19/02/2020
Treffen mit polnischen und ukrainischen Schüler/innen
Auch in diesem Jahr fuhren insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang EF der W***y-Brandt-Gesamtschule in den polnischen Ort Kreisau, um dort mit Schülerinnen und Schülern aus Polen und der Ukraine zusammenzutreffen. Diese Begegnung findet bereits seit vielen Jahren statt und bildet damit einen festen Bestandteil im Jahreskalender der WBG. Ursprünglich ein Treffen deutscher und polnischer Schülerinnen und Schüler, bereichert seit 2017 auch eine Gruppe aus der Ukraine den Austausch zwischen den Jugendlichen. Die Begegnungsstätte in Kreisau, das ehemalige Landgut der Familie Moltke, bietet dabei eine gleichermaßen beeindruckende wie auch historisch bedeutende Kulisse, denn hier formierte und traf sich in Zeiten des Nationalsozialismus eine Widerstandsgruppe, der so genannte Kreisauer Kreis, bestehend aus Mitgliedern sehr unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. Nach der Wende in den 1990er Jahren entstand an diesem Ort im Zuge der deutsch polnischen Aussöhnung und des europäischen Gedankens unter der Leitung einer Stiftung diese Jugendbegegnungsstätte. Eine gemeinsame Unterbringung und gemeinsame Mahlzeiten sind genauso Teil des Konzepts, wie die Durchführung von Workshops in gemischten Gruppen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Im Fokus stehen dabei immer das Kennenlernen der anderen Sprachen und Gebräuche und vor allem der persönliche Austausch zwischen den Jugendlichen. Dabei stellen die Schülerinnen und Schüler häufig fest, dass es zwar durchaus Unterschiede gibt, aber doch mehr Gemeinsamkeiten bestehen, als man im Vorfeld vermutet hätte. Um die Bedeutung dieser Begegnung für die Verständigung der Menschen in Europa besser zu verstehen, wird den Schülerinnen und Schülern nicht nur die Geschichte Kreisaus näher gebracht, sondern auch durch einen Besuch des Konzentrationslagers Groß-Rosen, sowie historischer Orte in Breslau wie dem jüdischen Friedhof, aufgezeigt, dass die Beziehung der Menschen in Europa einst von Feindseligkeiten geprägt war. Daher stellt dieses Treffen von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher europäischer Länder etwas ganz Besonderes dar. In diesem Sinne sind sich alle Beteiligten einig, dass es sich lohnt auch zukünftig dieses Projekt fortzuführen.