25/09/2026
Ausgezeichnet: Als Mitglied eines Rechercheteams hat JS-Professor Tanjev Schultz gestern Abend in Hamburg den zweiten Hauptpreis beim "Deutschen Preis für Klimajournalismus" entgegengenommen.
Die Energiepolitik-Expertin Claudia Kemfert (Foto) würdigte als Laudatorin das Team, das über Emissionen einer Chemiefabrik im baden-württembergischen Bad Wimpfen berichtet hatte. Die Recherche hatte Schultz zusammen mit Kolleginnen und Kollegen von "paper trail media" (Frederik Obermaier, Sophia Stahl) und dem ZDF (Hans Koberstein, Andreas Weise) vorangetrieben und im "Spiegel" und im ZDF veröffentlicht.
Mit Hilfe komplizierter Messungen und Berechnungen von Atmosphärenforschern, vor allem von Katharina Meixner und Andreas Engel von der Goethe-Universität in Frankfurt, konnte nachgewiesen werden, dass offenbar über Jahre hinweg große Mengen des extrem klimaschädlichen Gases Schwefelhexafluorid ausgewichen sind - entgegen den Angaben des Betreibers der Chemiefabrik.
Hier noch einmal zum Nachlesen und Nachschauen die ersten Beiträge zu dem Thema aus "Spiegel" und ZDF:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/bad-wimpfen-weltweit-gefaehrlichstes-treibhausgas-ueber-sueddeutschland-nachgewiesen-a-0aefa4b5-ad37-44d4-a581-1e5a05d9eebd+
https://www.zdfheute.de/panorama/baden-wuerttemberg-klima-gas-leck-100.html
Der Preis geht auf eine Initiative des "Netzwerks Klimajournalismus" und des "Netzwerks Recherche" zurück, als Partner diente in diesem Jahr der "ExtremWetterKongress". Weitere ausgezeichnete Beiträge beschäftigen sich u.a. mit dem Kampf ums Wasser in Brandenburg (Antonia Groß, Elena Materia in der taz: https://taz.de/Kampf-ums-Wasser/!6076060/) oder mit der Hitze in Städten wie Duisburg (Sarah Schlüter in der WAZ: https://www.waz.de/lokales/duisburg/article410755623/noch-gefaehrlicher-so-veraendert-sich-das-wetter-in-der-hitzerekord-stadt.html).
Der ZDF-Meteorologe Özden Terli bekam einen Ehrenpreis. Die Jury wollte ihn nicht nur für sein beharrliches Aufklären über den Klimawandel und die Klimakrise ehren, sondern ihm auch - stellvertretend für viele Kolleginnen und Kollegen - den Rücken stärken, da Terli zunehmend Anfeindungen ausgesetzt sei. Diese bekämen auch andere, die in den Medien oder der Wissenschaft zu Klimathemen arbeiten, immer häufiger zu spüren.