16/12/2025
Planen wir zu viel und vergessen dabei zu leben?
Ich habe lange geglaubt: Wenn ich nur gut genug plane, läuft alles nach Plan.
Karriere.
Familie.
Gesundheit.
Freizeit.
Ein klarer Plan gibt Sicherheit. Es fühlt sich gut an, alles im Griff zu haben. Zumindest auf dem Papier. Dennoch:
"Life is what happens when you're busy making other plans." (John Lennon)
Ein Gespräch läuft anders als erwartet.
Ein Projekt kippt.
Der Körper meldet sich mit deutlichen Signalen.
Ein Gefühl von Erschöpfung ist plötzlich da, obwohl doch alles machbar schien.
Ich denke: unser Lebensplan folgt nicht unbedingt einer (Ziel-)Geraden und ist erst recht nicht planbar, sondern folgt manchmal Umwegen, die uns oft nicht logisch erscheinen (obwohl es einen tieferen Sinn dahinter gibt).
Das heißt für mich:
- Ich kann nicht alles kontrollieren.
- Disziplin allein reicht nicht.
- Ein voller Kalender ersetzt kein gutes Bauchgefühl.
Wenn ich nur plane, ohne wirklich hinzuspüren, verliere ich mich leicht im Funktionieren.
Dann passieren Dinge wie:
- Ich werde unkonzentriert.
- Ich ziehe mich innerlich zurück.
- Ich spüre wenig echte Freude, obwohl ich vermeintlich viel „schaffe“.
Das sind für mich Warnsignale.
In solchen Momenten hilft mir kurz innehalten und mich zu fragen, was es jetzt braucht.
Manchmal ist die Antwort Ruhe.
Manchmal ein klares Nein.
Manchmal ein Schritt, der nicht im Plan stand.
Ich erlebe immer wieder: Wenn ich mehr im Moment bin, werde ich klarer. Meine Energie steigt. Entscheidungen fallen leichter und die Dinge sortieren sich ganz von alleine neu.
Planen bleibt wichtig. Aber ohne Kontakt zu mir selbst wird es schnell leer und anstrengend.
Wie geht Ihr mit euren Plänen um – und wo bleibt bei Euch Raum, einfach nur zu leben?