10/03/2020
Dabei gibt doch so viele Fotografinnen und Illustratorinnen... Es gibt noch viel zu tun! 💪🧐
Der Deutscher Journalisten-Verband (DJV) hat in Zusammenarbeit mit dem Datenteam des DER SPIEGEL die Titelseiten von insgesamt 30 deutschen Magazinen aus den unterschiedlichen Fachrichtungen durchgeschaut und die Credits der Cover aus dem Jahr 2019 ausgewertet.
Frauen sind mit großem Abstand unterrepräsentiert!
Danke an das Projekt-Team vom DJV Hamburg für das spannende Gespräch und die Arbeit! Nora Tabel hat im Namen des Female Photoclub auch Stellung zu den Ergebnisse bezogen:
"Es ist nach wie vor so, dass wir hauptsächlich Männer aus ihrer Perspektive von der Welt erzählen lassen. Das sieht nicht aus wie eine bewusste Entscheidung, ist es aber am Ende doch, wenn ein subjektives „die bessere Geschichte entscheidet“, dafür sorgt, dass der Frauenblick auf die Geschehnisse unserer Zeit der schlechtere sein soll und er es nicht wert ist, gesehen und gehört zu werden.
Auf eine gerechte und diverse Abbildung der Erzählenden zu achten, sollte eine Selbstverständlichkeit sein und nicht als Absurdum abgetan werden, wie es so gerne aus den verantwortlichen Redaktionen kommt, wenn es darum geht, dass hauptsächlich Männer die Seiten der Magazine füllen. Auch lassen wir nicht gelten, die Frauen seien selbst Schuld, da sie gar nicht erst mit ihren Geschichten nach vorne treten. Wer Fairness und Vielfältigkeit als Maßstab hat, dem sollten, mit ein bisschen Recherche in entsprechenden Netzwerken, allerhand Frauen mit dem nötigen know-how begegnen, die was zu sagen haben.
Wir stolpern in unserem Fotografinnen Netzwerk immer wieder über destruktiv abgelehnter Geschichten, über fadenscheinige Argumente vergebener Auftragsarbeiten und ganz viel Vetternwirtschaft mit ganz wenig Diversität. Die Auswertung ist für uns keine Überraschung, aber bezeichnend für den bedauerlichen IST Zustand im Jahre 2020. Wie wir den ändern können? Indem wir zuhören. Indem wir internalisierten Sexismus in uns selbst aufdecken. Indem wir bewusst entscheiden, Stimmen sprechen zu lassen, die wir gerne auslassen. Dazu gehören übrigens nicht nur Frauen."
https://www.djv-hamburg.de/startseite/info/auf-der-agenda/nachrichten-aus-hamburg/news-detail/article/fotografinnen-und-illustratorinnen-sind-unterrepraesentiert.html