18/04/2024
Die Facetten eines Lesehundes
Ein Lesehund ist ein Hund, der dafür ausgebildet ist, die Lesekompetenzen von Kindern (in der Regel im Grundschulalter) zu fördern. Kinder mit Förderbedarf, Migrationshintergrund, verschiedenen Lernschwächen, psychosozialen Problemen usw. Können im Klassenverband trotz aller Bemühungen nicht immer entsprechend gefördert werden.
Der Lesehund bewertet nicht und spannt sich an nach dem Motto "das wird eh nichts", sondern gibt den Kindern genau das, was sie gerade in dieser Situation brauchen.
Gerade das Zuhören bei Kindern, die noch nicht gut lesen, strengt einen Erwachsenen sehr an. Dem Hund ist das vollkommen egal, er ist im Hier und Jetzt und ganz beim lesenden Kind ohne zu werten oder zu erwarten. Weiterhin wird durch die körperliche Berührung Oxytocin ausgeschüttet, was u.a. der Stressreduktion (neben ganz vielen anderen positiven Effekten) dienlich ist.
Die kleine Collage unten zeigt Brösel im Einsatz. Der Hund spürt, was das Kind in dem Moment braucht und entscheidet völlig selbstständig. Mein Job ist "nur" darauf zu achten, dass die Hunde nicht überfordert werden, ausreichend Pausen erhalten und den Kindern sanfte Hilfestellung zu geben, wenn es gar nicht mehr weiter geht.
Das erste Bild (oben) zeigt Brösel mit einem sehr angespannten Kind, das wirklich aufgeregt war. Brösel lässt sich auf dem Rücken in die totale Entspannung fallen und vermittelt das auch dem Kind, das Kind entspannt nach und nach.
Im zweiten Bild (mitte) handelt es sich um ein Kind, was (zumindest an dem Tag) traurig war und Zuwendung brauchte. Ausserdem war es sehr unsicher beim Vorlesen. Sie buckt sich ganz eng an das Kind an und vermittelt so Sicherheit, Geborgenheit und Wärme (physische Wärme und psychische Wärme).
Im dritten Bild (unten) sehen wir Brösel mit einem Kind, das eigentlich schon ganz gut liest, dem aber Selbstvertrauen und zum Teil auch die Motivation fehlt, sich bei schwierigen Wörtern richtig anzustrengen. Brösel guckt quasi mit ins Buch und wenn das Kind sehr ins stocken gerät, tippt sie mit der Pfote auf das Buch oder macht sogar entsprechende Geräusche.
Der Beitrag darf gerne geteilt werden. Die wunderbare (ehrenamtliche) Arbeit der Lesehunde sollte unbedingt bekannter werden.