29/09/2026
Was passiert, wenn wir uns bewegen und dabei beobachten, wie frei oder gebunden unser Bewegungsfluss ist?
Rudolf Laban beschreibt den Bewegungsfluss als eine der Antriebe (Efforts). Dabei geht es um die Qualität, mit der Bewegung fließt – zwischen freiem und gebundenem Fluss.
1. Wie viel Kontrolle brauche ich?
Gebundener Fluss kann uns zeigen, dass wir Bewegung stark kontrollieren und zurückhalten. Freier Fluss kann dagegen ein Loslassen und ein weniger kontrolliertes Geschehenlassen ermöglichen.
2. Wie gehe ich mit Gefühlen um?
Der Bewegungsfluss kann Hinweise darauf geben, wie ein Mensch mit seinen Gefühlen umgeht. Hält er sie zurück, kontrolliert und reguliert er sie? Oder lässt er sie frei fließen und nach außen Ausdruck finden?
Der Wechsel zwischen gebundenem und freiem Fluss kann uns helfen, unterschiedliche Wege des emotionalen Ausdrucks wahrzunehmen und zu erforschen.
3. Wo entsteht Handlungsspielraum?
Wenn wir unterschiedliche Bewegungsqualitäten ausprobieren, erweitern wir unser Bewegungsrepertoire. Aus einem „Ich muss festhalten“ kann ein „Ich kann auch loslassen“ werden – und umgekehrt.
In der Tanztherapie geht es dabei nicht darum, eine Bewegungsqualität zu bewerten. Vielmehr geht es um Wahrnehmen, Erforschen und Erweitern.
Denn Bewegung kann uns etwas über unser Erleben erzählen – und gleichzeitig neue Möglichkeiten eröffnen.