Safety Energetics

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Safety Energetics "Uwe Trevisan - Mentaltrainer und Experte für gewaltfreie Kommunikation und Deeskalation. www.kinder-in-bedraengnis.de

Ich unterstütze Menschen dabei, ihre mentale Stärke und Konfliktlösungskompetenz zu entdecken. Safety Energetics ist eine Akademie für gewaltfreies Leben und Persönlichkeitsentwicklung. Die Akademie bietet Coaching, Seminare, Fortbildungen, Ausbildungen, Kurse für Erwachsene an. Ziel der Arbeit von Safety Energetics ist es, mit unserer Arbeit Menschen darin zu unterstützen, ihren inneren Frieden zu finden, Konflikte gewaltfrei zu lösen und damit zu einem selbstbestimmten und angstfreien Leben zu gelangen. Safety Energetics ist empfohlener Anbieter der Deutschen Polizeigewerkschaft Kreisverband Köln und der Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz (AJS). Safety Energetics wird in der Arbeit von "Kinder in Bedrängnis" unterstützt und mit Spendengeldern gefördert.

10/10/2026

Kennst du diesen Moment?

Du hast etwas gesagt.
Dann noch einmal.
Dann ein drittes Mal.

Und irgendwann kommt:

„Wie oft soll ich dir das eigentlich noch sagen?“

Manchmal liegt das Problem gar nicht darin, dass dein Kind grundsätzlich „nicht hört“.

Sondern darin, wie die Botschaft bei ihm ankommt.

1. Wir sagen zu viel auf einmal.

„Hör auf, schmeiß die Legos nicht durch die Gegend, ich hab dir das doch schon gesagt, gleich tritt noch jemand drauf …“

Irgendwann bleibt von der eigentlichen Grenze kaum noch etwas übrig.

Oft ist ein kurzer Satz viel klarer:

„Stopp. Die Legos bleiben in der Kiste.“

2. Wir sagen etwas aus der Küche, vom Flur oder quer durchs Zimmer.

Gerade jüngere Kinder reagieren oft besser, wenn wir hingehen, Nähe herstellen und klar sagen, was wir möchten.

Nicht zehn Meter entfernt:

„Ich hab doch gesagt, du sollst aufhören!“

Sondern hin, kurz Kontakt aufnehmen:

„Schau mal. Die Legos bleiben hier drin.“

3. Wir wiederholen immer wieder – aber es passiert nichts.

Wenn nach dem ersten, zweiten, dritten und vierten „Hör auf“ alles genauso weitergeht, lernt ein Kind möglicherweise:

Mama meint es noch nicht wirklich.

Deshalb muss eine Grenze irgendwann auch eine Handlung bekommen.

Zum Beispiel:

„Wenn du die Legos weiter wirfst, räume ich die Kiste erstmal weg.“

Und wenn es weitergeht, mache ich genau das.

Nicht wütend.
Nicht als Strafe.
Nicht um Macht zu zeigen.

Sondern weil ich die Verantwortung für meine Grenze übernehme.

Und vielleicht ist genau das der Unterschied:

Eine Grenze wird nicht dadurch klarer, dass wir sie immer lauter wiederholen.

Sie wird klarer, wenn unser Kind erlebt:

Das, was Mama oder Papa sagt, hat auch eine Bedeutung.

Mich interessiert mal ganz konkret:

Bei welchem Satz erwischst du dich zuhause am häufigsten dabei, ihn drei-, vier- oder fünfmal zu sagen? 😅

Schreib ihn ruhig genau so in die Kommentare.

Dein Uwe ❤️

07/10/2026

„Du bist aber auch empfindlich.“
Vielleicht kennst du diesen Satz noch aus deiner eigenen Kindheit.

Du hast geweint, warst verletzt oder enttäuscht. Und statt Verständnis kam:
„Jetzt stell dich nicht so an.“

Natürlich wollten viele Erwachsene damit erreichen, dass wir stärker werden und mit Schwierigkeiten umgehen lernen.

Aber ein Kind kann daraus auch etwas anderes mitnehmen:

Meine Gefühle sind zu viel. Ich sollte mich lieber zusammenreißen. Vielleicht stimmt etwas mit mir nicht.

Wenn wir solche Botschaften häufig hören, können sie irgendwann Teil unserer eigenen inneren Stimme werden.

Und manchmal geben wir sie später unbewusst weiter.

Zum Beispiel, wenn unser Kind wegen einer Kleinigkeit weint und wir denken:

„Deswegen muss man sich doch jetzt nicht so aufregen.“

Aber wer entscheidet eigentlich, wie groß ein Gefühl sein darf?

Was für uns Erwachsene eine Kleinigkeit ist, kann für ein Kind gerade richtig groß sein.
Das bedeutet übrigens nicht, dass wir jedes Problem lösen oder jede Enttäuschung verhindern müssen.

Wir dürfen unserem Kind helfen, mit schwierigen Gefühlen umzugehen, ohne diese Gefühle kleinzureden.

Manchmal genügt schon ein anderer Satz:
„Das hat dich gerade richtig geärgert, oder?“
„Ich sehe, dass du enttäuscht bist.“

„Komm, wir schauen gemeinsam.“

Damit vermitteln wir etwas Wichtiges:

Du darfst fühlen, was du fühlst. Und du kannst lernen, damit umzugehen.

Und vielleicht ist das auch eine Botschaft, die wir selbst als Kinder öfter gebraucht hätten.
Alte Muster zu brechen bedeutet nicht, dass uns solche Sätze nie wieder herausrutschen.
Es bedeutet, sie zu erkennen und beim nächsten Mal bewusster zu entscheiden, was wir weitergeben möchten.

❤️ Welcher Satz wurde früher zu dir gesagt, wenn du geweint hast?

Vielleicht sammeln wir hier einmal die Sätze, die mit unserer Generation enden dürfen.
Dein Uwe

24/09/2026

Wenn dein Kind dich anspuckt, ist das unangenehm, verletzend und oft auch einfach ekelhaft.

Und trotzdem hilft es meistens nicht, in diesem Moment in einen Machtkampf zu gehen.

Wenn dein Stopp nicht reicht und dein Kind weitermacht, dann geht es zuerst um Schutz.

Schaff Abstand. Geh aus der direkten Reichweite. Sorge dafür, dass andere Kinder oder Geschwister nicht getroffen werden. Und wenn du merkst, dass du die Situation alleine nicht sicher halten kannst, hol dir Unterstützung.

Wichtig ist mir dabei:

Schützen heißt nicht bestrafen.

Du musst dein Kind nicht beschämen, anschreien oder ihm Angst machen.

Aber du musst dich auch nicht anspucken lassen.

Wenn ein Kind völlig außer sich ist, bringen lange Erklärungen oft wenig. Dann ist zuerst wichtig, dass die Situation wieder sicher und ruhiger wird.

Erst danach lohnt sich das Gespräch:

Was war los?
Was hat dich so wütend gemacht?
Und was kannst du beim nächsten Mal tun, ohne zu spucken?

So lernt ein Kind nach und nach:

Meine Wut darf da sein. Aber andere Menschen haben Grenzen.

Und genau das gehört für mich zu liebevoller Führung.

Mich interessiert wirklich: Was würdest du in so einem Moment spontan tun? Schreib es mir mal in die Kommentare.

Dein Uwe ❤️

17/09/2026

Wenn dein Kind dich schlägt, ist das erst einmal ein Schreckmoment.

Es tut weh. Vielleicht bist du selbst wütend. Vielleicht verletzt. Vielleicht auch ratlos, weil du gleichzeitig denkst:

„Ich will mein Kind ja verstehen.“

Und genau da finde ich eine Unterscheidung ganz wichtig:

Verstehen kommt nicht vor Sicherheit.

Wenn ein Kind nach dir schlägt, darfst du sofort stoppen.

„Stopp. Ich lasse mich nicht schlagen.“

Das ist keine Härte.
Das ist eine Grenze.

Und du musst in diesem Moment auch nicht anfangen, lange zu erklären, warum Schlagen falsch ist.

Wenn dein Kind gerade völlig aufgebracht ist, kommt davon oft kaum etwas an.

Erst einmal braucht es Orientierung:

Hier ist die Grenze.

Und gleichzeitig darf die Wut da sein.

Das ist für mich einer der wichtigsten Sätze überhaupt:

„Du darfst richtig wütend sein. Aber du darfst mich nicht schlagen.“

Denn wir müssen nicht zwischen zwei Extremen wählen.

Wir müssen nicht sagen:

„Wut ist nicht okay.“

Aber wir müssen auch nicht sagen:

„Wenn mein Kind überfordert ist, kann ich nichts begrenzen.“

Beides stimmt nicht.

Ein Gefühl darf da sein.
Ein Verhalten darf trotzdem gestoppt werden.

Und erst wenn wieder Ruhe da ist, beginnt der nächste Schritt.

Dann können wir gemeinsam schauen:

Was ist passiert?

Was hat dich so wütend gemacht?

Und vor allem:

Was kannst du beim nächsten Mal tun, wenn die Wut wieder so groß wird?

Vielleicht sagen:

„Ich bin richtig sauer.“

Vielleicht Abstand nehmen.

Vielleicht Hilfe holen.

Vielleicht stampfen, in ein Kissen drücken oder eine andere sichere Möglichkeit finden, die Spannung loszuwerden.

Denn wenn wir nur sagen:

„Du darfst nicht schlagen.“

fehlt dem Kind oft noch etwas Entscheidendes:

Was kann ich stattdessen tun?

Und genau das ist Begleitung.

Nicht alles erlauben.

Nicht beschämen.

Sondern klar begrenzen und später helfen, neue Möglichkeiten zu lernen.

Wut darf sein. Schlagen wird gestoppt.

Dein Uwe

Was fällt dir in solchen Momenten schwerer: ruhig zu bleiben oder wirklich klar die Grenze zu halten?

10/09/2026

Vielleicht ist gar nicht das Nein das Schwierigste.
Sondern auszuhalten, was danach kommt.

Dein Kind ist enttäuscht. Es wird wütend. Es weint. Vielleicht schreit es: „Du bist gemein!“

Und plötzlich kommen bei uns Zweifel:

War ich zu streng? Habe ich mein Kind nicht verstanden? Sollte ich doch noch fünf Minuten erlauben?

Gerade wenn wir unsere Kinder anders begleiten wollen, als wir selbst begleitet wurden, kann das passieren.

Wir wollen ihre Gefühle ernst nehmen. Wir wollen sie nicht mit „Jetzt stell dich nicht so an“ oder „Hör sofort auf zu heulen“ kleinmachen.

Aber Gefühle ernst zu nehmen bedeutet nicht, dass wir eine Grenze zurücknehmen müssen.

Ein Kind darf noch spielen wollen.
Es darf über mein Nein enttäuscht sein.
Es darf sogar richtig wütend darüber sein.

Und ich darf trotzdem sagen:

„Ich sehe, dass du noch bleiben möchtest. Du bist richtig sauer. Und wir gehen jetzt trotzdem.“

Das ist für mich ein wichtiger Teil bedürfnisorientierter Erziehung:

Nicht das Gefühl des Kindes wegmachen.
Nicht das Kind für sein Gefühl beschämen.
Aber auch nicht jede Grenze auflösen, damit das unangenehme Gefühl möglichst schnell verschwindet.

Denn auch meine Bedürfnisse, meine Zeit und meine Grenzen gehören zur Beziehung.

Und manchmal bedeutet liebevolle Führung:

Ich halte dein Gefühl mit dir aus, ohne mein Nein zurücknehmen zu müssen.

Mich würde wirklich interessieren:

👉 Was fällt dir schwerer: Nein zu sagen – oder beim Nein zu bleiben, wenn dein Kind wütend oder traurig wird?

Dein Uwe ❤️

06/09/2026

Bedürfnisorientiert heißt nicht grenzenlos.

Ein Kind darf ein Bedürfnis haben.

Es darf etwas wollen.
Es darf enttäuscht sein.
Es darf wütend werden.
Es darf sagen: „Ich will das Auto auch.“

Aber:

Aus einem Bedürfnis entsteht nicht automatisch das Recht, die Grenze eines anderen Kindes zu überschreiten.

Wenn ein Kind einem anderen etwas aus der Hand nimmt, dann können gleichzeitig mehrere Dinge wahr sein:

Das eine Kind hat vielleicht gerade ein starkes Bedürfnis nach Spiel, Teilhabe oder genau diesem Gegenstand.

Und das andere Kind hat vielleicht das Bedürfnis, sein Spiel fortzusetzen, nicht gestört zu werden und selbst zu entscheiden, wann es etwas abgibt.

Bedürfnisorientierung bedeutet für mich deshalb nicht: Welches Kind hat gerade das stärkere Bedürfnis?

Sondern:

Wie kann ich beide Kinder sehen und gleichzeitig Orientierung geben?

Zum Beispiel so:

„Du möchtest das Auto gerade unbedingt haben. Das sehe ich. Aber du nimmst es ihm nicht aus der Hand. Du kannst fragen, ob du es danach bekommst.“

Damit passiert etwas Wichtiges:

Ich beschäme das Kind nicht für seinen Wunsch.
Ich mache sein Bedürfnis nicht falsch.
Und trotzdem setze ich eine Grenze beim Verhalten.

Genau das wird für mich manchmal verwechselt.

Bedürfnisorientierung heißt nicht, dass Erwachsene sich zurückziehen und jedes Verhalten laufen lassen.

Kinder brauchen auch Führung.

Nicht Führung durch Angst, Druck oder Beschämung.

Sondern Erwachsene, die sagen können:

„Ich sehe, was du möchtest. Und ich helfe dir dabei, damit umzugehen, ohne die Grenzen anderer zu verletzen.“

Vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe:

Nicht den Willen eines Kindes zu brechen.

Aber ihm zu helfen zu lernen:

Meine Bedürfnisse sind wichtig.
Und die der anderen auch.

Mich würde wirklich interessieren, wie du das siehst:

Wo endet für dich Bedürfnisorientierung – und wo beginnt Verantwortung und Führung?

Ich glaube, genau darüber sollten wir viel mehr sprechen. ❤️

Dein Uwe

31/08/2026

„Ich will doch nicht petzen.“

Diesen Satz höre ich von Kindern immer wieder.

Und genau da liegt ein Problem:

Viele Kinder haben irgendwann gelernt:
Petzen ist etwas Schlechtes.

Also sagen sie lieber nichts.

Auch dann, wenn sie beleidigt werden.
Wenn ihnen immer wieder etwas weggenommen wird.
Wenn sie bedroht werden.
Oder wenn sie alleine nicht mehr weiterkommen.

Deshalb finde ich es so wichtig, Kindern einen Unterschied zu erklären:

Petzen bedeutet für mich:
Ich erzähle etwas, um einem anderen Kind Ärger zu machen.

Hilfe holen bedeutet:
Ich komme alleine nicht weiter und brauche einen Erwachsenen, der mich unterstützt.

Und das ist kein Petzen.

Ein Satz, den wir unseren Kindern deshalb immer wieder mitgeben können:

„Wenn du versucht hast, eine Situation zu lösen und nicht weiterkommst, darfst du dir Hilfe holen.“

Denn ich möchte nicht, dass ein Kind irgendwann schweigt, obwohl es Unterstützung braucht, nur weil es Angst hat, als Petze dazustehen.

Und noch etwas ist mir wichtig:

Kinder müssen nicht jede schwierige Situation erst alleine lösen. Wenn ein Kind Angst hat, bedroht wird oder sich nicht sicher fühlt, darf es sofort Hilfe holen.

Vielleicht fragst du dein Kind heute einmal:

„Was ist für dich eigentlich der Unterschied zwischen Petzen und Hilfe holen?“

Ich bin gespannt, was eure Kinder dazu sagen.

Und wie war das bei dir früher?
Hast du als Kind auch gehört: „Sei keine Petze“?

Schreib es mir gerne in die Kommentare. ❤️

Dein Uwe

28/08/2026

Kennst du diese Stimme?

„Du bist nicht gut genug.“
„Das hättest du besser machen müssen.“
„Andere bekommen das doch auch hin.“
„Jetzt reiß dich mal zusammen.“

Das Verrückte ist:

Manchmal sprechen wir als Erwachsene innerlich noch genauso mit uns, wie früher mit uns gesprochen wurde.

Aus Sätzen, die wir oft genug gehört haben, können irgendwann Überzeugungen über uns selbst werden.

Und dann sitzt da heute vielleicht eine Mutter, die einen anstrengenden Tag hatte, ihr Kind angeschrien hat und sowieso schon ein schlechtes Gewissen hat.

Und was macht die Stimme im Kopf?

„Siehst du. Du kriegst es einfach nicht hin.“

Genau da möchte ich dir etwas mitgeben:

Du musst nicht alles glauben, was du über dich denkst.

Wenn dein innerer Kritiker das nächste Mal loslegt, halte einen Moment inne und frag dich:

1. Was sage ich gerade zu mir?
2. Woher kenne ich diesen Satz?
3. Würde ich so mit meinem Kind sprechen?

Und dann kommt meine Lieblingsfrage:

Wenn nicht – warum spreche ich dann so mit mir selbst?

Es geht nicht darum, sich alles schönzureden.

Vielleicht hast du einen Fehler gemacht. Vielleicht möchtest du beim nächsten Mal anders reagieren.

Aber zwischen

„Das war nicht gut von mir.“

und

„Ich bin nicht gut genug.“

liegt ein riesiger Unterschied.

Das eine schaut auf dein Verhalten.

Das andere macht daraus ein Urteil über dich.

Und vielleicht bedeutet alte Muster zu brechen manchmal auch genau das:

Nicht nur anders mit unseren Kindern zu sprechen, sondern endlich auch anders mit uns selbst. ❤️

Jetzt bin ich neugierig:

Welche Stimme kennst du besonders gut?

„Ich bin nicht gut genug.“
„Ich muss funktionieren.“
„Ich darf keine Fehler machen.“
oder eine ganz andere?

Wenn du magst, schreib nur einen Satz in die Kommentare.

Vielleicht entdecken heute einige von uns, dass diese Stimme gar nicht so einzigartig ist, wie sie sich im eigenen Kopf anfühlt.

Dein Uwe

25/08/2026

„Du nervst.“ 😢

So ein Satz ist schnell gesagt.

Vor allem dann, wenn wir müde sind, unter Druck stehen, keine Minute für uns haben und unser Nervensystem längst auf Anschlag läuft.

Und genau deshalb möchte ich Eltern damit nicht verurteilen.

Denn meistens steckt dahinter nicht:
„Mein Kind ist falsch.“

Sondern eigentlich:

„Ich bin gerade überfordert.“
„Ich brauche Ruhe.“
„Mir ist das gerade zu viel.“

Das Problem ist nur:

Ein kleines Kind kann diesen Unterschied noch nicht gut trennen.

Es hört nicht unbedingt:

„Mama ist gestresst.“

Es kann hören:

„Ich bin zu viel.“
„Mit mir stimmt etwas nicht.“
„Wenn ich so bin, wie ich bin, nerve ich.“

Und wenn solche Botschaften öfter kommen, können sie sich irgendwann tief festsetzen.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl sogar aus deinem eigenen Erwachsenenleben:

Bloß nicht zu viel sein.
Bloß niemanden belasten.
Lieber zurücknehmen.
Lieber still sein.

Und genau hier kommen alte Muster ins Spiel.

Viele von uns haben selbst erlebt, dass Erwachsene ihre Gefühle an uns „abgegeben“ haben.

Und unter Stress greifen wir später oft genau auf diese Sprache zurück.

Nicht, weil wir das wollen.

Sondern weil sie uns vertraut ist.

Alte Muster zu brechen bedeutet deshalb nicht, niemals genervt zu sein.

Es bedeutet, die Verantwortung wieder dahin zu holen, wo sie hingehört:

zu mir.

Statt:

„Du nervst.“

kann ich sagen:

„Ich bin gerade gestresst.“
„Ich brauche einen Moment Ruhe.“
„Mir ist es gerade zu viel.“

Damit lernt dein Kind etwas Wichtiges:

Mamas oder Papas Gefühle gehören nicht zu mir.

Und du darfst trotzdem ehrlich sagen, wie es dir gerade geht.

Mich würde interessieren:

Welchen Satz hast du als Kind gehört, bei dem du heute merkst: Den möchte ich nicht weitergeben?

Schreib ihn gern in die Kommentare. ❤️

Dein Uwe

18/08/2026

Vielleicht geht es bei diesem alten Satz um viel mehr als nur um ein „Ich will“.

Viele von uns sind damit groß geworden, dass ein Kind nicht zu viel wollen sollte.

Sei zufrieden.
Sei bescheiden.
Widersprich nicht.
Und wenn die Erwachsenen Nein sagen, ist die Diskussion beendet.

Irgendwann kann daraus eine Botschaft werden:

„Was ich möchte, ist nicht so wichtig.“

Dabei gehört ein eigener Wille zur Entwicklung eines Kindes.

Ein Kind darf herausfinden:

Was möchte ich?
Was gefällt mir?
Was möchte ich nicht?
Was ist mir wichtig?

Und genau hier liegt für mich ein entscheidender Unterschied:

Den Willen meines Kindes ernst zu nehmen bedeutet nicht, ihm seinen Willen zu lassen.

Mein Kind darf im Spielzeugladen sagen:

„Ich will das haben.“

Und ich darf antworten:

„Ich verstehe, dass du das gerne hättest. Heute kaufen wir es trotzdem nicht.“

Der Wunsch darf da sein.
Und die Grenze auch.

Das ist etwas völlig anderes, als dem Kind zu vermitteln, dass schon sein Wunsch falsch, unverschämt oder unerwünscht ist.

Und hier begegnen uns wieder unsere alten Muster.

Denn wenn wir selbst gelernt haben, unseren Willen zurückzunehmen, kann uns das „Ich will!“ unseres Kindes heute unglaublich triggern.

Dann rutscht vielleicht plötzlich ein Satz heraus, den wir eigentlich nie weitergeben wollten.

Nicht weil wir schlechte Eltern sind.

Sondern weil uns manches so vertraut ist, dass wir es erst bemerken, wenn wir anfangen hinzuschauen.

Genau darum geht es für mich beim Durchbrechen alter Muster:

Was möchte ich aus meiner eigenen Kindheit behalten – und was soll bei meinem Kind enden?

Mich interessiert deshalb heute weniger, ob du diesen einen Spruch kennst.

Mich interessiert:

Welcher Satz aus deiner Kindheit hat dir vermittelt, dass dein eigener Wille nicht so wichtig ist?

Wenn dir einer einfällt, schreib ihn gern unten hin. ❤️

Dein Uwe

Adresse

Kurstraße 23
Neustadt
53577

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