19/09/2021
Erziehungsstile
1. Autokratischer Stil:
Dieser Stil ist eher historisch und heute weniger zu finden.
Der Erzieher hat absolute und alleinige Macht. Es gibt strenge Regeln, deren Verletzung hart und willkürlich bestraft wird. Den Kindern fehlt Eigenaktivität und Kreativität, sowie emotionale Zuwendung, sie entwickeln starke Minderwertigkeitskomplexe und manchmal psychische Probleme. Sie erfahren mehr Tadel als Lob. Die Eltern sind freundlich zu den Kindern, wenn die Kinder sich zu den Regeln verhalten. Die Bindung ist sehr gering und die Beziehung ist distanziert.
2. Autoritärer Stil:
Es gibt strenge Regeln, die nicht mit den Kindern diskutiert werden. Die Kinder erfahren aber Lob (sehr selten), Die Eltern sind freundlich zu den Kindern aber emotional distanziert. Die Eltern haben hohe Ansprüche an die Leistung der Kinder und es wird durch Belohnung und Bestrafung erzogen. Strafen werden stark personenbezogen ausgesprochen und manchmal auch körperlich eingesetzt. Die starke Lenkung und die strengen Regeln verhindern eine freie Entfaltung der kindlichen Fähigkeiten. Die Kinder haben geringes Selbstwertgefühl und wenig Eigentätigkeit. Sie können im Erwachsenenalter Probleme bei sozialen Kontakten und manchmal aggressive Verhaltensweisen haben.
3. Autoritativer Stil:
Die Eltern stellen klare Regeln und Grenzen auf und erklären diese den Kindern. Es gibt keine Strafen sondern Konsequenzen, die eher sachbezogen sind. Die Eltern zeigen Liebe, Unterstützung und Zuwendung. Die Bindung zwischen Eltern und Kindern ist stabil und partnerschaftlich. Die Meinungen der Kinder und Eltern werden gleich berücksichtigt. Die Kinder entwickeln Eigeninitiative, Kreativität und soziale Umgangsformen.
Das Machtverhältnis ist auf Augenhöhe, obwohl die Eltern die Autorität haben, aber es wird nicht als Macht missbraucht sondern zur Orientierung und Sicherheit für die Kinder eingesetzt.
Die Kinder zeigen im Erwachsenenalter eine hohe Selbstsicherheit, soziale Kompetenzen und Verantwortungsbewusstsein.
4. Sozial-integrativer Stil:
Es gibt eine gute Kommunikation zwischen Eltern und Kindern, alle Regeln und Entscheidungen werden zusammen diskutiert und abgestimmt. Es gibt sachbezogenen Konsequenzen bei Regelverstößen. Die Kinder haben eine Wahlmöglichkeit und die Eltern bieten Vorschläge und Alternativen. Die Beziehung ist durch Wertschätzung, Einfühlung und Wärme geprägt.
Die Kinder haben hohe Selbständigkeit, soziale Kompetenzen und Kreativität. Sie akzeptieren sachliche Kritik und entwickeln große Lern-und Leistungsbereitschaft.
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