26/02/2021
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
. .
Dieses Gedicht schrieb Hermann Hesse am 4. Mai 1941, nach langer Krankheit, mitten im Krieg.
Ein optimistisches Gedicht, welches er ursprünglich "Transzendieren" nannte.
Bekannt wurde es dann unter dem schlichten Titel "Stufen".
Er beschreibt darin das Leben des Menschen als einen Prozess von Stufen, welcher nicht einmal mit dem Tod endet.
Es geht in diesem Gedicht Stufen nicht einzig um die reine Darstellung des Alters, sondern auch darum, dass der Mensch danach streben sollte, sich "Stufe" für "Stufe" weiterzuentwickeln bzw. offen für Neues zu sein.
Dieses Gedicht hat mich bereits im Alter von 14 Jahren nachdenklich gestimmt. Ganz besonders aber die letzte Zeile mit ihrem Paradoxon „Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“ hat mich schon damals sehr beschäftigt mit der Frage nach dem Sinn des Lebens.
Nun bin ich 56 Jahre und habe im Laufe meines bisherigen Lebens folgendes lernen und für mich erkennen dürfen:
Der Sinn des Lebens liegt im lebendigen LEBEN selbst!
Als neugeborene Babys und Kleinkinder besitzen wir Menschen alle noch die wundervolle Gabe, die Welt als ein großes Wunder, voller Begeisterung und Staunen zu betrachten.
Wir machen zu diesem Zeitpunkt noch alles mit 100%iger Energie: Lachen, Weinen, Schreien und unsere kleine Welt entdecken.
Im Laufe der Kindheit und Jugend werden wir geprägt von der Gesellschaft: Eltern, Familie, Kindergarten, Schule, Dorf, Stadt, Land, Kultur etc. . Dadurch entfernen wir uns oftmals immer mehr und mehr von unserer kindlichen Neugier, unserer ursprünglichen Freude an unserem eigenen Ausdruck, unserem individuellen So-Sein. Wir passen uns den äußeren Umständen an.
Als Erwachsene haben wir dadurch dann oftmals die Gabe verloren, uns über uns selbst, über unser eigenes Leben zu freuen.
Viele Menschen beginnen jetzt aber wieder - nach langem Suchen im Außen – das Glück in sich selbst zu entdecken. Wie schön!
Denn dieser Schatz, diese Begeisterung am Leben und unsere individuellen Begabungen, die wir als kleine Kinder hatten, stecken immer noch in uns und warten darauf, gehoben zu werden.
„Wohlan denn, Herz, nimm Abschied – lass los – und gesunde!“
Forsche nach deinem wahren Schatz, forsche nach diesen Gaben, befreie dich von einschränkenden Glaubensmustern und teile deine Gaben mit der Welt! DIES schenkt dir ein erfülltes, glückliches Leben!
Du selbst bist der Schatz, den du so lange vermisst und gesucht hast! Nur du selbst kannst dir ein erfülltes, glückliches Leben schenken.
Gerne unterstütze ich dich beim Loslassen alter Glaubensmuster und Gestalten eines erfüllten Lebens. Gerne begleite ich dich auf Deinem Weg in dein glückliches Leben.
Mit LIEBE,
Barbara
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