Dubnow-Institut

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Das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow ist ein international ang

Das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI) erforscht interdisziplinär und epochenübergreifend jüdische Lebenswelten im mittleren und östlichen Europa vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Die Forschungsarbeit nimmt eine gesamteuropäische Perspektive ein und schließt die Räume der jüdischen Emigration, insbesondere Israel sowie Nord- und Lateinamerika, mit ein. Seit

18/08/2026

vor 100 Jahren, am 18. August 1926, wurde in Warschau Janina Bauman als Janina Lewinson geboren. Janinas Vater, ein angesehener Arzt, wurde 1939 als Offizier der polnischen Armee mobilisiert, geriet in sowjetische Gefangenschaft und wurde von der Roten Armee in Katyń ermordet. Janina überlebte als Jugendliche den Holocaust, zunächst im Warschauer Ghetto, später in Verstecken. Im Warschauer Ghetto begann sie, Tagebuch zu schreiben. Viele Jahrzehnte später, bereits in Großbritannien, veröffentlichte sie darauf basierend ihr erstes autobiographisches Buch: „Winter in the Morning. A young Girl’s Life in the Warsaw Ghetto and beyond” (1986), auf Deutsch: „Als Mädchen im Warschauer Ghetto. Ein Überlebensbericht“.

Ihre zweite autobiografische Publikation folgte zwei Jahre später: “A Dream of Belonging. My Years in Post-War Poland”. Darin beschreibt Janina, wie sie nach dem Krieg, während ihres Studiums an der Universität Warschau, Zygmunt Bauman kennenlernte. Sie heirateten und bekamen drei Töchter: Anna, Irena und Lydia. Janina arbeitete beim Staatsunternehmen Film Polski, Zygmunt zunächst im Ministerium für öffentliche Sicherheit. Er wurde 1953 wegen angeblicher »zionistischer Aktivitäten« seines Vaters entlassen.

Bereits im Januar 1968 traten Janina und Zygmunt Bauman aus der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei aus. Im Zuge der antisemitischen Kampagne der polnischen Regierung im März 1968 wurde sie entlassen. Da auch Zygmunt seine Anstellung an der Warschauer Universität verlor, sah sich die Familie gezwungen, nach Israel auszureisen. Zunächst lebten sie in Tel Aviv. Mit der Berufung Zygmunt Baumans an die Universität Leeds 1971 zog die Familie nach Großbritannien. Hier arbeitete Janina zunächst als Bibliothekarin, nach ihrem Ruhestand als Autorin.

Irena Bauman stellte uns für die Ausstellung „Der bestimmende Blick“ private Familienfotografien zur Verfügung. Die Ausstellung kann kostenfrei ausgeliehen werden, die Broschüre online eingesehen werden:
https://www.dubnow.de/fileadmin/user_upload/PDF/Presse/Jahresberichte/Der_bestimmende_Blick_Ausstellungsbroschuere.pdf

Die Ausgabe # 08 2024/2025 des Magazins des Dubnow-Instituts enthält einen Beitrag von Izabela Wagner zu ihrer Arbeit mit dem privaten Nachlass von Zygmunt Bauman:
https://www.dubnow.de/publikation/juedische-geschichte-kultur-magazin-des-dubnow-instituts

Foto: Janina mit ihrer Tochter Anna, 1950, Bauman Family Archive

Photos from Dubnow-Institut's post 17/08/2026


Application Deadline: September 3rd, 2026

14/08/2026

Aktueller Newsletter

Der Namensgeber unseres Instituts, der russisch-jüdische Historiker Simon Dubnow (1860–1941), wirkte als kultureller Mittler zwischen den Judenheiten aus Ost- und Westeuropa. Von 1922 bis zur Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Jahr 1933 lebte er in Berlin. An dessen letzter Wohnadresse in der Ruhlaer Straße 8 im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wird am Mittwoch, 26. August 2026, 15 Uhr, eine »Berliner Gedenktafel« für ihn enthüllt.

Wir haben noch wenige Plätze frei zur Teilnahme an unserer Fortbildung »Jüdische Alltagskultur vermitteln«, die am Freitag, 28. August 2026, im Ariowitsch-Haus in Leipzig stattfindet. 1933 eröffnet, bestand das erste jüdische Museum in Berlin nur fünf Jahre. Moderiert von Julia Roos, geben Sylvia Bailey (Berlin) und Marta Kapełuś (Warschau) am 23. September 2026, 18 Uhr in der Online-Veranstaltung »Exhibiting One's Own History« Einblick in dessen Geschichte und Sammlung.

Weitere Informationen hierzu sowie Hinweise auf Veranstaltungen im Herbst finden Sie in der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters:
https://sh1.sendinblue.com/3gkq325xa4lpfe.html?t=1786694000195

13/08/2026

"Like a light at the edge of the cloud" - Yfaat Weiss writes about the legacy of Oded Lifsh*tz, a tireless optimist.

In May, a conference was held at the Hebrew University of Jerusalem in memory of the journalist and peace activist Oded Lifsh*tz. He was abducted by Hamas to the Gaza Strip from his home at Nir Oz on October 7th, 2023, where he die of his injuries a short time after.

Read the article here:
https://www.kriot.co.il/%D7%9B%D6%B8%D6%BC%D7%90%D7%95%D6%B9%D7%A8-%D7%91%D6%B0%D6%BC%D7%A9%D7%81%D7%95%D6%BC%D7%9C%D6%B5%D7%99-%D7%94%D6%B6%D7%A2%D6%B8%D7%A0%D6%B8%D7%9F-%D7%9E%D7%A2%D7%99%D7%96%D7%91%D7%95%D7%A0%D7%95/

12/08/2026

In der so genannten »Nacht der ermordeten Dichter« vom 12. auf den 13. August 1952 wurden mit den Schriftstellern Perets Markish (1895–1952), Dovid Hofshteyn (1889–1952), Itsik Fefer (1900–1952), Leyb Kvitko (1890?–1952) und Dovid Bergelson (1884–1952) einige der prominentesten Vertreter der in der Sowjetunion zunächst geförderten, doch seit Ende der 1920er Jahre zunehmend kritisch betrachteten jiddischen Literatur erschossen.

Das Projekt "The Short Life of Soviet Jiddisch Literature" hatte dies zum Ausgangspunkt genommen:
https://www.dubnow.de/forschung/schwerpunktprojekte/das-kurze-leben-der-sowjetisch-jiddischen-literatur

12/08/2026

Das Objekt zum Subjekt machen
Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln

Philipp Graf schreibt in der Zeitschrift "Kalonymos. Beiträge zur deutsch-jüdischen Geschichte aus dem Salomon Ludwig Steinheim-Institut an der Universität Duisburg-Essen" über die Themenhefte des Dubnow-Instituts für den Unterricht und den neu entwickelten Methodenkoffer. Denn während die Hefte selbst vor allem für den schulischen Einsatz konzipiert sind, richtet sich der Methodenkoffer an die historisch-politische Erwachsenenbildung.

Zum Beitrag:
https://www.steinheim-institut.de/kalonymos/pdf/kalonymos_2026_2.pdf =7

Am Freitag, 28. August, findet in Leipzig im Ariowitsch-Haus e.V. - Zentrum Jüdischer Kultur eine Fortbildung zum Methodenkoffer statt. Hier sind noch wenige Plätze frei!

Weitere Infos und Anmeldung:
https://www.ariowitschhaus.de/event-details/judische-alltagskultur-vermitteln

Lard on Challah. Soviet Jewish Food Practices in the 1920s–1950s | A lecture by Anna Shternshis 11/08/2026

Lard on Challah
A report by Ines Ge**er offers an insight into the lecture by Anna Shternshis about Soviet Jewish Food Practices in the 1920s–1950s

Report:

Lard on Challah. Soviet Jewish Food Practices in the 1920s–1950s | A lecture by Anna Shternshis Research Colloquium Summer Term 2026 The series Passing Through Hands: Objects in Jewish Everyday Lives concluded on Thursday, July 2, 2026, with a wonderful final lecture. Organized by the Dubnow Institute in cooperation with the IRTG Belongings, the research colloquium brought together five stimul...

Photos from Dubnow-Institut's post 10/08/2026

Aktuell ist im Stadtgeschichtliches Museum Leipzig die Sonderausstellung „MOMENTAUFNAHME. Das Fotoarchiv Mittelmann“ zu sehen. Während des Leipziger Ausstellungszeitraums wird diese sukzessive ergänzt und zieht Anfang November um vom Studio auf die große Ausstellungsfläche im Erdgeschoss. Ab April 2027 kann sie dann auf Wanderschaft gehen: das mobile, an Koffer erinnernde Ausstellungsdesign passt nicht nur zur Thematik der Schau, sondern ermöglicht auch deren einfachen Auf- und Abbau sowie Transport.

Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Fotoarchivs Mittelmann: Ende der 1980er Jahre wurden in Leipzig auf dem Dachboden des Hauses am Petersteinweg 15 mehr als 2.000 Glasnegative entdeckt. Schnell stellte sich heraus, dass diese zu dem Fotostudio gehörten, das Abram Mittelmann bis 1938 in diesem Haus betrieben hatte. Nach den Novemberpogromen floh er als Jude aus Leipzig und wurde 1942 von den Deutschen ermordet.

Die Fotos wurden erstmals 1988 in der Ausstellung „Juden in Leipzig“ gezeigt. Nach den Umwälzungen von 1989/90 folgten jahrzehntelange Verhandlungen. Nun konnten die Fotos an Mittelmanns in Frankreich lebende Enkelin zurückgegeben werden.

Weitere Infos zur Ausstellung:
https://www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/ausstellungen/fotoarchiv-mittelmann/

Übrigens: Am Vorabend des „Tags der Stadtgeschichte“, der am 6. November in Kooperation mit dem Dubnow-Institut stattfindet, wird die Ausstellung und das Archivprojekt vorgestellt.

Zum Programm:
https://www.dubnow.de/veranstaltung/zwischenbilanz-und-perspektiven-zur-juedischen-geschichte-leipzigs

Fotos: Sonderausstellung „MOMENTAUFNAHME. Das Fotoarchiv Mittelmann“ im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig

06/08/2026

vor 67 Jahren verstarb Salman Schocken (1877 – 1959) in Pontresina in der Schweiz. In der Zeit der Weimarer Republik baute er gemeinsam mit seinem Bruder Simon und ausgehend von einem Kaufhaus in Zwickau eine der modernsten und größten Warenhausketten auf. Dieser Erfolg ermöglichte es ihm, Kunst, Kultur und soziale Projekte zu fördern. Darüber hinaus war Schocken ein kenntnisreicher und kaufkräftiger Sammler hebräischer und deutscher Bücher, Handschriften und Grafik. 1931 gründete er in Berlin den Schocken-Verlag, der zum bedeutendsten jüdischen Verlag in der NS-Zeit wurde.

Bereits 1933 entschieden Schocken und seine Frau Lili (1889 – 1959), Deutschland mit ihren Kindern zu verlassen. Der Schocken-Konzern wurde Ende 1938 weit unter Wert verkauft. Der antisemitischen Gesetzgebung zum Trotz konnte Schocken einen Großteil seines Eigentums nach Jerusalem retten. Hier lies er sich von dem Architekten Erich Mendelsohn ein Wohnhaus mit Garten sowie eine eigene Bibliothek errichten. Die minutiöse Planung und aufwendige Gestaltung des Gartens wurde dabei zum Gegengewicht einer überfordernden Umgebung und reagierte auf eine Zeit, in der Handlungsspielräume geringer und Verluste immens wurden. Dabei verband das Gartenprojekt Menschen um Schocken in Berlin, Zwickau und Jerusalem in den Jahren zwischen 1935 und1939 – unmittelbar vor der Zerstörung jüdischen Lebens in Deutschland und Europa.

Die neue Ausstellung im Dubnow-Institut „Berlin/Jerusalem. Schockens Gärten“ nimmt die Schaffung des riesigen Gartens in Jerusalem zum Ausgangspunkt, um die Jahre der Flucht und Auswanderung von Jüdinnen und Juden aus Deutschland nach 1933 anhand einer besonderen, nicht exemplarischen Familiengeschichte zu betrachten. Sie wird ab Oktober 2026 in öffentlichen wie gebuchten Führungen zu besichtigen sein.

Weitere Infos:
https://www.dubnow.de/veranstaltung/berlin-jerusalem-schockens-gaerten

Foto: Salman Schocken vor 1954, Fotografie von Alfred Bernheim, gemeinfrei.

04/08/2026

Jetzt anmelden:
Jüdische Alltagskultur vermitteln
Fortbildung zum Methodenkoffer der Themenhefte

Zwischen 2022 und 2025 entstanden am Dubnow-Institut drei vom BMFTR geförderte »Themenhefte für den Unterricht«, mit denen sich Aspekte jüdischer Alltagskultur vermitteln lassen. Zunächst primär für den Einsatz im Schulunterricht konzipiert, wurden die preisgekrönten Hefte gemeinsam mit dem Ariowitsch-Haus auch in methodenbasierte Module für die politische Erwachsenenbildung überführt. Ein Halbtagesworkshop am 28. August 2026, 10 bis 14.30 Uhr, dient der Vorstellung des dazugehörigen Methodenkoffers und soll dazu befähigen, ihn in eigenem Rahmen zu unterrichten. Als Gastrednerin wird Marina Chernivsky (KOAS/OFEK) über aktuelle Perspektiven der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit sprechen.

Die Veranstaltung findet im Ariowitsch-Haus statt und richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie alle Interessierten.

Weitere Infos:
https://www.ariowitschhaus.de/event-details/judische-alltagskultur-vermitteln

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