28/08/2026
Troy kennen wir mit Geräuschangst. Diesmal zeigt sich seine territoriale Seite: Er markiert und behält Menschen im Blick.
Auf der Fläche fällt es ihm weiterhin schwer, wirklich lockerzulassen.
Als Troy zu Patrick läuft, markiert er unmittelbar hinter ihm. Auf dem Rückweg zu Jana schaut er Patrick noch einmal deutlich an. Im Zusammenhang dieser Situation lesen wir darin eine klare territoriale Kommunikation – sinngemäß: „Ich habe dich gesehen und weiterhin im Blick.“
Das ist kein Machtgehabe. Gerade bei unsicheren Hunden kann Kontrolle ein Versuch sein, Sicherheit und Vorhersagbarkeit herzustellen. Wer die Umgebung ständig beobachtet und bewertet, trägt aber auch viel Verantwortung.
Troys Ridgeback- und Schäferhundanteile können Wach-, Schutz- und Kontrollverhalten begünstigen. Rasse ist jedoch kein festes Programm: Persönlichkeit, Erfahrungen und die jeweilige Situation spielen immer mit hinein.
🧭 Im nächsten Durchgang gestaltet Jana die Situation aktiv. Sie bewegt sich mit Troy über die Fläche und bittet die Menschen ruhig, den Bereich zu verlassen.
Nicht, um Troy zu bestätigen: „Du hast recht, diese Menschen sind gefährlich.“
Sondern um ihm zu vermitteln: „Ich sehe deine Unsicherheit. Ich kümmere mich um die Situation. Du musst sie nicht allein absichern.“
🌱 Nachdem die Menschen gegangen sind, bewegt Troy sich deutlich schneller. Das bedeutet nicht, dass er bereits vollständig Verantwortung abgegeben hat oder sein Territorialverhalten verschwunden ist. Aber er wirkt in diesem Moment etwas weniger gehemmt.
Solche kleinen Veränderungen sind Teil eines Prozesses: Troy soll zunehmend erfahren, dass er sich an Jana orientieren kann und nicht jede Situation selbst kontrollieren muss.
🎓 Die Sequenz stammt aus dem Praxisseminar „Angst, Trauma, Stress“ der Kynogogik® Berater*innen-Ausbildung. Sie zeigt eine individuell geplante Übung und keine allgemeingültige Anleitung.
Mehr zur Ausbildung:
www.kynogogik.de/teil-1-2-kynogogik-berater
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