14/09/2026
Exkursion KZ Natzweiler Struthof:
Im Rahmen des Gesellschaftswissenschaftsunterrichts fuhren wir mit unseren beiden Klassen 10 ins Elsass und führten die Jugendlichen an einen historisch prägenden Lernort: Das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Es war das einzige Hauptkonzentrationslager auf damals annektiertem französischem Territorium.
Bereits bei der Ankunft unterstrich der einsetzende Regen die Trostlosigkeit dieses Ortes. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass der Standort von den NS-Behörden gezielt wegen der Vorkommen an rosa Granit gewählt worden war. Die Inhaftierten – darunter vor allem politische Widerstandskämpfer aus ganz Europa, die im Rahmen des systematischen „Nacht-und-Nebel“-Erlasses spurlos verschwinden sollten – wurden unter extremen Bedingungen im Steinbruch zur Zwangsarbeit getrieben.
Wir erfuhren von grausamen pseudomedizinischen Menschenversuchen der damals deutschen Reichsuniversität Straßburg und dem behördlichen Terrorapparat. Besonders der Brennofen und die unmenschlichen Gefängniszellen hinterließ bei unseren Schülerinnen und Schülern nachhaltige Eindrücke.
Zum Abschluss der Exkursion stand noch der Besuch in der Gaskammer an, der die Grausamkeit des Lagerlebens nochmals unterstrich.
Exkursion zu den Schlachtfeldern von Verdun:
Die Tagesfahrt der Klassen 9a und 9b der Theeltalschule führte an die Maas nach Verdun, wo 1916 eine der verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkriegs stattfand. Im Zentrum der pädagogischen Erkundung stand nicht allein der Besuch des Museums an sondern auch das Gedenken an die Opfer der Schlachten um Verdun.
Nach dem Besuch des Museums gingen wir durch den vom Trommelfeuer der Artillerie vollständig ausgelöschten Ort wie Fleury-devant-Douaumont. Die Neuntklässler lernten, dass dieses Dorf offiziell als „für Frankreich gestorben“ gelten, bis heute symbolisch von ehrenamtlichen Bürgermeistern verwaltet werden und nie wieder aufgebaut wurden. Die Landschaft der „Zone Rouge“, wo einst Dörfer lagen und heute dichte Fichtenwälder die tiefen Trichterfelder überziehen, verdeutlichte die ökologischen und menschlichen Langzeitfolgen des Krieges – noch immer sind große Teile des Areals gesperrt, da noch allerlei Kriegsgerät herumliegt.
Am Ende der Fahrt verglichen wir den französischen Friedhof mit dem deutschen Soldatenfriedhof in Étain. Dabei fiel sofort auf, wie unterschiedlich die beiden Orte gestaltet sind:
Auf dem französischen Friedhof stehen hunderte weiße Kreuze in langen, schnurgeraden Reihen. Jedes Kreuz steht für einen einzelnen Soldaten. Durch die vielen hellen Kreuze auf der grünen Wiese sieht man auf einen Blick, wie viele Menschen im Krieg ihr Leben verloren haben.
Der deutsche Friedhof in Étain wirkt ganz anders. Die Kreuze sind dunkel und bestehen aus Holz oder Stein. Oft stehen auf einem einzigen Kreuz die Namen von vier Soldaten, die gemeinsam begraben wurden. Der Friedhof liegt im Schatten großer Bäume und ist ein sehr leiser, schlichter Ort. Während der französische Friedhof an das Opfer der Soldaten für ihr Land erinnert, zeigt der dunkle deutsche Friedhof vor allem die Trauer über die Niederlage und den Verlust.
Unsere letzte Station war das Beinhaus von Douaumont. Das ist ein großes Bauwerk aus grauem Stein mit einem hohen Turm in der Mitte. Unter dem Gebäude ruhen die Knochen von etwa 130.000 Soldaten. Nach den schweren Kämpfen konnte man nicht mehr feststellen, wer diese Menschen waren. Deshalb liegen hier deutsche und französische Soldaten gemeinsam begraben.