ✨
Gestern an der Supermarktkasse wurde mir wieder bewusst, worum es an Weihnachten wirklich geht:
Hinsehen. Respekt. Nächstenliebe. ✨
Was meinst Du zu unserer folgenden Geschichte?
BeSinnliche Weihnachten
Gestern stand ich an der Kasse eines Lidl-Supermarkts. Ich sah eine Frau mit einer Krücke, die gemeinsam mit ihrem Mann in der Schlange wartete. Ich selbst stand an einer anderen Kasse, war aber nur noch kurz vor dem Band. Nach kurzem Zögern ließ ich meinen Wagen stehen, ging zu dem älteren Ehepaar in der anderen Schlange und sah in ihr schmerzverzerrtes Gesicht.
„Entschuldigen Sie“, fragte ich, „können Sie noch gut stehen, oder darf ich Sie vorlassen?“
Die verdutzte Antwort kam prompt:
„Nein, wir kriegen das hin. Danke.“
Ich eilte zurück zu meinem Wagen, legte schnell meine Einkaufsbeute aufs Band und versuchte, beim Einpacken, Bonuskartenscan und Bezahlen halbwegs mit der Kassiererin im üblichen Scan-Wettbewerb mitzuhalten.
Als ich den Wagen etwas außer Atem Richtung Auto schob, dachte ich darüber nach, ob ich beim nächsten Mal wieder fragen würde. Ich wusste es nicht. Dann kam mir der Gedanke:
Wenn ich nicht damit anfange, darf ich es auch nicht erwarten, wenn ich einmal mit Monika beim Einkaufen in der Schlange stehe.
In Gedanken sah ich Monika, wie sie ohne zu jammern, mutig und oft unter Schmerzen, aufrecht mit einer Krücke oder auch im Rollstuhl diese „Bezahlhürde“ im Supermarkt meistert. Zu oft jedoch bleibt sie im Auto sitzen, weil sie sich dieses Stück menschliches Chaos nicht antun möchte. Lieber wartet sie in der Kälte oder Hitze, als komisch beäugt oder als Hindernis wahrgenommen zu werden.
Auch wir stellen immer wieder fest, wie an den Kassen Menschen lieber zu Boden oder zur Seite blicken, als uns einen Vortritt zu gewähren.
Inklusion? Fehlanzeige.
Vielleicht ist das auch verständlich – jeder schiebt seine Termine, seinen Stress und seine eigenen Gedanken durch den Laden, auf der Jagd nach dem billigsten Angebot und den besten Schnäppchen.
Als mir dann einfiel, dass Monika noch einen Spitzwegerich-Hustensaft braucht, den Rewe im Sortiment hat, war nach dem Geldautomaten an der Bank das nächste Ziel klar.
Wie es der Zufall wollte, stand genau dieses Ehepaar am Rewe-Kassenband – diesmal mit etwas Vorsprung, die Waren schon aufgelegt, an der Nachbarkasse. Ich drehte mich zu ihnen um, grüßte sie und sagte:
„Wissen Sie, warum ich Sie vorhin angesprochen habe?“
Sie schauten mich an und schüttelten den Kopf.
„Meine Frau Monika sitzt im Rollstuhl“, erklärte ich, „und manchmal traut sie sich auch mutig mit der Krücke und meiner Unterstützung in den Supermarkt. Das wird allerdings oft zum Spießrutenlauf.“
Der Mann antwortete:
„Wissen Sie, das haben wir noch nie erlebt, dass uns jemand anspricht und uns an der Kasse vorlassen möchte.“
Ich ergänzte:
„Wir waren kürzlich in Dubai. Dort ist es selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung wahrgenommen und an der Kasse nach vorne gelassen werden.“
Er meinte noch – immer noch im Wettbewerb mit der Kassiererin, stehend:
„Die haben eine gute Erziehung.“
Ich antwortete:
„Und klare Regeln. Und Respekt.“
Ich bezahlte den Hustensaft und setzte mich emotional berührt ins Auto auf den Heimweg.
Etwas stolz, eine gute Tat getan zu haben, erzählte ich Monika zu Hause diese Geschichte. Auch sie war sehr gerührt und konnte sich vollkommen in die Gefühlswelt der Frau hineinversetzen.
Als ich dann am heutigen Heiligabend um 4:40 Uhr aufwachte, überkam mich der Gedanke, diese Geschichte aufzuschreiben und in die digitale Welt zu tragen.
Ist das nicht der wahre Sinn von Weihnachten – die Nächstenliebe?
Ist das überhaupt noch möglich in einer Zeit voller Hektik, Stress und täglicher Horrornachrichten aus Wirtschaft und Krieg?
Ist es heute noch möglich, Mitmenschen emotional wahrzunehmen, oder sind wir bereits zu abgestumpft?
Können wir Menschen sehen und ihnen etwas Gutes tun, wenn unsere Köpfe voller Angst und Kampfgeschichten sind?
✨ Wir glauben: Ja. ✨
Es braucht nur einen Gedanken mehr:
Wie würde ich mich in dieser Situation fühlen?
Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt, etwas Licht in diese Weihnachtszeit zu bringen.
Wir wünschen allen Menschen mit einer Behinderung im Alltag, dass sie niemals den Mut verlieren. Mögen sie sich ein Beispiel an Orten wie Dubai nehmen, wo Menschen nicht als „Behinderte“ oder „Schwerbehinderte“ bezeichnet werden, sondern als People of Determination – Menschen mit Entschlossenheit. Eine Bezeichnung, die Würde schenkt, Stärke sichtbar macht und den Blick auf das richtet, was Menschen ausmacht, nicht auf das, was sie einschränkt.
🎄 Und wir wünschen allen Menschen eine besinnliche Weihnachtszeit –
eine Zeit, deren Wärme aus unseren Herzen auch über diese Tage hinaus das Jahr 2026 und unsere Welt erhellen möge.
In Liebe und Dankbarkeit
mit unseren Mitmenschen
Oliver&Monika
Manchmal braucht es nur einen kleinen Moment des Innehaltens, um einem Menschen Würde, Respekt und Hoffnung zu schenken.
People of Determination – ein Gedanke, der unsere Gesellschaft verändern kann. ✨
✨ Wenn dich diese Geschichte berührt hat, teile sie gern weiter.
Vielleicht bringt sie ein kleines Licht in den Alltag eines anderen Menschen. ✨