21/08/2026
„Du musst.“
Ein merkwürdiger Satz, wenn man ihn einmal aus der Perspektive eines Pferdes hört.
“Du musst jetzt da durch.”
“Du musst weitergehen.”
“Du musst dich überwinden.”
“Du musst lernen, dass dir nichts passiert.”
Aber wer sagt eigentlich, dass es muss?
Das Pferd hat keinen Termin im Kopf.
Keinen Trainingsplan, der heute noch erfüllt werden muss.
Keine Vorstellung davon, dass diese eine Übung jetzt unbedingt gelingen soll.
Es weiß nur, was gerade ist.
Vielleicht ist da Unsicherheit.
Vielleicht Überforderung.
Vielleicht fehlt noch ein Stück Vertrauen.
Und vielleicht ist das, was wir als „müssen“ bezeichnen, manchmal vor allem eines: unser eigener Plan.
Häufig machen wir aus einem “Ich möchte, dass du…”
ein “Du musst.”
Aus unserem Zeitplan wird sein Zeitdruck.
Aus unserem Ziel wird seine Aufgabe.
Aus unserem „Das schaffen wir heute“ wird sein „Du musst da durch“.
Dabei könnte die Frage eine ganz andere sein:
Was würde passieren, wenn es heute nicht muss?
Vielleicht würde es trotzdem weitergehen.
Nur anders.
Vielleicht nicht durch die Situation hindurch, sondern mit Vertrauen daran wachsen. Und vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einem Pferd, das folgt, und einem Pferd, das mitgeht.
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Das Model auf dem Titelbild ist übrigens Poldi, ein Edelbluthaflinger, der in seinem Leben sehr wenig “muss”.