25/08/2026
„Du nervst.“ 😢
So ein Satz ist schnell gesagt.
Vor allem dann, wenn wir müde sind, unter Druck stehen, keine Minute für uns haben und unser Nervensystem längst auf Anschlag läuft.
Und genau deshalb möchte ich Eltern damit nicht verurteilen.
Denn meistens steckt dahinter nicht:
„Mein Kind ist falsch.“
Sondern eigentlich:
„Ich bin gerade überfordert.“
„Ich brauche Ruhe.“
„Mir ist das gerade zu viel.“
Das Problem ist nur:
Ein kleines Kind kann diesen Unterschied noch nicht gut trennen.
Es hört nicht unbedingt:
„Mama ist gestresst.“
Es kann hören:
„Ich bin zu viel.“
„Mit mir stimmt etwas nicht.“
„Wenn ich so bin, wie ich bin, nerve ich.“
Und wenn solche Botschaften öfter kommen, können sie sich irgendwann tief festsetzen.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl sogar aus deinem eigenen Erwachsenenleben:
Bloß nicht zu viel sein.
Bloß niemanden belasten.
Lieber zurücknehmen.
Lieber still sein.
Und genau hier kommen alte Muster ins Spiel.
Viele von uns haben selbst erlebt, dass Erwachsene ihre Gefühle an uns „abgegeben“ haben.
Und unter Stress greifen wir später oft genau auf diese Sprache zurück.
Nicht, weil wir das wollen.
Sondern weil sie uns vertraut ist.
Alte Muster zu brechen bedeutet deshalb nicht, niemals genervt zu sein.
Es bedeutet, die Verantwortung wieder dahin zu holen, wo sie hingehört:
zu mir.
Statt:
„Du nervst.“
kann ich sagen:
„Ich bin gerade gestresst.“
„Ich brauche einen Moment Ruhe.“
„Mir ist es gerade zu viel.“
Damit lernt dein Kind etwas Wichtiges:
Mamas oder Papas Gefühle gehören nicht zu mir.
Und du darfst trotzdem ehrlich sagen, wie es dir gerade geht.
Mich würde interessieren:
Welchen Satz hast du als Kind gehört, bei dem du heute merkst: Den möchte ich nicht weitergeben?
Schreib ihn gern in die Kommentare. ❤️
Dein Uwe