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HISTORISCHE ENTWICKLUNG LANGENLONSHEIM

Sehen wir mal in die umfangreiche „Langenlonsheimer Ortsgeschichte“ mit 465 Seiten, die 1991 von Dr. Friedrich Schmitt und seinem Team erarbeitet wurde. Die ältesten Spuren von Menschen im Nahegebiet fand man im „Lindelgrund“ bei Guldental. Geschätzt werden sie auf älter als 5000 Jahre. Dafür gibt es aber keine schriftlichen Nachweise, man ist hier auf Bodenfunde angewiesen. Aus der Zeit römischer Besiedlung wurden im Ortsbereich bisher nur ganz wenige Überreste gefunden. Um 500 n. Chr. siedelten sich fränkische Bauern im heutigen Ortskern an. Der fränkische Friedhof in Langenlonsheim zu beiden Seiten der heutigen Pestalozzistraße ist wertvoller Bestandteil der Dorfgeschichte. Dieses größte frühmittelalterliche Gräberfeld im Rhein-Main-Nahe-Raum ist für die Erforschung der Frühzeit des Frankenreiches von immenser Bedeutung. Von den bis zu 1200 Gräbern des Friedhofes sind 457 in den Jahren 1970 bis 1981 von Archäologen systematisch untersucht worden. Die aufgefundenen Grabbeigaben stammen aus dem 6. und 7. Jahrhundert. In 37 Frauengräbern fand man u.a. 56 Fibeln. Die Nadeln zum Zusammenhalten von Kleidern waren fast alle aus Silber gefertigt oder oft sogar feuervergoldet. In fünf Gräbern fand man sogar Teile von Pferdeskeletten.

LONIGISTHEIM UM 800

Wie sah es in unserem Dorf zur Zeit Karls des Großen aus? – Neben der geschlossenen Dorfsiedlung gab es auch einige Bauernhöfe, die in der Gemarkung verstreut waren und deren Landbesitz den jeweiligen Hof umgaben. Das Leben der Dorfbewohner vor 1250 Jahren wurde - wie in der folgenden Zeit auch - von mühevoller Arbeit im Weinberg und auf dem Acker bestimmt. Schon damals war das Dorf vom Weinbau geprägt. Wichtig aber für die Ernährung der Menschen war die Landwirtschaft. Dementsprechend groß waren die Flächen für Wiesen und Weiden. Zu dieser Zeit dürfte auch der größte Teil des Waldes als Viehweide genutzt worden sein. Um 1200 wurden ortsfremde Adlige und Klöster zu Besitzern mehrerer Gutshöfe in Langenlonsheim. Die meisten der noch heute gebräuchlichen Flurnamen stammen übrigens aus dieser Zeit. Ab dem 13. Jahrhundert nannten sich die Grafen von Sponheim ‚Landesherren‘ und die Bolander ‚Zehntherren‘ von Langenlonsheim. Im Jahr 1392 ging die Herrschaft an die Grafen von NassauSaarbrücken über.

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