23/10/2024
Am Montag und Dienstag fand bei grossartigem Wetter die Auftaktveranstaltung von Dr. Alexandra Windsbergers gerade gestartetem ZENIT PROJEKT „Muss ich?“ statt. Gefördert durch das Zukunftskollegs der Universität Konstanz wird hier in verschiedenen Arbeitsgruppen strafrechtsdogmatisch, strafrechtsvergleichend und rechtsphilosophisch die Strafbarkeit des Unterlassens untersucht.
Mit dem erstrebten breitgefächerten Diskurs aus verschiedenen Perspektiven sollen Fragen des „Wann, warum und inwiefern müssen wir einander helfen, um Kriminalstrafe zu entgehen?“ neu gestellt und neu beantwortet werden. „Lässt sich im freiheitlichen Rechtsstaat nicht nur ein Zustand gegenseitigen Gewaltverzichts, sondern auch Solidarität mit Zwang durchsetzen?“ Grossartige Diskussionen!
Danke an Prof. Jacob Rosenthal, Dr. Erzsébet Molnár, Dr. Serdar Talaş, Prof. Heinz Koriath, Prof. Thomas Müller, Prof. Ingeborg Zerbes und Prof. Krisztina Karsai (nicht im Bild; von links nach recht auf Bild 1)
23/10/2024
Impuls an die Politik: Die Empfehlungen der ExpertInnenkommission zur Gesetzesnovellierung des Schwangerschaftsabbruchs wurden von Kommissionsmitgliedern und 26 zivilgesellschaftlichen Verbänden ausgearbeitet. Federführend mit dabei: Rechtswissenschaftlerin Liane Wörner von der Universität Konstanz.
Die Möglichkeiten für eine Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs werden seit Monaten in der Politik diskutiert: Im Auftrag der Bundesregierung hatte eine ExpertInnenkommission Empfehlungen für eine Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs außerhalb des Strafgesetzbuches im April 2024 vorgelegt. Mitglieder dieser Kommission arbeiteten nun im Auftrag einer Gruppe von 26 zivilgesellschaftlichen Verbänden und in Zusammenarbeit mit ihnen diese Empfehlungen zu einem Gesetzesentwurf aus. Dieser wurde am Donnerstag, 17. Oktober 2024, im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.
„Der Gesetzesentwurf setzt konsequent die einstimmigen Empfehlungen der Kommission um. Wir zeigen darin, dass und wie eine straffreie Regelung des Schwangerschaftsabbruchs realisierbar ist“, fasst Mitautorin Liane Wörner, Rechtswissenschaftlerin an der Universität Konstanz, zusammen.
Liane Wörner (Universität Konstanz) war wissenschaftliche Koordinatorin der Arbeitsgruppe 1 (Themenbereich Schwangerschaftsabbruch) der Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Maria Wersig (Hochschule Hannover) und Friederike Wapler (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) arbeitete sie federführend den Entwurf aus.
14/10/2024
Vom 14.10. bis 18.10.2024 nehmen Prof. Dr. Liane Wörner und WissMit Janine Blocher an der International Week of Criminal Law in Szeged, Ungarn statt. In dieser Woche finden an der Juristischen Fakultät der Universität Szeged zahlreiche Vorträge und Lehrveranstaltungen zum Strafrecht von Dozent:innen aus mehr als 10 verschiedenen Ländern statt. Prof. Dr. Liane Wörner wird zum Schwangerschaftsabbruch sprechen und einen Rechtsvergleich der Regelungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vornehmen. WissMit Janine Blocher erhält die Chance zu den Herausforderungen Künstlicher Intelligenz für das Strafrecht vorzutragen. Außerdem gestalten beide gemeinsam eine Lehreinheit zu den Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz für Gesellschaft und Recht. In Form eines Open Situation Rooms erarbeiten und diskutieren sie mit ungarischen Studierenden Möglichkeiten zur Regulierung von KI-Systemen und deren Folgen.
29/09/2024
Am 26. und 27. September 2024 hat an der Universität Konstanz das Seminar zu Reproduktiven Rechten stattgefunden. Die Teilnehmer:innen und Doktorandinnen erörterten die Ergebnisse aus den Seminararbeiten und ihren Doktorarbeiten in spannenden Vorträgen zu historischen Entwicklungen, völkerrechtlichen Hintergründen und aktuellen Fragen von Schwangerschaftsabbruch, Embryonenschutz, Eizellspende, Leihmutterschaft bis zu Inzest und Sexualdelikten.
Ebenso zentral war die Frage, ob unser Strafrecht diskriminiert.
Es gab viel zu diskutieren, wie man sich vorstellen kann. Auch zukünftig muss über die reproduktiven Rechte im strafrechtlichen Kontext gesprochen werden.
Abgerundet wurde das Seminar am 27. September 2024 mit einem gemeinsamen Ausflug zu einer Abendveranstaltung in Ravensburg. Anlässlich des World Safe Abortion Day hatten die dortigen Organisatorinnen in Ravensburg zu einem Themenabend zur Frage „218 - Was brauchen Schwangere im Konflikt?“ eingeladen. Nach themeneinführenden Vorträgen von Prof. Dr. Liane Wörner, LL.M. (UW-Madison) und Belgin Aktaş, diskutierten Beratungsinstitutionen, Ärzt:innen und Versorgungsinstitutionen über die Situation und Bedarfe vor Ort. Mit mehr als 100 Teilnehmenden eine sehr gelungene Veranstaltung.
25/09/2024
§ 218 - Was brauchen Schwangere im Konflikt?
Anlässlich des International Save Abortion Day am 28. September veranstaltet die Stadt Ravensburg eine Informationsveranstaltung. Was brauchen Frauen, was brauchen Schwangere im Konflikt? Wo holt uns das Recht nicht (mehr) ab? Wo liegen in der Praxis die Informationsdefizite, die Versorgungsengpässe, die Nöte von Ärztinnen und Ärzten? Was brauchen wir jetzt von Politik und Gesellschaft? Was ist zuzumuten, was gerecht, was ethisch richtig? Diese Fragen gehen uns alle an und wir müssen sie gemeinsam beantworten.
Gemeinsam mit Belgin Aktas, Stadt Ravensburg und Universität Konstanz.
25/09/2024
In der 4. Folge der Podcastreihe „Über den Tag hinaus“ ist Prof. Dr. Liane Wörner, LL.M. (UW-Madison) im Gespräch mit Imme Scholz und Jan Philipp Albrecht (Vorstände der Heinrich-Böll-Stiftung) zu Fragen der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland. Vielen Dank an beide für die interessanten Fragen, die teils so noch nicht gestellt waren, die verbindenden Gedanken und das intensive gemeinsame Gespräch.
Liane Wörner über die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen | Heinrich-Böll-Stiftung
In Deutschland sind Schwangerschaftsabbrüche rechtwidrig aber straffrei. Was das bedeutet und warum das kein guter Kompromiss ist, erklärt die Strafrechtlerin Liane Wörner von der Uni Konstanz.
25/09/2024
The new RIDP Vol 95 issue 2, 2024, edited by Gert Vermeulen, Nina Peršak & Stéphanie De Coensel, under the main title: "Researching the boundaries of sexual integrity, gender violence and image-based abuse".
Within the paper the authors Prof. Dr. Liane Wörner, LL.M (UW-Madison) and Lena Gmelin argue Image based abuse within the larger picture as data-based sexual abuse (DBSA) and define it using three key elements: (1) the non-consensuality of one or more levels of the action, (2) a sexual connotation and (3) the ex*****on of one or more levels by means of digital technology. Especially with regard to AI-generated content, the authors call for legislative action, wherein the German criminal offense of document forgery (Sec. 267 dStGB) can serve as a blueprint.
See: Liane Wörner/Lena Gmelin, The datafication of intimacy: criminalisation and prosecution of image-based (or rather: data-based) sexual abuse in Germany, RIDP 95 (2) 2024, pg. 367-390
25/09/2024
The issue of the RIDP Vol. 95 issue 1, 2024. Thanks to Fernando Miró-Linares, the General Rapporteur, who had prepared a very careful questionaire and led through wonderful and very intense discussions developing the resolutions during a wonderfully organized conference by Constantin Duvac and his team. The time in Bukarest 2023 will remain as an everlasting memory. The general report by Fernando Miro is definitely a must to read; great job when including the various country reports.
Thank you that we were able to support; we have learned a lot while preparing the German report (pg. 213-244), together with Janine Blocher.
25/09/2024
Prof. Dr. Liane Wörner, LL.M. (UW-Madison) im Interview mit Victoria Porcu von fluter.de unter folgendem Link:
https://fluter.de/kommission-schwangerschaftsabbruch
Werden Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland bald legal?
Ja – so ist jedenfalls die Empfehlung einer von der Bundesregierung eingesetzte Kommission. Deren wissenschaftliche Koordinatorin erklärt die Hintergründe
20/07/2024
Mit seiner aktuellen und gerade gestarteten Sommerkampagne
fordert der DJB die Bundesregierung und den parlamentarisch gewählten Gesetzgeber auf, eine Neuregelung für den Schwangerschaftsabbruch direkt nach der parlamentarischen Sommerpause umzusetzen.
Als wissenschaftliche Koordinatorin der Arbeitsgruppe zum Schwangerschaftsabbruch in der Kommission für reproduktive Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin habe ich mich gerne bereit erklärt, diese Kampagne zu unterstützen und mit einem Beitrag zur Kommissionsarbeit zu eröffnen. Die Schwangerschaftsabbruchsfrage geht uns alle an, zum Schutz ungeborenen Lebens, zum Schutz der Gesundheit von Frauen, zum Schutz reproduktiver Rechte und für eine gleichberechtigte Verteilung von Freiheiten und Pflichten. Das Anerkenntnis, dass die Übernahme von Schutzpflichten jenseits der individuellen Zumutbarkeit nicht verlangt werden darf, wäre ein Anfang. Liane Wörner 218kenntkeineSommerpause
fordert der DJB die Bundesregierung und den parlamentarisch gewählten Gesetzgeber auf, eine Neuregelung für den Schwangerschaftsabbruch direkt nach der parlamentarischen Sommerpause umzusetzen.
Als wissenschaftliche Koordinatorin der Arbeitsgruppe zum Schwangerschaftsabbruch in der Kommission für reproduktive Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin habe ich mich gerne bereit erklärt, diese Kampagne zu unterstützen und mit einem Beitrag zur Kommissionsarbeit zu eröffnen. Die Schwangerschaftsabbruchsfrage geht uns alle an, zum Schutz ungeborenen Lebens, zum Schutz der Gesundheit von Frauen, zum Schutz reproduktiver Rechte und für eine gleichberechtigte Verteilung von Freiheiten und Pflichten. Das Anerkenntnis, dass die Übernahme von Schutzpflichten jenseits der individuellen Zumutbarkeit nicht verlangt werden darf, wäre ein Anfang. Liane Wörner
Zum Beitrag vom Juristinnenbund: https://www.instagram.com/reel/C9e-Ix0MtkI/?igsh=MTVtNGk5aDZ0dmFzZg==
08/07/2024
Gerade ist das neu uni’kon, das Magazin der Universität Konstanz unter dem Titel „Freiheit" erschienen. Uni’kon diskutiert vertieft wissenschaftliche Themen an der Universität Konstanz im Gespräch mit den forschenden Wissenschaftler:innen, in diesem aktuellen und insgesamt sehr spannenden, gelungenen Heft u.a. mit Judith Froese ab S. 6 unter dem Titel „Meine Freiheit Deine Freiheit“ und mit Liane Wörner ab S. 48 unter dem Titel „Selbstbestimmung an den Grenzen des Lebens“.
Mein herzlichster Dank geht an Graf für das gute Gespräch und den gelungenen Text.
Link zur Online-Ausgabe: https://www.uni-konstanz.de/universitaet/aktuelles-und-medien/uni-kon-broschueren-und-jahresberichte/uni-kon/