19/08/2026
Angst ist uns in der Regel unangenehm. Dabei hat sie eine überlebenswichtige Funktion. Sie dient uns als Warnsystem, das uns vor realen Gefahren schützen soll und den Organismus im Gefahrenfall rasch in Handlungsbereitschaft versetzt.
Gleichzeitig zählen Angststörungen zu den am weitesten verbreiteten psychischen Belastungen.
Woran erkennt man nun, was eine angemessene Angst und was eine Angststörung ist?
Physiologische Angst ist an konkrete, reale Auslöser gekoppelt. Sie ist zeitlich begrenzt, verhältnismäßig zur Situation und unterstützt die Anpassung an Gefahren. Eine Angststörung entsteht, wenn die Schutzreaktion entkoppelt von tatsächlichen Bedrohungen auftritt. Die Ängste werden dann als übermäßig intensiv empfunden, halten dauerhaft an oder sind wiederkehrend und führen häufig zu starkem Leidensdruck sowie ausgeprägtem Vermeidungsverhalten im Alltag.
Die wichtigsten Formen nach ICD-10 und ICD-11 sind:
• Generalisierte Angststörung:
Anhaltende, diffuse Sorgen und Befürchtungen bezogen auf alltägliche Lebensbereiche, begleitet von körperlicher Anspannung.
• Panikstörung:
Plötzlich und unerwartet auftretende, hochintensive Angstattacken mit starken körperlichen Symptomen, ohne unmittelbaren äußeren Auslöser.
• Agoraphobie:
Furcht vor Orten oder Situationen, in denen ein Entkommen schwierig erscheint oder Hilfe nicht sofort erreichbar ist (z. B. in Menschenmengen oder bei Reisen).
• Soziale Angststörung:
Ausgeprägte Angst vor Bewertung, Beobachtung oder Beschämung bei sozialen Interaktionen (z.B. bei Präsentationen).
Spezifische Phobien:
• Furcht vor bestimmten Objekten oder Situationen (z. B. Flüge, Höhenangst oder Spinnenphobie).
In meiner Praxis nennen KlientInnen tatsächlich gar nicht selten Ängste als Grund für einen Termin. Dabei können Ängste als eigenes Thema auftreten, in Zusammenhang mit anderen psychischen Belastungen oder z.B. begleitend bei Depressionen, Anpassungsstörungen oder nach traumatischen Erlebnissen.
Gemeinsam mit meinen KlientInnen entscheide ich, welche Vorgehensweise am besten geeignet ist, um an den Ängsten zu arbeiten. Sinnvoll sein kann z.B.:
- Hypnosetherapie speziell zur Arbeit mit den Ängsten oder zur Tiefenentspannung
- EMDR-Therapie zur Bearbeitung eines möglichen Auslösers der Angst, wie etwa ein Unfall
- Entspannungsübungen und Methoden zur Selbstregulation, um das Nervensystem zu beruhigen
- Methoden zur Stärkung der individuellen Resilienz und des Selbstwerts
Mehr über meine Arbeit als Heilpraktikerin für Psychotherapie erfahrt ihr hier: www.psychotherapie-utz.de